Mi., 23.05.12

Gigaliner 16.11.2011 Effizient vielleicht, öko nein

Kabinett will grünes Licht für Gigaliner geben (Foto)
Riesen im Anmarsch: Bald startet der Bund einen Feldversuch mit den dicken Brummis. Bild: dapd

Krieg der Lobbyisten: Zahllose Studien sollen Experten und Öffentlichkeit von der jeweiligen Ansicht der Interessengruppen überzeugen. Doch ein wesentlicher Aspekt fehlt bisher in der PR-Schlacht. News.de sagt, warum die Umweltbilanz der Riesenbrummis in jedem Fall mies ist.

Krieg der Lobbyisten: Zahllose Studien konkurrieren seit Jahren in der Diskussion um die Gigaliner. Logistikverbände und Fahrzeughersteller trommeln für die Riesenbrummis, Umwelt- und Verkehrsorganisationen machen Stimmung dagegen. Die Politik ist tief gespalten.

Die letzte Studie zum Thema bestätigt den Gigalinerneine so hohe Wirtschaftlichkeit, dass sie gar mehr als 40 Prozent des Bahn-Güterverkehrs. Wie news.de berichtete, hatte das Bundeskabinett den fünf Jahre dauernden Feldversuch mit überlangen Lastzügen gebilligt. Er soll Anfang 2012 beginnen.

Das umweltfreundlichste Fahrzeug ist das, welches nicht produziert wird

Doch die Umweltverträglichkeit der Dicken bleibt schlecht. Die Argumente der bieden Parteien sind voraussehbar: Befürworter mahnen, dass größere Laster auch mehr Fracht laden könnten und so effizienter mit Ressourcen umgehen würden. Gegner weisen auf die höhere Verbrauchswerte und die Lärmbelastung hin. Darauf kontern die Befürworter mit dem 25-prozentigen Atomstromanteil, den die Bahn für die vermeintlich umweltfreundlichere Alternative, den Schienenverkehr, aufwenden würde. Die Diskussion dreht sich im Kreis und ist inzwischen zur PR-Schlacht verkommen.

Was allerdings bisher niemand auf der Rechnung hatte, ist die unbestreitbare Umweltbelastung für die zusätzliche Herstellung der Mega-Brummis. Der Hintergrund: Die Fahrzeuge sind viel größer, müssen zudem stabiler gebaut werden als herkömmlich Laster. Dafür ist ein höheres Rohstoffaufkommen nötig. Schon die Autoindustrie hat kein Interesse, den Kunden offen zu kommunizieren, dass der umweltfreundlichste Wagen immer noch der ist, der erst gar nicht produziert werden muss. Infolge des zusätzlichen Materialbedarfs trifft das für den Lkw-Bereich in erhöhtem Maße zu. 

Gigaliner
Eine Monster-Wette
Video: bjm/news.de

sgo/sca/news.de
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Jitze van der Meer
  • Kommentar 2
  • 16.11.2011 21:46
 

Die 25 meter Gespanne haben sich hierzulande als erfolgreich erwiesen. Es gibt kaum Probleme, diese Fahrzeuge werden im Verkehr einfach als Krafstofffsparer akzeptiert. Parkplaetze an der Autobahn? Ein 25 Metergespann braucht weniger Platz als 40 Transporter mit je 1.000 kg. Lading. Wie schmecken frische Lebenmittel noch, die per Deutsche Bundesbahn reisen muessen?

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  • sahib
  • Kommentar 1
  • 16.11.2011 13:36
 

In unserer Lobbykratie wird wieder mal diktatur geprobt; Güter gehören auf die Bahn! Und nicht auf naturverschlingende Straßen! Solche idiotische Monster können sowieso nicht überall fahren, oder werden von der Hausbaulobby ganze Städte neugebaut und angepasst? Solange unsere Bahn sich permanent um Verspätungen bei ihren Superzügen und um äußerst mangelhafte Organisation kümmern muß scheint die Bahnlobby im Dornröschenschlaf zu liegen! Zur Dampflokzeit war alles besser ;o))

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