Verkehr Unfall im Tunnel: SOS-Telefone nutzen und Platz machen

Unfall im Tunnel: SOS-Telefone nutzen und Platz machen (Foto)
Unfall im Tunnel: SOS-Telefone nutzen und Platz machen Bild: dpa

München - Unfälle in Tunneln wie das Busunglück in der Schweiz haben oft verheerende Auswirkungen: In den engen Röhren passieren leicht Folgeunfälle, die Rettungsarbeiten sind schwierig.

Autofahrer sollten wissen, wie sie sich in Notfällen richtig verhalten.

Ereignet sich ein Unfall in einer Tunnelröhre, sollten Autofahrer wissen, wie sie richtig reagieren, um die Situation nicht noch zu verschlimmern. Der ADAC-Tunnelexperte Nicolas Adunka erklärt, was zu beachten ist:

Notruf absetzen: Hilfe sollte grundsätzlich über die Notfalltelefone an den Tunnelwänden gerufen werden und nicht über das eigene Handy. Die SOS-Telefone übermitteln automatisch wichtige Daten wie den genauen Standort des Anrufers an die Retter.

Erste Hilfe leisten: Direkt nach dem Notruf sollten Unfallzeugen damit beginnen, Verletzten Erste Hilfe zu leisten. Außerdem sollten sie auf Lautsprecherdurchsagen achten.

In Sicherheit bringen: Sobald ein Fahrzeug in einem Tunnel in Brand gerät, sollten sich Autofahrer so schnell es geht in Sicherheit bringen - weg von Flammen und Rauch. Leuchtende Markierungen und Schilder weisen die kürzesten Fluchtwege aus einer Röhre.

Nothaltebucht benutzen: Wer in einem Tunnel eine Panne hat, sollte seinen Wagen möglichst weit rechts neben dem Fahrbahnrand - am besten in einer Nothaltebucht - mit ausgeschaltetem Motor und eingeschaltetem Warnblinker abstellen. Vor dem Aussteigen gilt es, eine Warnweste anzulegen, die für solche Fälle am besten unter dem Sitz deponiert wird.

Platz machen: Stauen sich vor einer Unfallstelle Autos, sollten Fahrer Platz für Einsatzfahrzeuge machen. Dazu halten sie am besten ebenfalls so nah wie möglich an der Tunnelwand.

Schlüssel steckenlassen: Wer aus einem Tunnel flüchten muss, lässt am besten in seinem Auto den Schlüssel stecken. So können Rettungskräfte leichter störende Fahrzeuge beiseiteschaffen.

Auf Tempolimits achten: Autofahrer sollten in Tunneln Tempolimits besonders ernst nehmen und grundsätzlich etwas mehr Abstand zum Vordermann einhalten als üblich, um vor einem Unfall oder liegengebliebenen Auto rechtzeitig abbremsen zu können. Für den üblichen Abstand gilt die Faustformel: halber Tachowert in Metern. Im Tunnel sollte die Distanz bei Tempo 80 also mehr als 40 Meter betragen.

In Reisebussen gilt die Gurtpflicht

Passagiere in Reisebussen müssen sich anschnallen, wenn sie an ihrem Sitzplatz einen Sicherheitsgurt vorfinden. Darauf weist Frank Volk vom TÜV Süd hin. Seit 1999 müssen in Deutschland alle neu ausgelieferten Reisebusse auf jedem Platz einen Gurt haben. Linienbusse sind ausgenommen. EU-weit gilt diese Regelung seit Februar 2005. Für ältere Fahrzeuge, die noch im Einsatz sind, gibt es laut Volk jedoch keine Nachrüstpflicht.

Der Busfahrer müsse die Fahrgäste auf die Gurtpflicht hinweisen, er könne aber niemanden zwingen, sich anzuschnallen, erklärt Volk. Es liegt also in der Verantwortung des Reisenden, sich vorschriftsmäßig zu sichern. Wer sich nicht daran hält, hat einerseits ein erhöhtes Risiko, bei einem Unfall verletzt zu werden. Andererseits könne er außerdem Probleme mit der Versicherung bekommen, betont Volk.

news.de/dpa

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