Wintersaison Sicher unterwegs ohne Bußgeldfallen

Richtig heizen
Warm und sicher
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Von Benjamin Palm
Die Temperaturen fallen, nebelfeuchte Luft sorgt im morgendlichen Halbdunkel für schlechte Sicht - der Winter macht sich in Deutschland breit. Worauf Autofahrer jetzt achten müssen und wann Ärger mit der Polizei droht, zeigt news.de.

«Überfrierende Nässe ist besonders gefährlich, weil der Fahrer sie auf den ersten Blick kaum sieht», warnt Hans-Ulrich Sander vom TÜV Rheinland. Autofahrer sollten deshalb im Winter mehr Zeit einplanen.

Nach einer eiskalten Nacht muss der Laternenparker schon vor Fahrtbeginn aktiv werden: «Sämtliche Fahrzeugscheiben müssen komplett von Eis und Schnee befreit werden - dies schreibt Paragraph 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) vor», erklärt Anja Smetanin vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Ein Guckloch in der Frontscheibe reiche nicht aus. «Wer es morgens eilig hat und nur ein Loch frei kratzt, muss mit einem Bußgeld rechnen.» Bei einem Unfall drohten sogar noch höhere Strafen, oftmals werde ihm zudem eine Mitschuld zugesprochen.

Autofahrer sollten deshalb alle Scheiben von Schnee und Eis befreien, genauso wie Außenspiegel, Lichter, Nummernschilder und das Dach. Die Expertin rät zum Eiskratzer, doch «auch Sprüh-Enteiser funktionieren, solange das Eis auf der Scheibe nicht zu dick ist». Tabu ist dagegen heißes Wasser. «Es ist nutzlos und gefährlich», sagt Smetanin. Durch den plötzlichen Temperaturanstieg könne das Glas reißen, außerdem bilde sich beim Abkühlen wieder Eis. Wer sich das Freikatzen sparen will, kann die Scheiben abends abdecken oder über die Anschaffung einer Standheizung nachdenken.

Ordnungswidrigkeit: Motor warm laufen lassen

Unzulässig ist es, den Motor während des Eiskratzens zu starten. «Das schadet nicht nur der Umwelt, dem Motor und dem eigenen Geldbeutel, sondern wird als Ordnungswidrigkeit gehandhabt», erklärt die VCD-Expertin. Das Aggregat werde beim Warmlaufen unnötig strapaziert, ohne dass es tatsächlich auf Betriebstemperatur komme. Kraftfahrzeugexperte Sander empfiehlt deshalb: «Man sollte gleich losfahren, dabei Vollgas vermeiden und zunächst im unteren und mittleren Drehzahlbereich fahren bis der Motor die Betriebstemperatur erreicht hat.»

Pneus wechseln
So klappt's mit den Winterreifen
So klappt's mit den Winterreifen (Foto) Zur Fotostrecke

Nicht selten können Autofahrer ihr Fahrzeug im Winter nicht starten. Wie die Pannenstatistiken der Autoclubs zeigen, streiken Batterien in der kalten Jahreszeit besonders oft. Wer nur kurze Strecken im Stadtverkehr fahre und viele elektrische Verbraucher wie Licht, Sitzheizung und Heckscheibenheizung nutze, schwäche die Batterie zusätzlich, erklärt Sander. Mithilfe eines zweiten Fahrzeugs könne die streikende Batterie vorerst überbrückt werden. «Anschließend sollte der Fahrer sein Auto in die Werkstatt bringen und überprüfen lassen, warum die Batterie gestreikt hat», rät der TÜV-Experte.

Brücken im Winter besonders gefährlich für Autofahrer

Ist das Auto eisfrei und läuft der Motor, kann die Fahrt losgehen. «Die Geschwindigkeit ist den Witterungsbedingungen anzupassen», mahnt Sander. Bei Schnee und Eis heißt das also, Tempo reduzieren und Abstand zum Vordermann vergrößern. An Windschneisen und Brücken könnte es Glätte geben. «In der Regel machen Verkehrsschilder auf die Gefahrenstellen aufmerksam.» Voraussetzung für eine sichere Fahrt sei neben einer umsichtigen Fahrweise die richtige Bereifung. «Gesetzlich vorgeschrieben sind zwar nur 1,6 Millimeter, aber Winterreifen mit weniger als vier Millimetern Profiltiefe sind eigentlich nicht mehr wintertauglich», weiß Sander. Autofahrer sollten dies also überprüfen und rechtzeitig auf neue Pneus wechseln.

Kommt das Fahrzeug dennoch ins Rutschen, sollte der Fahrer keine ruckartigen Lenkbewegungen machen und bremsen. «Ist das Fahrzeug mit ABS ausgerüstet, bleibt die Lenkfähigkeit des Fahrzeuges erhalten, obwohl das Bremspedal bis zum Fahrzeugstillstand so fest wie möglich getreten wird», erklärt der Kraftfahrzeugexperte. Autofahrer sollten jedoch den längeren Bremsweg bedenken. «Auf Schnee ist der Bremsweg bis zu dreimal, auf Eis bis zu achtmal so lang», erinnert Smetanin vom VCD. Bremsmanöver sollten deshalb nicht zu spät eingeleitet werden. Bei einem Unfall oder einem liegen gebliebenen Auto ist die Warnblinkanlage einzuschalten, die Warnweste anzuziehen und das Warndreieck aufzustellen.

ham/loc/news.de/dapd

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Klaus S
  • Kommentar 2
  • 28.01.2013 21:03

Muss den alles immer irgendwo stehen.Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit mein Fahrzeug komplett vom Schnee und Eis zu befreien.Möchte beim Bremsmanöver nicht unbedingt im Dunkeln sitzen und womöglich noch auffahren.Oder andere werden vom Schnee und Eis getroffen.

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  • Olli
  • Kommentar 1
  • 23.11.2012 18:19

wo steht das mit dem dach? - in §23 sicher nicht: "Der Fahrzeugführer ist dafür verantwortlich, daß seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden. Er muß dafür sorgen, daß das Fahrzeug, der Zug, das Gespann sowie die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind und daß die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung oder die Besetzung nicht leidet. Er muß auch dafür sorgen, daß die vorgeschriebenen Kennzeichen stets gut lesbar sind."

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