Der Mini-Insignia Die neue Opel-Astra-Limousine

Jetzt kommen auch die deutschen Opel-Fans in den Genuss des Stufenheck-Astras. Dazu spendiert Opel den sportlicheren Vertretern der Astra-Familie einen potenten Bi-Turbo-Diesel.

Der Mini-Insignia (Foto)
Astra 2013 Bild: pi

Wie sich die Zeiten doch ändern. Bisher war die Astra-Limousine nur den zentral- und osteuropäischen Ländern vorbehalten. Schließlich ist Russland einer der wichtigsten Zukunftsmärkte der Rüsselsheimer: 75 Prozent der Limousine sollen nach Zentral- und Osteuropa gehen. Kein Wunder, dass das aktuelle Stufenheck-Modell von Opels Golfgegner vor wenigen Tagen auf der Moskau-Motorshow vorgestellt wurde. Doch jetzt kommen auch die deutschen Kunden in den Genuss der familienfreundlichen Limousine. Doch die Nachfrage dürfte hierzulande eher gering sein. Opel rechnet etwa mit fünf Prozent Marktanteil.

Auf den ersten Blick wirkt der Stufenheck-Astra mit dem runden nach hinten stark abfallenden Dach wie ein Mini-Insginia. Hier kann auch schon klaustrophobischen Naturen Entwarnung gegeben werden. Selbst großgewachsene Menschen über 1,85 Meter haben hinten genug Kopffreiheit. Das Gleiche gilt für die Beinfreiheit. Schließlich ist der Radstand mit 2,68 Metern identisch zu dem Rest der Familie. Bei der Länge siedelt sich die Limousine zwischen dem Fünftürer (14 cm länger) und dem Sportstourer (vier Zentimeter kürzer) an. Unterschiede gibt es bei der Sitzposition. Hinter dem Lenkrad thront man spürbar höher als beim GTC-Modell. Der Innenraum und das Bedienkonzept mit der etwas überladenen Mittelkonsole ist identisch und die Verarbeitungsqualität in Ordnung.

Der Mini-Insignia: Die neue Opel-Astra-Limousine

Im Detail offenbaren sich allerdings kleinere Schwächen. Der Kofferraum lässt sich nur per Fernbedienung und durch einen Knopf auf der Mittelkonsole öffnen und schnellt automatisch hoch. Eine Griffmulde sucht man vergebens. Die untere Seite der Hutablage ist nicht verkleidet und die Ladekante einen Schuss zu hoch. Außerdem muss man das Gepäck über einen relativ hohen Absatz in den Kofferraum wuchten. Der ist mit 460 Liter Fassungsvermögen durchaus brauchbar. Legt man die teilbare Rückbank um, werden sogar 1.010 Liter daraus (beladen bis zur Hutablage). Allerdings hat der Ladeboden dann eine Kante. Was die Assistenzsysteme angeht, schließt der Astra die Lücke zum Insignia: verbesserte Versionen des Verkehrsschildwarners, des Spurassistenten inklusive Toter-Winkel-Warner sind gegen Aufpreis erhältlich. Ab Herbst gibt es einen radarbasierten Abstandswarner, der den Fahrer mit einem Bremseingriff unterstützt.

Das komfortable, aber dennoch einigermaßen dynamische Fahrgefühl mit der etwas synthetisch wirkenden Lenkung hat sich nicht verändert. Der knurrige etwas lethargische 130-PS-Diesel verlangt nach fleißiger Schaltarbeit. Aber auch da verspricht Opel Abhilfe: Bereits nächstes Jahr wird es eine neue Generation von modernen Selbstzündern geben. Beim GTC, dem Fünftürer und dem Sportstourer sind die modernen Dieselzeiten schon angebrochen. Das aus dem Insignia bekannte Bi-Turbo-Triebwerk knallt 195 PS auf die Kette und hat ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter. Da bereits bei 1.250 Umdrehungen 320 Newtonmeter bereitstehen, lässt sich der Astra damit entspannt und schaltfaul bewegen. Das wird durch einen kleinen und einen großen Turbolader erreicht. Im Gegensatz zum Insignia befinden sich die Ladeluftkühler für die beiden Turbinen in einem Kasten, sind aber getrennt - eine Folge des knapper bemessenen Motorraum des Astras.

Das Triebwerk ist kultiviert, aber dennoch präsent. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 226 km/h und der Verbrauch 5,1 l/100 km (GTC 4,9 Liter). Über die Preise schweigt sich Opel noch aus. Allerdings ist davon auszugehen, dass der technisch aufwendigere Turbo mehr kosten wird, als die 24.590 Euro, die Opel für den bisherigen 165-PS-Top-Diesel aufgerufen hat. Die Limousine startet mit dem 100-PS-1,4-Liter-Benziner bei 18.720 Euro. Dafür gibt es ESP, sechs Airbags, eine manuelle Klimaanlage. Der 1,7-l-CDTI beginnt bei 23.815 Euro. Wer ein CD-Radio und Parkpiepser haben will, muss noch 1.315 Euro drauflegen.

pi/news.de

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