Elektromobilität
So scheinheilig ist die Regierung in Sachen E-Mobilität

Eine Anfrage der "Linkspartei" hat gezeigt, wie es um die Elektromobilität der deutschen Bundesregierung bestellt ist: Obwohl diese stetig die Entwicklung von E-Autos als wegweisend preist, scheinen die einzelnen Bundesministerien sich zum Teil nur wenig um eine grüne, spritfreie Revolution des Autofahrens zu scheren - wie ein Blick auf ihre Dienstwagen zeigt.

Elektroautos sollen nach dem Willen der Bundesregierung schon bald Standard auf Deutschlands Straßen sein. Bild: dpa

Eine sogenannte "Kleine Anfrage" der Partei "Die Linke" an die Bundesregierung hat nun das bestätigt, was eigentlich schon immer klar war: Die Dienstfahrzeuge deutscher Politiker sind überwiegend hochpreisige, spritschluckende Luxuskarossen. Besonders prekär: Trotz des von der Bundesregierung ausgegebenen Ziels, die Anzahl von Elektroautos in Deutschland in den nächsten Jahren zu erhöhen, finden sich kaum strombetriebene Fahrzeuge in den einzelnen Bundesministerien.

Dominieren: Der BMW 7er, Audi A8 und Mercedes S-Klasse

Wie der "Focus" online aufzählt, sind Oberklasseautos wie die Mercedes S-Klasse oder der 7er BMW und der Audi A8 nach wie vor die beliebtesten Modelle deutscher Politiker. Aber auch die obere Mittelklasse (5er BMW oder Audi A6) werden durchaus häufig genutzt. Doch wer ist bereits elektrisch unterwegs und in welchem Umfang?

Mustergültig: Das Verkehrsministerium

Ganz weit vorne mit dabei in Sachen Elektromobilität ist laut der "Hitliste der Ministerien" von "Focus Online" natürlich das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur: Ganze 11 E-Autos werden hier regelmäßig genutzt. Dicht gefolgt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit 4 Elektroautos. Das Schlusslicht hingegen bildet das Bundesministerium der Finanzen mit gerade einmal einem E-Auto, dafür aber satten 12 geleasten Fahrzeugen der oberen Mittelklasse und 5 Oberklasseautos.

Drei Ministerien ganz ohne Stromer

Allerdings gibt es auch Ministerien, die gar keine Stromer fahren, so etwa dasjenige für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Bundesministerium der Verteidigung sowie zu guter Letzt der Bundesnachrichtendienst (BND). Letzterer verfügt über einen Fuhrpark mit rund 614 Fahrzeugen. Die Bundespolizei verfügt bereits über 24 Elektroautos, das Bundeskriminalamt (BKA) nur eines unter über 700 Fahrzeugen. Durch die Flüchtlingskrise sei der Fuhrpark des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) durch 200 Autos vergrößert worden (ursprünglich waren es lediglich 47). Die zusätzlichen Fahrzeuge würden für die "mobile Registierung" der Flüchtlinge benötigt.

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lid/saw/news.de

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