Detlef Buck «Kambodscha ist perfekt für Plan B»

Detlef Buck hat mit seinem neuen Film Same Same But Different ein ergreifendes Drama um Gefühle, den Clash der Kulturen und HIV gedreht. Im Interview spricht er über die Dreharbeiten, Kambodscha und Liebe.

Detlef Buck (Foto)
Detlev Buck mit den Darstellern David Kross und Apinya Sakuljaroensuk beim Dreh. Bild: Delphi

Nachdem er lange Zeit vor allem wegen seiner Komödien bekannt war, hat sich der Regisseur, Produzent und Schauspieler Detlev Buck spätestens mit Knallhart auch im ernsten Fach etabliert. Mit Same Same But Different kommt am Donnerstag ein weiteres Drama ins Kino. Es erzählt eine moderne Liebesgeschichte, in der es vor allem um eines geht: Verantwortung.

Wieso trägt der Film den Titel Same Same But Different?

Buck: Same Same But Different ist ein bekanntes asiatisches Sprichwort. Es wird zum Beispiel für Reis verwendet. Reiskörner ähneln sich zwar, aber es gibt dennoch verschiedene Sorten, zum Beispiel langen und kurzen Reis. Für den Film haben wir den Titel gewählt, weil wir zeigen wollten, dass eine Liebesgeschichte erzählt wird - von denen es ja bekanntlich viele gibt -, aber eben eine ungewöhnliche.

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Wie spiegelt sich das Prinzip Same Same But Different im Film wider?

Buck: In visueller und inhaltlicher Hinsicht. Inhaltlich beispielsweise, weil meine Mutter meinen Vater vor 50 Jahren an einer Bar beim ersten Blick durch die Tür entdeckt hat. Sie erlebten ihren Magic Moment. Genau wie Sreykeo, die Ben an einer Bar in Phnom Phen beim Hereinkommen entdeckt und sie ihren Magic Moment zusammen erleben.

Was hat Sie so fasziniert an der Geschichte von Benjamin Prüfer?

Buck: Mich hat die exemplarische Liebesgeschichte daran interessiert, in der jemand sein Leben auf den Kopf stellt, weil er in eine Liebe hineingerutscht ist und plötzlich gar nicht mehr ohne den anderen leben kann. Es ist eine moderne Liebesgeschichte, wie sie vor 15 Jahren gar nicht hätte stattfinden können, weil zum Beispiel die Flüge zwischen Deutschland und Kambodscha viel zu teuer gewesen wären und es auch noch kein Internet gab.

«Same Same ...»: Über alle Grenzen hinweg
Video: Delphi

Haben Sie mal überlegt, wie Sie an Bens Stelle entschieden hätten?

Buck: Ja klar. Aber ich kann die Frage nicht beantworten.

Wie haben Sie Kambodscha empfunden?

Buck: Kambodscha ist different! Das Leben ist laut dort - es wimmelt überall von Menschen. Wenn man in Kambodscha war und dann nach Europa zurückkommt, merkt man, dass es hier sehr leer ist.

War das eine schöne Erfahrung?

Buck: Auf jeden Fall. Schön war vor allem, zu sehen, wie viel Bedeutung Familie dort hat. Kambodschaner sind nie alleine, in Europa braucht dagegen jedes Individuum so unendlich viel Freiraum. Deshalb gibt es auch weniger Kinder.

Gab es Schwierigkeiten beim Dreh?

Buck: Kambodscha ist ein perfektes Land für Plan B.

Sreykeo bittet Ben ein ums andere Mal um Geld. Da kommt man nicht umhin, sich zu fragen, ob sie nicht ein bisschen viel von ihm verlangt.

Buck: Erstmal muss man wissen, dass die Menschen in Kambodscha wirklich kein Geld haben. Da geht beispielsweise die ganze Familie Müll sammeln und verdient damit insgesamt sieben Dollar pro Tag. Davon abgesehen gibt es einfach Situationen, in denen man es nicht übel nimmt, wenn jemand nach Geld fragt. Vor allem in der Liebe finde ich das völlig normal, weil Liebe doch bedeutet, dass der eine etwas vom anderen will. Bei uns ist es doch das Gleiche. Liebe zwischen wirtschaftlich nicht Gleichgestellten ist mittlerweile doch eher die Regel als die Ausnahme.

Die Geschichte wird eigentlich chronologisch erzählt. Allerdings erfährt man gleich zu Beginn, dass Sreykeo HIV-positiv ist. Warum dieser Anfang?

Buck: Erstens möchte ich den Film nicht wie ein Reiseabenteuer beginnen lassen und zweitens legen wir damit das große Thema gleich auf den Tisch. Lovestory beginnt auch mit der Krise. Und darum geht es ja auch in dem Film. Krise stärkt Liebe.

bla/news.de/ddp

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