Seat Mii Spanisches Flair im Stadtverkehr

Seat Mii (Foto)
Erobert im Frühjahr 2012 ganz Europa: der Seat Mii. Bild: pi

Klein und wendig zeigt sich Seats neuer Stadtflitzer. Familientauglich ist der Mii nicht nur dank seines Kofferraumvolumens. In Sachen Verbrauch könnte der Bruder des deutschen VW Up! aber deutlich sparsamer sein.

Mit dem 3,56 Meter langen Stadtflitzer will die spanische Volkswagentochter an den Erfolg des Seat Arosa anknüpfen. In weiten Teilen basiert der Mii auf dem VW Up!. Unter der Fronthaube werkelt ein Drei-Zylinder-Benziner mit 999 ccm Hubraum und wahlweise 60 PS oder 75 PS - mit 69 Kilogramm ein ausgesprochenes Leichtgewicht. Das maximale Drehmoment liegt in beiden Varianten ab 3000 U/min an und schafft 95 Nm. Das bringt den nur 854 Kilogramm schweren Kleinen in der 60-PS-Variante binnen 14,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und auf eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

Der 75-PS-Mii schafft den Spurt auf 100 km/h in 13,2 Sekunden und eine Spitze von 171 km/h. Beachtlich. Denn Konkurrenten wie der Hyundai i10 oder der Chevrolet Spark sind - vergleichbar motorisiert - deutlich behäbiger unterwegs.

Seat Mii
Kleine Auto-Emocion

Den Stadtverkehr bewältigt der Mii agil - der Wendekreis ist mit 9,8 Metern erfreulich knapp. An der Ampel hält der Mii tapfer mit dem Verkehr mit. Gute Übersichtlichkeit und große Rückspiegel sorgen dafür, dass bei aller Eile kein Motorroller übersehen wird.

Auch mit 1,85 Meter bequem unterwegs

Beim Verbrauch nennt Seat für die 75-PS-Version einen Durchschnitt von 4,7 Litern, in der Ecomotive-Version von 4,3. Real liegt der Verbrauch deutlich höher: Nach längerer Fahrt in der Stadt, aber auch bei einigen Autobahn-Etappen, zeigt der Bordcomputer einen Schnitt von 6 Litern. Schon der Up! fiel nicht durch übermäßige Sparsamkeit auf.

Ansonsten gibt es wenig zu meckern. Platz ist auf den vorderen Plätzen zwar nicht üppig, aber ausreichend. Nur beim Schalten kommt man sich gelegentlich näher. Selbst mit mehr als 1,85 Meter Körpergröße muss man sich als Fahrer nicht verschränken und sitzt auch auf längeren Strecken bequem. Leider lässt sich das Lenkrad nur in der Neigung, nicht aber in der Tiefe verstellen. Was außerdem fehlt: Ein Griff zum Festhalten über der Beifahrertür und auf der Fahrerseite ein Knopf, um das Fenster auf der Beifahrerseite zu bedienen.

Hinten geht es erträglich zu. Da die Sitzhöhe dort rund sieben Zentimeter höher liegt als bei den Frontsitzen, haben Kinder einen guten Blick über die Schultern von Fahrer und Beifahrer. Mit seinem Kofferraumvolumen von 251 Litern steht der Mii besser da als seine Konkurrenten: Der Citroën C1 etwa begnügt sich mit 139 Liter, der Chevrolet Spark hat 170 Liter Stauraum. Optional lassen sich beim Seat die Rücksitzlehnen umklappen: Das bringt 951 Liter Ladekapazität.

Die wenigen Instrumente im Cockpit sind gut sicht- und erreichbar, das mobile Navi von Navigon -  «Seat Portable System» getauft und für die Telefon-Freisprechanlage sowie den Bordcomputer zuständig - lässt sich bei Bedarf mit einem Handgriff abnehmen und zur Orientierung mit seinem 5-Zoll-Bildschirm auch als Fußgänger oder Radfahrer nutzen. Das griffige Lenkrad hält den Mii präzise in der Spur, die manuelle 5-Gang-Schaltung funktioniert ohne Hakeln. Die Gänge sind gut an den Stadtverkehr angepasst - man ist ohne übermäßiges Schalten bequem unterwegs und hat auch bergauf kein Problem. Der fünfte Gang wurde besonders lang ausgelegt und soll bei höherem Tempo helfen, Benzin zu sparen.

Eingebautes Notfallbremssystem

Material und Verarbeitung im Innenraum sind gewohnt gut. Das Wagenfarbe lackierte Blech an der Innenseite der Türen gehört zum Design. Beim Armaturenbrett setzt Seat auf eine zweifarbige Verkleidung aus Kunststoff, der sich überraschend gut und wertig anfühlt.

Wie schon der VW Up! bietet auch der Seat Mii gegen Aufpreis besondere Sicherheitsfeatures an. City Safety Assist zum Beispiel. Ein Lasersensor im Sockel des Innenspiegels misst dabei im Stadtverkehr Geschwindigkeit und Abstand anderer Fahrzeuge in Fahrtrichtung. Droht bei einem Tempo zwischen 5 und 30 km/h ein Unfall, warnt das System den Fahrer zunächst akustisch und bereitet den Mii aufs Bremsen vor. Zeigt der Fahrer keine Reaktion, bremst der Mii selbstständig ab, um einen Aufprall zu verhindern oder abzuschwächen. Beim ersten Ausprobieren arbeitet das System erstaunlich präzise und verlässlich.

Der Mii kommt - zunächst als Zweitürer - gegen Jahresende in Spanien auf den Markt, ab Frühjahr wird ganz Europa bedient. Eine Version mit fünf Türen ist für den Herbst geplant. Außerdem gibt es jede Motorisierung auch als sparsamere Ecomotive-Version inklusive Start-Stopp-System. Wie viel der kleine Seat in Deutschland kosten wird, ist bisher unklar. In Spanien wird die Basisversion des Mii wohl mit knapp 8700 Euro ausgepreist. In Deutschland dürften es etwas mehr sein.

ham/sca/rzf/news.de/pi

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