Leichtes Spiel Audi A3 1.6 TDI

Bei Audi heißt es wieder "Schöner Golfen". Der neue A3 kommt im Sommer auf den Markt. Billig ist er nicht, aber ein mit viel Liebe zum Detail konstruiertes Auto mit gutem Platzangebot. Die erste Ausfahrt klärt, ob der Wagen auch auf der Straße überzeugt.

Leichtes Spiel (Foto)
Audi A3 (ab 2012) Bild: pi

Bescheidenheit ist keine Zier bei Audi. "Dieses Auto ist jetzt in der Oberklasse angekommen", sagt Marketing-Mann Heiko Pabst von Ohain. Ob Navigationssystem mit Online-Funktionen, LED-Scheinwerfer oder Hightech-Assistenzsysteme - vieles was bislang dem A6 oder A8 vorbehalten war, holt Audi mit dem neuen A3 in die Kompaktklasse.

4,15 Meter in der Länge maß die erste Generation (1996 bis 2003), über 4,24 Meter erstreckt sich das neue Modell. Wichtiger als das Längenwachstum ist die Schlankheitskur. 80 kg weniger als die zweite Generation (2003 bis 2012) bringt der leer 1174 kg schwere Dreitürer auf die Waage. "Der neue A3 ist wieder so leicht wie die erste Generation", sagt A3-Projektmanager Markus Jeschke. Abgespeckt wurde zum Beispiel am Motor (minus 15 kg), an der Fahrgastzelle (minus 25 kg) und an der Motorhaube (minus 7 kg) - sie besteht aus Aluminium.

Leichtes Spiel: Audi A3 1.6 TDI

Der Kofferraum wuchs im Vergleich zum Vorgänger um mehr als 80 Liter auf 365 Liter. Der Schließzapfen ist unter einer Klappe verborgen. Bei anderen Autos dieser Klasse ragt er einfach in den Kofferraum. Die A3-Motorhaube schwingt sanft nach oben und wird von einem Gasdruckdämpfer offen gehalten. Es sind solche Details, die den Audi über das Niveau vieler anderer Kompakter hinaus heben - was man bei Preisen ab 21.600 Euro freilich auch erwarten darf.

Der Dreitürer bietet vorn viel Platz. Auch im Fond kann man es aushalten, nachdem man sich an den Vordersitzen vorbei gewürgt hat. Die Sitzpolster sind straff und bequem. Die Verarbeitung ist tadellos und das Cockpit-Ambiente hochwertig.

Zur Markteinführung gibt es zwei Benzinmotoren und einen Diesel. Der 22.500 Euro teure 1.4 TFSI leistet 122 PS (90 kW) und erzielt einen Durchschnittsverbrauch von 5,2 Litern pro 100 km (Werksangabe). Das Top-Modell, jedenfalls solange es den S3 noch nicht gibt, ist der 27.800 Euro teure 1.8 TFSI (180 PS / 132 kW, Verbrauch 5,6 Liter). Der Selbstzünder 2.0 TDI (26.300 Euro) leistet 150 PS / 110 kW und schluckt im Schnitt 4,1 Liter. Später folgen der 1.2 TFSI mit 105 PS für 21.600 Euro und der 1.4 TFSI mit 140 PS. Die Modelle 1.8 TFSI und 2.0 TDI gibt es auch in Verbindung mit Allradantrieb. 2013 erscheint zudem der A3 TCNG, er tankt Erdgas.

Noch in diesem Jahr folgt der neu entwickelte 1.6 TDI mit 105 PS / 77 kW, der einen Verbrauch von 3,8 Litern erzielt. Das schaffte der 1.6 TDI im Vorgängermodell zwar auch, der neue Motor hat aber ein Getriebe mit sechs statt fünf Gängen und kommt ohne spezielle Sparmaßnahmen aus. Außerdem gibt es keine Ausstattungsrestriktionen mehr. Vor allem das neue Getriebe hilft dem Wagen auf die Sprünge: War der alte Spar-Diesel noch zäh, holt der neue mühelos das Maximale aus seinen 105 PS heraus. Der Motor ist spritzig und drehfreudig, starken Schub entwickelt er besonders im dritten Gang. Im direkten Vergleich mit dem hubraumstärkeren 150 PS-Diesel wirkt der 1.6 kaum schwächer, erst bei höherem Tempo wird der Unterschied deutlich spürbar.

Einen guten Kompromiss zwischen Leistung und Verbrauch stellt der 1.4 TFSI mit 140 PS dar. Der agile Turbobenziner hängt ausgezeichnet am Gas, sowohl das Sechsgang-Schaltgetriebe als auch die automatische Siebengang S-tronic können überzeugen. Das gilt auch für das Fahrwerk des A3. Es ist nicht zu hart und dennoch fast sportlich-straff, abgesehen von kurzen Querfugen schluckt die Federung alles klaglos weg. Die Lenkung ist direkt, die Traktion des Wagens dank der serienmäßigen elektronischen Quersperre an der Vorderachse ausgezeichnet.Nicht wirklich nötig ist das System Drive Select, das in den Modi Effizienz, Komfort, Dynamisch und Individuell unter anderem Lenkmoment, Gasannahme und Dämpfer verändert. Die Unterschiede fallen in der Praxis kaum ins Gewicht. Wer gern Kurven räubert, sollte sich einfach das Sportfahrwerk bestellen.

Das vorläufige Basismodell A3 1.4 TFSI Attraction (122 PS) kostet 22.500 Euro. Zum Vergleich: Der viertürige BMW 116i (136 PS) ist ab 23.850 Euro zu haben, der VW Golf 1.4 TSI (122 PS) ab 21.575 Euro, der Alfa Romeo Giulietta 1.4 TB (120 PS) ab 19.950 Euro und der Volvo C30 (145 PS) ab 22.650 Euro.Zur Serienausstattung des Audi zählen unter anderem Klimaanlage, CD-Radio und Start-Stopp-Automatik. Luft nach oben gibt es reichlich. Zu den Optionen zählen Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht (1270 Euro), Navigationssystem (ab 1160 Euro), Spurwechselwarner (600 Euro) oder Abstandsregeltempomat mit Kollisionswarnung (560 Euro). 620 Euro kostet die "Phone Box" in der Mittelkonsole. Per Bluetooth-Verbindung nimmt das Handy Kontakt zur Koppelantenne des Autos auf. Das Signal beim Freisprechen wird dadurch verstärkt und die Sendeleistung vervierfacht.

pi/news.de

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