Miley Cyrus «Ich wollte einen Wechsel»

Miley Cyrus  (Foto)
Mit Hannah Montana wurde sie bekannt. Jetzt ist Miley Cyrus im Kino zu sehen. Bild: ddp

Von Britta Schultejans
Als Hannah Montana in der gleichnamigen Disney-Serie wurde sie zum Idol einer ganzen Generation. Jetzt versucht sich Teenie-Star Miley Cyrus als ernsthafte Schauspielerin. Im Interview spricht die 17-Jährige über negative Kritiken und die Liebe zu Liam Hemsworth.

Miley, auch Du bist ein Opfer der Vulkanwolke geworden und konntest nicht wie geplant nach Europa fliegen, um Deinen neuen Film vorzustellen. Hattest Du viel Freizeit?

Miley Cyrus: Ich hatte mehr Freizeit als in den letzten Monaten zusammen, nach dem Dreh, der neuen CD und so weiter. Aber trotzdem waren wir alle sehr enttäuscht, dass wir nicht zu den Premieren kommen konnten. Das ist wirklich schade, weil man da die Reaktion der Fans direkt mitbekommt und sieht, ob sie an den richtigen Stellen lachen oder weinen.

In Mit Dir an meiner Seite verliebst Du Dich in Will, den Liam Hemsworth spielt. Du bist jetzt mit Liam zusammen. Wie war es, sich vor der Kamera zu verlieben?

Cyrus: Es ist sehr interessant. Mein Vater und ich sagen immer, dass das Leben und die Kunst sich gegenseitig imitieren, und das ist für mich nie wahrer gewesen als bei diesem Film. Die Leute am Set wussten nicht, dass wir zusammen waren, weil wir super professionell sein wollten. Bevor wir uns gesagt haben, dass wir uns lieben, hatten unsere Charaktere im Film das schon gesagt, und bevor wir uns zum ersten Mal geküsst haben, gab es schon den ersten Kuss im Film. Wir mussten also alles noch einmal machen.

Als Ronnie im Film Wills Eltern kennenlernt, ist das eine sehr unangenehme und seltsame Situation. Hast Du Liams Eltern auch schon getroffen, und war es auch so seltsam?

Cyrus: Seine Familie ist sehr cool und meiner sehr ähnlich. Zum Glück ist seine Mutter nicht so wie Wills gemeine Mutter im Film. Dann hätte ich wahrscheinlich gesagt: «Es ist toll und ich liebe Dich und so, aber mit solchen Familien kann ich nicht umgehen.» Das hätte die Dinge schon schwieriger gemacht. Aber seine Familie ist sehr entspannt - und so ist Liam auch.

Mit der Rolle als Ronnie wolltest Du auch Deinem Hannah Montana-Image den Rücken kehren. Warum war Dir das so wichtig?

Cyrus: Ich wollte ihr nicht den Rücken kehren, aber ich wollte einen Wechsel. Ich mache die Show, seitdem ich elf Jahre alt war. Es ist schwierig, eine Show zu machen, die im Grunde unverändert bleibt. Du kannst nicht wirklich wachsen und dich entwickeln. Hannah ist im Grunde die Gleiche, die sie auch mit elf war. Es ist fast so, als sei man in einer Zeitspanne gefangen. Ich wollte eine Sache, die sich davon unterscheidet und einen weiteren Schritt machen, aber ich wollte auch wieder zurückgehen können. Nach dem Film und der Tour bin ich wieder Hannah Montana. Ich hab also beides. Aber es war wichtig für mich, mich einen Schritt davon zu entfernen - nur eine Sekunde - und einen richtigen Menschen auf der Leinwand zu spielen.

Einige Kritiker waren von dem Film nicht sonderlich begeistert. Gehen Dir negative Kritiken nahe?

Cyrus: Sie müssen kritisieren, weil sie Kritiker sind. Es ist ihr Job, zu sagen, was falsch ist. Es ist ja immer so. Ihr Job ist, das zu sagen, was die Leute hören wollen und die Leute wollen nicht unbedingt immer nur 100-prozentig positive Dinge hören. Aber so lange ich mit meiner Arbeit zufrieden bin, mache ich mir keinen Stress - und ich bin zufrieden.

Berührt der Film Dich selbst auch noch? Oder hast Du die Distanz?

Cyrus: Er macht mich traurig. Der Grund, warum ich das Drehbuch so liebe, ist, dass es so ziemlich das Leben meiner Mutter ist. Sie hat ihren Vater verloren, als sie 18 war, und hat so ziemlich das Gleiche durchgemacht wie Ronnie. Ich habe gefühlt, dass sie stolz auf mich ist, weil ich ihre Geschichte erzählt habe. Darum habe ich dann auch geweint - aber es war jetzt nicht unbedingt mein Auftritt, der mich traurig gemacht hat. Dabei denkt man dann ja doch eher an die witzigen Dinge, die am Set passiert sind.

Was waren denn das für Dinge?

Cyrus: Die emotionalste Szene in dem Film ist, als Ronnie ihren Vater im Krankenhaus sieht. Mein Handy-Klingelton zu der Zeit war Bob Marley's Don't worry - be happy. Nach einer Drehpause habe ich mein Handy unter das Kissen im Krankenhausbett gelegt und es da vergessen. Als es ganz dramatisch wurde und wir alle weinen sollten, klingelte es Don't worry about a thing (Mach Dir keine Sorgen um irgendwas) und alle fragten: «Wem gehört das Telefon?». Ich hab gesagt: «Keine Ahnung.»

Was hast Du noch mehr gemeinsam mit Ronnie?

Cyrus: Zuerst einmal kleiden wir uns sehr ähnlich ... Ich denke, ich bin nicht verschlossen, aber... Ich habe viele Freunde, aber nur wenige Menschen, denen ich vertraue. Und so ist sie auch. Sie ist so wütend auf alles und jeden, und manchmal fühle ich mich auch so. Aber bei ihr ist diese Wut stärker.

Warum hast Du Dich für die Rolle entschieden?

Cyrus: Ich habe mich vor allem für diesen Film entschieden, weil ich die Botschaft liebe. Es geht um Vergebung. Der einzige Grund, warum Menschen nicht vergeben können und anderen keine zweite Chance geben, ist ihr Stolz. So ist Ronnie. Sie ist sehr stolz - darum hört sie auf, Klavier zu spielen. Sie will nicht weinen und keine Emotionen zeigen. Die Menschen müssen wissen, dass zweite Chancen sehr wichtig sind. Du weißt nie, ob Du den Menschen wiedersiehst.

Kannst Du Dir einen anderen Beruf vorstellen als Schauspielerin oder Popstar?

Cyrus: Ich will wirklich weiter schauspielern und will das auch für den Rest meines Lebens tun.

Wusstest Du von Anfang an, dass es zwischen Dir und Liam eine besondere Chemie gibt?

Cyrus: Wir waren am Anfang beide sehr zurückhaltend. Auch wenn man das bei mir vielleicht nicht glaubt, dass ich auch mal ruhig sein kann. Wenn ich Menschen zum ersten Mal treffe, versuche ich immer, zurückhaltend zu sein, weil ich sonst schnell sehr aufgedreht werde. Ich hab sofort gedacht, dass er ein netter Typ ist, aber hätte nie gedacht, dass wir tatsächlich im richtigen Leben zusammenkommen. Ich dachte, wir könnten Freunde sein, hätte aber am Anfang nie gedacht, dass wir mehr als das sein könnten.

Miley Cyrus (* 23. November 1992 in Nashville, Tennessee als Destiny Hope Cyrus) ist eine US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin. Ihren Durchbruch verdankte sie der Fernsehserie Hannah Montana, in der sie Hannah Montana/Miley Stewart spielt. Am 29. April startet in den deutschen Kinos der Film Mit dir an meiner Seite, in dem Miley erstmals eine ernstere Rolle spielt.

car/news.de/dpa

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