Reifen testen Immer dieser Druck

Bei der Wartung des Autos kommt der Check des richtigen Reifendrucks oft zu kurz. Dabei bietet der viele Vorteile: mehr Sicherheit, weniger Verbrauch und damit weniger CO2-Ausstoß sowie einen geringeren Verschleiß.

Auf den Reifendruck achten (Foto)
Der richtige Reifendruck bietet viele Vorteile, unter anderem mehr Sicherheit und weniger Verbrauch. Bild: dpa

Bei der Frühlingsinspektion widmen viele Autofahrer dem richtigen Reifendruck zu wenig Aufmerksamkeit. Darauf macht der TÜV Süd in München aufmerksam. Dagegen haben Fahrer mit einem Reifendruckkontrollsystem, das ab November Pflicht für alle Neufahrzeuge ist, alles im Griff. Wer ohne die moderne Elektronik auskommen muss, sollte regelmäßig den Luftdruck der Pneus prüfen, empfehlen die TÜV-Fachleute.

Der Mehrverbrauch durch zu wenig Druck auf den Reifen liegt nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) bei bis zu zehn Prozent. Erfahrungsgemäß sind bis zu 30 Prozent der Fahrzeuge mit zu geringem Fülldruck unterwegs. Bei den aktuellen Benzinpreisen ließe sich somit Geld sparen.

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Die Experten vom TÜV Süd raten, den Reifendruck des Autos mindestens monatlich zu kontrollieren. In der Übergangszeit zwischen den Jahreszeiten sei sogar die wöchentliche Kontrolle ratsam. «Vor allem in Jahreszeiten mit starken Temperaturschwankungen wie im Winter droht Druckverlust durch kalte Umgebungsbedingungen. Häufiger messen bedeutet da ein echtes Sicherheitsplus», sagt Michael Staude vom TÜV Süd.

Zu wenig Druck kostet Sicherheit und steigert Verbrauch

Für Autoreifen ist der richtige Fülldruck in der Betriebsanleitung und auf der Innenseite von Tankklappe oder Tür vermerkt. Weil fast alle Autos mit verschiedenen Reifengrößen gefahren werden dürfen, gibt es oft unterschiedliche Werte für die einzelnen Dimensionen. Einige Autohersteller geben den Druck in Kilopascal (kPa) an. Die Umrechnung in das gebräuchliche Bar ist einfach: 100 kPa entsprechen einem Bar.

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Video: dapd

Alle Reifendruckwerte gelten für kalte Reifen. Schon Fahrten von weniger als zehn Kilometern erwärmen die Pneus. Deshalb darf dann keinesfalls Luft abgelassen werden. Autofahrer sollten also genau messen und die Herstellerangaben einhalten. «Schon 0,2 Bar zu geringer Druck schluckt im Stadtverkehr bis zu fünf Prozent Sprit. 0,5 Bar können einen Liter pro 100 Kilometer kosten und zudem die Sicherheit bei höheren Geschwindigkeiten gefährden», sagt Fachmann Staude.

Kurzfristig 0,2 bis 0,3 Bar mehr schadeten keinesfalls. Sehr viel höhere Werte beeinflussten wiederum die Fahreigenschaften negativ, und die Reifen verschleißen ungleichmäßig. Außerdem verlängere sich der Bremsweg, und die Traktion sei verändert. Bei ständig zu hohem Reifendruck drohe der schnellere Verschleiß des Fahrwerks.

«Wesentlich umfangreicher sind allerdings die Nachteile von zu geringem Luftdruck bis hin zu Überhitzen, Strukturschädigung und Brandgefahr. Außerdem ist der Kraftstoffverbrauch erhöht», warnt der Fachmann. Auch leide bei zu wenig Luft das Fahrwerk. Staude sagt: «Die negativen Auswirkungen zusammengefasst von einem Markenreifenhersteller: Bei 20 Prozent zu wenig Luftdruck sinkt die Laufleistung des Reifens um mehr als 25 Prozent, bei weniger als 30 Prozent hält der Reifen nur noch halb so lang.»

Reifengase bringen keine Vorteile

Wer sein Auto stark belädt oder sämtliche Sitzplätze auf längerer Strecke ausnutzt, muss den Reifendruck erhöhen. Danach sollte das Absenken auf Normaldruck bei kalten Reifen nicht vergessen werden.

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Von einem Wechsel von Luft auf Gas raten die Fachleute ab. «Werkstätten bieten mitunter spezielle Reifenfüllgase an und versprechen dabei auch physikalisch nicht nachvollziehbare Vorteile», sagt Staude. Das Geld könnten sich Autofahrer sparen. Die Reifenindustrie und der TÜV Süd seien der Meinung, dass Luft völlig ausreiche.

sca/ham/news.de/dapd

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