Ford Mustang Boss 302 Boss statt Chefchen

Boss statt Chefchen (Foto)
Immer für fette schwarze Streifen auf dem Asphalt gut: der Ford Mustang Boss 302 aus dem Modelljahr 2012. Bild: pi

In den USA legt Ford eine Edel-Version des Coupé-Klassikers Mustang nach. Ein Auto mit Tugenden wie vor 40 Jahren: Dicker V8-Motor, martialische Optik, riesiger Verbrauch. Ein Ausflug mit dem rüstigen Rentner von vorgestern.

Für echte Ford-Fans beginnt die Mustang-Zeitrechnung erst im Jahre 1969. Hier brachte der Autohersteller aus Dearborn seinen ersten Mustang Boss mit bulligem V8-Power auf den Markt und schuf mit dem 302 eine Legende. Die lässt das Blue Oval jetzt wieder aufleben. Der aktuelle Boss 302 ist zwar weder der stärkste noch der schnellste Mustang aller Zeiten, doch für Freunde klassischer Spritmonster aus dem vergangenen Jahrhundert emotional ansprechend. Denn nicht der optische Auftritt mit düsteren Streifen rundum, einer schwarzen Kappe und dicken 19-Zöllern ist die eigentliche Schau.

Der Genuss, einen Ford Mustang Boss 302 zu bewegen, beginnt mit einem Dreh des Zündschlüssels. Dann erwacht der fünf Liter große Achtzylinder mit einem Brüllen zum Leben. Der Kunde hat zwei Schlüssel. Der zahme, silberfarbene Schlüssel ist für den Alltag. Auf dem zweiten Schlüssel in kernigem Rot lassen sich zahlreiche Motorkonfigurationen für den Renntrimm abspeichern. Sinnlos, aber einfallsreich. Es scheint, als sei die Mehrleistung von 32 PS im Vergleich zum normalen Mustang V8 mit seinen alles andere als müde trampelnden 412 Pferden unter der langen Motorhaube 1:1 in den Motorsound gegangen. Bei 7400 Touren hat der Boss-Pilot 444 Pferde am Zügel.

Ford Mustang Boss 302
Asphalt-Dinosaurier auf Retro-Tour
Asphalt-Dinosaurier auf Retro-Tour (Foto) Zur Fotostrecke

Typisch US-Car: Billiges Plastik-Interieur

Der Innenraum zeigt sich im gewohnt billigen Mustang-Look. Das Interieur aus mäßigem Hartplastik fällt im Vergleich mit dem sehenswerten Äußeren in Schwarz, Orange, Rot, Blau, Gelb oder Weiß und den markigen Kontrastflächen deutlich ab. Dazu gibt es voluminöse Details wie Frontschürze, Heckspoiler, schwarze Felgen und eine mehr als sinnvolle Differenzialsperre. Die optionalen Recaro-Sportsitze sind ungewöhnlich weich, trotzdem bequem und tragen ebenfalls nicht zum wertigen Erscheinungsbild des Innenraums bei. In den beiden Sitzschalen im Fond können sich allenfalls Kinder tummeln, denen man einen spaßigen Nachmittag bereiten möchte.

Der Ford Mustang Boss 302 ist ein Spielzeug. Dafür haben die Ingenieure aus Dearbon nicht nur die Motorleistung auf 444 PS angehoben, sondern auch fünf Kilogramm Dämmmaterial aus dem Viersitzer herausgeholt und ganze Wochen auf Rennstrecken verbracht. Wer sich in den bollernden Sound oberhalb von 4000 Touren verliert, um den ist es geschehen. Dann kennt der Fahrspaß keine Grenzen. Insbesondere weil der Boss nach europäischen Maßstäben ein echtes Schnäppchen ist. 40.310 Dollar heißen umgerechnet nicht einmal 30.000 Euro. Unglaublich, dass man so viel Auto, so viel Coupé, so viel Tradition und so viel Fahrspaß für die Hälfte eines BMW M3 bekommen kann. Wem einer der 3250 geplanten Ford Mustang Boss 302 zu langweilig ist: Ford legt als Erinnerung an den legendären Laguna-Seca-Sieg von Parnelli Jones im Jahre 1970 mit seinem schulbusgelben Mustang eine Laguna-Seca-Sonderserie mit 750 Stück auf. Für knapp 48.000 Dollar. Ein Schnäppchen.

Erfahren Sie alle Details zum Muscle-Car Ford Mustang in unserer Bilderstrecke.

sgo/eia/rzf/news.de/pi

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