Kinofilm «Notting Hill» liegt in Berlin Mitte

Einem Star den Kopf zu verdrehen, davon trĂ€umt ein jedes Teenie-MĂ€dchen. Lila gelingt es. Doch wĂ€re ihr Chriz ohne Starrummel lieber. Denn die Romanze zwischen Normalo und Promi ist in Groupies bleiben nicht zum FrĂŒhstĂŒck mit Stolpersteinen gepflastert.

Noch ahnt die verliebte Lila (Anna Fischer) nicht, dass es sich bei ihrem Date Christopher (Kostja Ullmann) um das Teenie-Idol Chriz, SĂ€nger der Band Berlin Mitte, handelt. Bild: Walt Disney Studios

Es braucht schon ein Jahr in der US-amerikanischen Provinz ohne stabile Internetverbindung, damit Lila nicht mitkriegt, dass die neue angesagteste Band Deutschlands namens Berlin Mitte in ihrer Heimat fĂŒr regelmĂ€ĂŸige Kreischkonzerte sorgt. Das fiktive Tokio-Hotel-Pendant lĂ€sst die Teenie-MĂ€dchen reihenweise in Ohnmacht fallen. Allen voran im Schmachtkarussell: Der niedliche Lead-SĂ€nger Chriz. 

Als Lila zufĂ€llig am Tag ihrer Heimkehr in deutsche Gefilde Christopher begegnet, ahnt die 17-JĂ€hrige nicht, dass ausgerechnet der aktuelle Bravo-Cover-Boy vor ihr steht. Ist wohl auch besser so. Sonst hĂ€tte sich die Berliner Göre bestimmt nicht darauf eingelassen, mit dem Jungen um die HĂ€user zu ziehen, der die WĂ€nde ihrer kleinen frĂŒhpubertierenden Schwester Lucy ziert. Aber die Liebe will nun mal, was die Liebe will. Und so entbrennen Lilas und Christophers Herzen sehr schnell fĂŒreinander.

FOTOS: «Groupies bleiben nicht zum FrĂŒhstĂŒck» Verliebt in einen Star
zurĂŒck Weiter Groupies bleiben nicht zum FrĂŒhstĂŒck (Foto) Foto: Walt Disney Studios Kamera

Nach dem Oscar-Kandidaten Sophie Scholl – Die letzten Tage und der Komödie Pornorama oder die Bekenntnisse der mannstollen NĂ€herin Rita Brauchts wendet sich Regisseur Marc Rothemund erstmals einer klassischen romantischen Komödie zu, die es mit ihren amerikanischen Vorbildern locker aufnehmen kann. Denn nicht nur ist Groupies bleiben nicht zum FrĂŒhstĂŒck erfrischend unverkrampft erzĂ€hlt. Auch knistert es gewaltig zwischen dem sĂŒĂŸen Kostja Ullmann als Chriz und der frechen Anna Fischer als Lila.

Alles selbst gesungen

Dass Ullmann zudem als SĂ€nger gar keine schlechte Figur abgibt, lĂ€sst das Starrummel-Szenario umso glaubwĂŒrdiger erscheinen. Der 26-jĂ€hrige Schauspieler ließ es sich nicht nehmen, bei den Ohrwurmsongs von Berlin Mitte selbst die StimmbĂ€nder zum Schwingen zu bringen.

VIDEO: Das Teenie-Idol und die Berliner Göre
Video: news.de

Sicherlich ist es der Traum eines jeden Teenager-MĂ€dchens – und sind wir mal ganz ehrlich, auch oft noch der Ă€lteren Semester – einem Star so richtig den Kopf zu verdrehen. Am besten sicherlich auf so natĂŒrlich nichtsahnende Art wie Lila, damit auch ja echte GefĂŒhle im Spiel sind. Doch spĂ€testens seit Hugh Grants Herzschmerz beim Anschmachten von Star Julia Roberts in Notting Hill ist klar: Ganz so einfach ist eine Beziehung zwischen Normalo und Promi nicht. Schließlich wird alles mit der Öffentlichkeit geteilt.

So stolpern auch Lila und Christopher nach den ersten vorsichtigen AnnÀherungen und ZÀrtlichkeiten schnell in die destruktiven Arme der Paparazzi. Und wie einst die Roberts glaubt auch Christopher, Lila hÀtte absichtlich das Blitzgewitter provoziert, um ihre 15 Minuten Ruhm im romantischen Schatten des Stars zu bekommen. Der Keil zwischen den beiden Liebenden scheint fest zu sitzen. Bis kurz vor Schluss versteht sich, um die Spannung ordentlich lange aufrechtzuerhalten.

Herzige Romanze und witzige Nebenfiguren

Der besondere Charme von Groupies bleiben nicht zum FrĂŒhstĂŒck liegt aber nicht nur in der herzigen Romanze zwischen Lila und Chriz, sondern in der Situationskomik, fĂŒr die vor allem die Nebenfiguren verantwortlich sind: So sorgen fĂŒr herzliche Lacher Inka Friedrich als frischverliebte Mama von Lila und Lucy, Ben Braun als ihr etwas schĂŒchterner Taxi fahrender Freund Tom, Amber Bongard als hysterisch frĂŒhpubertierende Lucy und Nina Gummich als herrlich schnoddrig berlinernde beste Freundin Nike. Das ergibt eine liebenswerte Mischung und sorgt fĂŒr sanftes Gagfeuerwerk mit großem Schmunzelfaktor.

Etwas anstrengend und völlig ĂŒberflĂŒssig dagegen: Warum muss Lila so unglaublich laut schnarchen, als wolle sie im Schlummer ganze WĂ€lder zersĂ€gen? Soll dies vielleicht betonen, was fĂŒr ein normales MĂ€dchen die Göre doch ist? Überzogen und unsympathisch. Kleinere Gesten hĂ€tten Anna Fischers Lila viel besser zu Gesicht gestanden. Zumal Fischer solche albernen Hilfsmittel ĂŒberhaupt nicht nötig hat, um von ihrer NatĂŒrlichkeit zu ĂŒberzeugen.

Titel: Groupies bleiben nicht zum FrĂŒhstĂŒck
Regie: Marc Rothemund
Darsteller: Anna Fischer, Kostja Ullmann, Inka Friedrich, Amber Bongard, Nina Gummich
FilmlÀnge: 103 Min
FSK: ohne AltersbeschrÀnkung
Verleih: Walt Disney
Kinostart: 16. September 2010
Im Hörverlag erscheint am 17. September ein Hörspiel zum Film - mit den Originalstimmen der Schauspieler und allen Songs.

car/reu/news.de

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