09.10.2019, 11.01 Uhr

Winterreifen: Alarmierend! DEKRA warnt Autofahrer vor zu wenig Profiltiefe

Bevor die Winterreifen bei Schnee und Matsch zum Einsatz kommen, sollte deren Zustand noch einmal überprüft werden. Die gesetzlichen Vorgaben für Mindestprofiltiefe sind zu lasch. Zu dieser Profiltiefe für Winterreifen raten Experten!

Jetzt sollten Autofahrer die Profiltiefe ihrer Winterreifen überprüfen. Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wer jetzt seine Winterreifen montieren will, prüft die Pneus besser vorher auf Beschädigungen wie Risse oder Beulen. Aber Vorsicht bei gebrauchten Reifen: Sie müssen auch noch genügend Profil haben. Doch wie viel ist noch genug?

Winterreifen-Profiltiefe: Gesetzliche Vorgaben zu lasch

Der Gesetzgeber in Deutschland schreibt für Reifen generell ein Mindestprofil von 1,6 Millimetern vor. Doch Experten halten das speziell bei Winterreifen für zu wenig. Die Prüforganisation Dekra rät, nicht mit weniger als mit vier Millimetern zu fahren. Um herauszufinden, wie viel Profil sie noch auf dem Reifen haben, gibt es verschiedene Methoden.

Reifen-Profil selber messen ganz einfach

Auf der einen Seite können Sie auf einen Profilmesser zurückgreifen. Ein kleines Messgerät, dass Sie schon für wenige Euro an jeder Tankstelle und in jeder Werkstatt bekommen können. Wer aber nur die Mindestprofiltiefe messen und sicherstellen möchte, kann auch eine Euro-Münze benutzen. Verschwindet der Messing-Rand der Münze im Profil ist der Reifen in der Regel noch benutzbar. Aber damit entsprechen Sie nur den Mindestvorschriften. Mehr Sicherheit bieten Reifen mit tieferem Profil.

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Mehr Grip nur mit ausreichend Profil auf dem Reifen

Nur mit genügend Profil kann der Reifen seine volle Leistung ausspielen. Besonders auf nassen Straßen, bei Aquaplaning und auf Schnee schwindet sie bei zu wenig Profil. "Auch der beste Reifen greift mit 1,6 Millimetern schlechter als mit vier Millimetern Profil", mahnt die Dekra. Denn der Schnee kann sich ins Profil setzen und es wirkungslos machen, wenn es zu flach ist. Regenwasser wiederum kann bei zu wenig Profil nicht ablaufen und staut sich vor dem Reifen, bis das Auto nicht mehr kontrollierbar ist.

Vorsicht im Ausland: Striktere Profi-Vorgaben für Autoreifen

Auch im Ausland kann zu geringe Profiltiefe Auswirkungen haben. In Österreich etwa dürfen Winterreifen nicht weniger als vier Millimeter aufweisen. Ansonsten drohen hohe Bußgelder, so die Experten der Dekra. Im Gegensatz dazu gibt es zum Beispiel in den Niederlanden keine allgemeine Winterreifenpflicht. Informieren Sie sich also, bevor Sie diesen Herbst oder Winter in den Urlaub starten.

Darum sind Winterreifen in Herbst und Winter sicherer als andere Reifen

Winterreifen unterscheiden sich unter anderem durch ein spezielles Profil von ihren sommerlichen Pendants. Es ist tiefer und hat schärfere Kanten. Das verbessert die Traktion und verkürzt auch in Gefahrensituationen die Bremswege. Auch ohne Schnee und Eis gibt es Vorteile, denn ihre besondere Gummimischung sorgt auch bei kaltem Wetter für gute Haftung. Sommerreifen tendieren bei niedrigen Temperaturen dazu, hart und brüchig zu werden. Bei einer Notfallbremsung könnte das Gummi reißen und ein Unfall ist quasi vorprogrammiert.

Wenn Sie sich Neureifen zulegen, können Sie in der Regel unbesorgt sein. Hersteller produzieren die Reifen meist nach den Regeln des strengsten Landes, in dem sie verkaufen wollen. So ist auch bei neuen Winterreifen das Profil meist 9 Millimeter tief. Aber auch Reifen mit anderen Profiltiefen werden verkauft, lassen Sie sich also am Besten von einem Fachhändler beraten. Bei gebrauchten Reifen sollte die Profiltiefe in jedem Fall an mehreren Stellen gemessen werden, bevor Sie sie aufziehen.

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luj/kum/news.de/dpa

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