Assistenzsysteme Wenn ein Blechschaden richtig teuer wird

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Die meisten Fahrassistenten sind in der Stoßstange untergebracht. Ist die beschädigt, wird es richtig teuer, wie der ADAC beim Crashtest festgestellt hat. Bild: dpa

Dank Assistenzsystemen ist die Alltagstauglichkeit vieler Autos deutlich einfacher geworden. Doch es gibt auch eine Kehrseite: Sind die Bauteile in der Stoßstange untergebracht, kann es nach ADAC-Angaben bei einem Unfall schnell teuer werden.

Ein Blechschaden ist unangenehm. Doch dank neuester Technik zieht der Unfall einen Rattenschwanz nach sich, zeigt ein Test des ADAC. Sind Sensoren von Assistenzsystemen in der Stoßstange untergebracht, können selbst leichte Auffahrunfälle sehr teuer werden. Bei einem Crashtest des Automobilclubs fuhr ein Toyota mit 10 km/h gegen einen stehenden Audi Q7. Dabei ging beim Toyota der Radarsensor des Tempomaten mit Abstandsregler, kurz ACC genannt, kaputt. Der Sachschaden liegt laut ADAC samt Reparatur bei über 5000 Euro. 65 Prozent davon, rund 3250 Euro, koste das Ersatzteil.

Schäden in vergleichbarer Höhe könnten auch bei Fahrzeugen anderer Autohersteller auftreten. Dabei gebe es allerdings enorme Unterschiede bei den Preisen für Ersatzteile, erklärt ADAC-Technikexperte Andreas Ratzek. «Der ACC-Sensor ist etwa bei Mercedes mit 464 Euro relativ günstig.» Bei Honda oder Jaguar beispielsweise sei aber mit 3000 Euro zu rechnen. Bei dem Test wurde zudem festgestellt, dass Schäden meist höher ausfallen, wenn die Stoßstangen auf unterschiedlicher Höhe angebracht sind - so wie es beim Crashtest der Fall war.

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Neben ACC-Systemen lassen Sensoren von Einparkhilfen die Reparaturkosten unter Umständen ebenfalls in die Höhe schnellen, wenn auch nicht ganz so stark. «Die Preise für Ersatzteile sind hier sehr viel moderater und liegen bei 50 bis 100 Euro», so der ADAC-Techniker. Kostentreibend wirke, dass viele Werkstätten Teile vorsorglich austauschten. Aus Sicherheitsgründen, weil die Werkstätten in der Gewährleistungspflicht sind und Defekte nicht immer sofort erkennbar seien.

Um die Kosten moderat zu halten, fordert der ADAC die Hersteller auf, mehr spezielle Reparatursätze anzubieten. So erspare es, immer gleich komplette Teile auszutauschen. Bei dem Toyota im Crashtest könne zum Beispiel ein abgebrochener Halter eines Frontscheinwerfers für 13 Euro ersetzt werden. Ein ganzer Halogenscheinwerfer kostet Ratzek zufolge dagegen durchschnittlich 250 bis 300 Euro - ein Xenon-Scheinwerfer oft weit über 1000 Euro.

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sca/ham/rzf/news.de/dpa

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