Wohnmobil & Caravan Schlingerkurs muss nicht sein

Sicheres Fahren mit einem Wohnmobil will geübt sein. Das Fahrgefühl erinnert eher an einen kleinen Lkw als an den gewohnten Kleinwagen. Da gilt es einige Dinge zu beachten, um sicher über die Straßen und durch den Urlaub zu kommen.

Wohnmobil (Foto)
Wer seinen Urlaub im Wohnmobil oder Caravan verbringen will, sollte sich auf Besonderheiten beim Fahren einstellen. Bild: dpa

«Mit wenigen hilfreichen Tricks und einer umsichtigen Fahrweise lässt sich eine Gefahrensituation frühzeitig erkennen und eine Eskalation der Ereignisse verhindern», sagt Christian Buric vom ADAC in München. Um gut vorbereitet zu sein, nutzten viele Autofahrer die Osterferien als Schnupperkurs für einen Urlaub mit einem Wohnmobil oder Wohnwagen.

Für eine sichere Ferienfahrt sollten die Vorbereitungen rechtzeitig beginnen. Neben Reise- und Routenplanung heißt es, die eigenen Fahrkenntnisse auf Vordermann zu bringen. «Denn mit einem Wohnmobil oder mit dem Wohnwagen im Schlepptau fährt es sich anders als mit dem vertrauten Pkw», sagt Roland Frisch, Chefinstruktor des österreichischen Automobilklubs ÖAMTC. Ganz gleich ob Kurvenfahren, Bergab- und Bergauffahren oder Rangieren - nur mit Übung sei man sicher unterwegs.

Wohnmobil und Caravan: Spießer im Trend

Gefahr bei starkem Wind

Insbesondere, wer das erste Mal mit einem Wohnmobil oder Caravan unterwegs ist, müsse sich auf ein anderes Fahrverhalten einstellen. «Durch das höhere Gewicht eines beladenen Wohnmobils oder eines Anhängers werden die Beschleunigungsphase und der Bremsweg länger. Daher sollte man genügend Abstand halten», sagt Frisch und empfiehlt den halben Tachometerwert in Metern als Richtwert. Überholmanöver müssten aufgrund der schlechteren Beschleunigung gut abgewogen werden.

Ein Wohnmobil entspricht im Fahrverhalten eher einem Klein-Lkw als einem Pkw. «Der Schwerpunkt ist höher. Daher sind nur geringe Kurvengeschwindigkeiten möglich, sonst kann das Fahrzeug kippen», warnt Frisch.

Durch den höheren Schwerpunkt bieten Wohnmobile und Wohnwagengespann bei Wind eine größere Angriffsfläche. «Das Fahrzeug kann bei einem Sturm leicht um einige Meter versetzt werden, oder es beginnt zu pendeln. Bei starkem Wind kann sich der Wohnwagen aufschaukeln. Da muss sofort die Geschwindigkeit reduziert werden», sagt der ÖAMTC-Experte. Das Pendeln des Anhängers kann auch durch Spurrillen, die Sogwirkung beim Überholen oder falsche Beladung ausgelöst werden. Ein Sicherheitsplus bieten beispielsweise Anhängerstabilitätsprogramme und Schlingerkupplung.

Vor dem Urlaub zum Fahrtraining

«Um sich mit dem Fahrgefühl vertraut zu machen, sollte man rechtzeitig vor Reisebeginn ein Sicherheitstraining für Reisemobile absolvieren», empfiehlt ADAC-Fachmann Buric. «Wenn der Anhänger zu pendeln beginnt oder wenn man eine Notbremsung machen muss, hat man keine Zeit zu überlegen. Dann muss die richtige Reaktion automatisch ablaufen», stimmt Frisch zu. Solche Trainingseinheiten werden unter anderem von Wohnmobilherstellern oder Automobilklubs angeboten.

Zu den Trainingseinheiten für Gespannfahrer gehören üblicherweise Übungen wie Rangieren und Einparken, Rückwärtsfahren (S-Kurve) und Bremsen auf nasser Ebene. Beim Reisemobil-Training gilt es den Slalom-Parcours und die bewässerte Kreisfläche zu meistern, ebenso das Bremsen auf glatter Fahrbahn. «Solche Übungen sollten am besten mit dem Fahrzeug absolviert werden, mit dem man später auch unterwegs sein will, schließlich gilt es dessen spezielle Fahreigenschaften später im öffentlichen Verkehr zu beherrschen», sagt Buric.

kat/sca/rzf/news.de/dapd

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