Von news.de-Redakteur - 11.03.2014, 11.12 Uhr

Geben Ärzte Schumi auf?: «Nur noch ein Wunder kann ihn retten»

Weltweit bangen die Sportfans auch neun Wochen nach Michael Schumachers schwerem Ski-Unfall um das Leben des Ex-Formel-1-Piloten. Offiziell befindet sich der Rekord-Weltmeister noch in der Aufwachphase. Britische Medien berichten derweil, dass die Ärzte Schumi aufgegeben haben.

Es ist die Nachricht, die Sportfans auf der ganzen Welt erschüttern würde, wenn sie denn korrekt wäre. Der britische «Telegraph» will in Erfahrung gebracht haben, dass es um Michael Schumachers Zustand weit aus schlimmer steht, als bisher angenommen.

Dem Blatt zufolge sollen die verantwortlichen Ärzte des Universitätsklinikums in Grenoble Familie von Michael Schumacher eröffnet haben, dass ihn «nur noch ein Wunder» retten kann.

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Gary Hartstein über Michael Schumachers Zustand: Kein Arzt spricht von Wundern

Wie glaubwürdig diese Meldung ist, bleibt abzuwarten, eine Bestätigung erfolgte (natürlich) nicht. Doch zumindest Gary Hartstein, selbst Professor für Anästhesie und ehemaliger Formel-1-Arzt, bezweifelt in seinem Blog ein solches Vorgehen. Er schreibt bezüglich der Meldung des «Telegraph»: «Kein Arzt, egal wie spirituell er sein mag, sagt, dass nur noch ein Wunder einem Patienten helfen kann. Das wäre keine brauchbare Information für die Angehörigen.» Viel mehr würden Ärzte im Allgemeinen solche schwammigen Aussagen vermeiden und klare Aussagen zum Zustand des Patienten bevorzugen. So soll der Interpretationsspielraum eingegrenzt werden.

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zurück Weiter Niki Lauda verunglückte 1976 beim Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring schwer. Er zog sich schlimmste Verbrennungen und Verätzungen der Lunge zu. (Foto) Foto: dpa/David Ebener Kamera

«Gazzetta dello Sport»: Schumacher reagiert auf Reize und Berührungen

Erst in der vergangenen Woche hatte es in der italienischen «Gazzetta dello Sport» Spekulationen darüber gegeben, dass Schumacher nicht mehr beatmet werden müsse und zudem auf Reize und Berührungen, wenn auch nur reflexhaft und unbewusst, von seiner Frau Corinna und seinen Kindern reagieren würde. Auch dazu gab es bisher keine Stellungnahme von Schumachers Managerin Kehm. Die betont gebetsmühlenartig, dass die behandelnden Ärzte des Universitätskrankenhauses von Grenoble Ende Januar damit begonnen haben, die Narkosemittel zu reduzieren und die Aufwachphase einzuleiten. «Wir sind uns dabei bewusst, dass die Aufwachphase lange dauern kann», hatte Kehm in einem Statement Mitte Februar bereits betont.

Schumis Familie betont: «Es gibt immer wieder kleine Anzeichen, die uns Mut machen»

Jetzt hat sich auch die Familie von Michael Schumacher an die Öffentlichkeit gewandt und ein Statement veröffentlicht, dass wilden Spekulationen einen Riegel vorschieben und gleichzeitig allen Fans Mut machen soll.

Das ist die Erklärung im Wortlaut: «Wir sind und bleiben zuversichtlich, dass Michael da durch gehen und aufwachen wird. Es gibt immer wieder kleine Anzeichen, die uns Mut machen. Aber wir wissen auch, dass wir geduldig sein müssen. Michael hat sich sehr ernste Verletzungen zugezogen. Das ist schwer zu begreifen für uns alle, auch weil es eine so banale Situation war, in der Michael verunglückte, nachdem er zuvor so viele brenzlige Situationen überstanden hatte. Es war von Anfang an klar, dass dies ein langer und schwerer Kampf sein wird. Wir kämpfen ihn gemeinsam mit dem Ärzteteam, dem wir vertrauen. Die Dauer spielt für uns keine Rolle. Es tut gut zu sehen, wie viel Anteilnahme seiner Familie entgegen gebracht wird, und ich darf sagen, dass sie wirklich dankbar dafür ist. Aber man darf nicht vergessen, dass dies eine sehr intime und auch fragile Angelegenheit für Michaels Familie ist. Und dass Michael ein Mann ist, der sein Privatleben und seine Familie in all den Jahren aus der Öffentlichkeit heraus gehalten und konsequent geschützt hat. Wir versuchen, alle Energien, die wir haben, Michael zukommen zu lassen. Wir alle glauben fest daran, dass dies Michael hilft und er auch diesen Kampf gewinnen wird.»

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