Hersteller Diese Autos nutzen das umstrittene Kältemittel 1234yf

Berlin (dpa/tmn) - In diesem Jahr kommen die ersten Autos in den Handel, deren Klimaanlagen mit dem umstrittenen Kältemittel 1234yf befüllt werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verrät, welche Modelle das sind.

Diese Autos nutzen das umstrittene Kältemittel 1234yf (Foto)
Diese Autos nutzen das umstrittene Kältemittel 1234yf Bild: dpa

Berlin (dpa/tmn) - In diesem Jahr kommen die ersten Autos in den Handel, deren Klimaanlagen mit dem umstrittenen Kältemittel 1234yf befüllt werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verrät, welche Modelle das sind.

Autoklimaanlagen bergen nach Einschätzung der DUH weiterhin unabwägbare Gefahren: Das neue chemische Kältemittel 1234yf - von der Autoindustrie als Nachfolger des klimaschädlichen Mittels R 134a favorisiert - sei leicht entflammbar und setze bei der Verbrennung hochgiftige Flusssäure frei, warnte die DUH am Mittwoch (15. Februar) in Berlin. Nach einem Autounfall oder Motorbrand könnten somit Unfallopfer, aber auch Helfer in Gefahr geraten.

Dennoch darf die Chemikalie als Ersatz für das bisher gängige Kältemittel R134a eingesetzt werden, das wegen seiner extrem klimaschädigenden Eigenschaften nach EU-Vorgaben inzwischen unzulässig ist. 234yf wird laut DUH im Hyundai i30 und ix45, Kia C'eed, Renault Zoe, den Subaru-Modellen XV und Impreza sowie dem Toyota Prius Plus verwendet.

Die Klimaanlagen aller Fahrzeugmodelle, die nach dem 1. Januar 2011 eine EG-Typgenehmigung bekommen haben, müssen mit Kältemitteln befüllt werden, die ein Treibhauspotenzial (Global Warming Potential) von 150 GWP nicht überschreiten. Das bedeutet, sie dürfen nicht mehr als 150-mal klimaschädlicher sein als Kohlendioxid (CO2) mit einem GWP-Wert von 1, erläutert Eva Lauer von der DUH.

Das Treibhauspotenzial des alten Mittels R134a liegt laut Lauer mit 1430 GWP deutlich über dem Grenzwert, das von 1234yf mit 4 GWP deutlich darunter. Als Kältemittel für Autoklimaanlagen eignet sich unter anderem auch CO2, zu dessen Verwendung die DUH die Automobilindustrie auffordert.

Den EU-Vorgaben nach müsste die aktuelle Mercedes B-Klasse, die es seit Ende 2011 zu kaufen gibt, bereits ein neues Kältemittel an Bord haben. Sie wird laut dem Hersteller zurzeit noch mit R134a befüllt, da die Zulieferer das Kältemittel 1234yf bisher nicht in ausreichender Menge liefern konnten. Das Klimasystem der B-Klasse sei auf den Einsatz von 1234yf vorbereitet und werde damit standardmäßig befüllt, sobald die Chemikalie verfügbar ist. Auch im neuen Mercedes SL, der im Frühjahr in den Handel kommen soll, und in weiteren zukünftigen Modellen will Mercedes 1234yf verwenden.

news.de/dpa

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