Mi., 23.05.12

Honda Civic 1.8 27.11.2011 Kinositze für mehr Stauraum

Frisch gelandet (Foto)
Wenn in der kleinsten Hütte noch zu wenig Platz ist, müssen bessere Konzepte her - wie beim neuen Civic. Bild: pi

Bequemer und endlich auch spritsparender - Honda hat bei der neuen Civic-Generation dazugelernt. Nur in Sachen Beschleunigung leisten sich die Japaner noch immer träge Ansätze. Dabei erweist sich die neue Generation doch als praktisches Auto.

Kam der Honda Civic der vorherigen Generation reichlich spacig daher, so sieht die neunte Generation eher bodenständig aus. Gefeilt hat Honda besonders an Optik und Hinterachse. Nach wie vor teilt ein Bürzel am Heck das Rückfenster waagerecht in zwei Hälften. Und die wulstigen Rückleuchten sind Geschmackssache. Die 4,3 Meter lange Karosserie ist flacher und windschlüpfriger geworden, die Radhäuser sind weiter ausgestellt.

Innen hat Honda das Armaturenbrett kräftig aufgeräumt. Wie gehabt zeigt ein Digitaltacho vor dem Fahrer die Geschwindigkeit an. Aber das Lenkrad ist nicht mehr ganz so stark mit Knöpfen überfrachtet, die verschiedenen Bereiche sind klarer getrennt. Das Plastik im Cockpit ist deutlich griffiger und hochwertiger geworden. Verbessert hat Honda auch den Fahrersitz, der nun auf längeren Strecken bequemes Reisen erlaubt und sich vielfältig verstellen lässt.

Nach wie vor unschlagbar in dieser Klasse: Die Größe und Variabilität des Innenraums. Weil Honda den Benzintank nicht unter den Rücksitzen unterbringt, lassen sich diese flexibel klappen. Rückenlehnen, Sitzkissen - bei Bedarf sind sie wie Kinositze zusammenfaltbar und bieten in der zweiten Reihe zusätzlichen Stauraum. Insgesamt kommt der Civic auf ein Kofferraumvolumen von 477 Litern. Was in dieser Klasse keineswegs normal ist: Der Golf etwa packt 350 Liter, der Opel Astra bescheidet sich mit 370 Liter, Volvos C30 packt gerade mal 251 Liter ins Heck. Erweitern lässt sich der Laderaum im Civic auf 1378 Liter.

Bekannte Motoren, neues Spritsparen

In Sachen Sicherheit ist der Civic zum ersten Mal mit Kollisionswarnsystem und der Adaptiven Geschwindigkeitsregelung ausgestattet, die das Fahren auf der Autobahn deutlich bequemer und sicherer macht. Bei nicht mehr vermeidbaren Kollisionen bremst der Wagen selbstständig ab und vermindert so die Folgen eines Unfalls.

Nur wenig getan hat sich bei den Motoren. Während die meisten Hersteller ihren Autos turbogestärkte Kraftzwerge unter die Haube packen, arbeiten im Civic neben dem 2,2-Liter-Diesel nach wie vor die alten Sauger. Immerhin haben die Honda-Ingenieure sie durch Effizienzmaßnahmen genügsamer gemacht: Der Ölfluss wurde optimiert, die Reibung reduziert. Zum Spritsparen trägt auch die eingebaute Start-Stopp-Automatik bei. So begnügt sich der 1,4-Liter-Benziner bei 100 PS mit einem offiziellen Verbrauch von 5,4 Litern auf 100 Kilometer - beim Vorgänger waren es noch 5,9 Liter.

Wer noch mehr sparen will, nutzt die aus dem Hybrid abgeschaute Econ-Taste. Ein Druck auf den Knopf links neben dem Lenkrad und alles läuft verhaltener ab. Über ein Farbenspiel im Cockpit ist zu sehen, ob man halbwegs verbrauchsbewusst unterwegs ist oder das Gaspedal zu sehr malträtiert. Gewöhnungsbedürftig ist der Eco-Modus, weil er die Leistungsspitze des Motors elektronisch kappt.

Wenn der Civic im Januar zu den Händlern rollt, wird er mit zwei Benzinern und einem Diesel-Aggregat angeboten. Der 1,4-Liter-Ottomotor liefert 100 PS und ein maximales Drehmoment von 126 Nm, die bei 4000 U/min anliegen. Das reicht für einen Spurt von 0 auf 100 km/h in 13 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 187 km/h.

Souverän mit neuer Hinterachse

Der kräftigere Benziner mit 1,8-Liter-Maschine kommt auf 142 PS und ein maximales Drehmoment von 174 Nm bei 4300 U/min. In 8,7 Sekunden ist er aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Honda mit 190 km/h an. Beide Motoren wollen drehfreudig gefahren werden - beim 1,8-Liter-Civic liegt die maximale PS-Zahl erst bei 6500 U/min an. Entsprechend schlapp kommen sie beim Beschleunigen aus den höheren Gängen in die Puschen.

Besser sieht es beim Diesel aus, der auch den Accord und den CR-V antreibt. Der 2,2-Liter-Selbstzünder kommt auf 150 PS und ein maximales Drehmoment von 350 Nm bei 2000 U/min. Von 0 auf 100 km/h braucht er 8,3 Sekunden, bei 217 km/h ist Schluss mit Vortrieb. Der offizielle Verbrauch liegt bei 4,2 Liter je 100 Kilometer. Entsprechend ist der Diesel sicher die bessere Wahl, wenn es um den Fahrspaß geht: Er zieht kräftiger durch, erscheint nicht so bemüht wie die Benziner und läuft ebenso rund und kultiviert.

Dank des überarbeiteten Fahrwerks ist der neue Civic souveräner und komfortabler unterwegs. Die Japaner haben dem Auto nämlich eine gründlich überarbeitete Hinterachse verpasst. Statt konventioneller Gummibuchsen wie früher sorgen nun hydraulische Lager für mehr Komfort, eine niedrigere Federrate, weniger Geräuschentwicklung und eine bessere Dämpfung.

Wenig geändert hat sich beim Preis. Der Einstieg beginnt mit dem 1,4-Liter-Civic künftig bei 16.950 Euro, gerade mal 160 Euro mehr als bisher. Der Benziner mit dem 1,8-Liter-Motor ist für 23.000 Euro zu haben und der Diesel startet bei 25.800 Euro.

ham/som/eia/news.de/pi
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