Eicma in Mailand Diese Modelle kommen 2012

Zweizylinder-Hammer von Ducati: Die Italiener präsentieren auf ihrer Heimmesse mit dem neuen Superbike 1199 Panigale den stärksten Serien-V2-Motor aller Zeiten. Doch auf der größten Zweiradmesse der Welt finden sich noch andere starke Neuheiten für 2012. Ein Messerundgang.

Leichtgewicht mit 195 PS (Foto)
Rennmaschine mit Straßenzulassung: Die Ducati 1199 Panigale wiegt trocken nur 164 Kilogramm und leistet beachtliche 195 PS. Bild: dpa

Zehn Kilogramm weniger und 25 PS mehr: Ducati hängt mit dem neuen Superbike 1199 Panigale die Messlatte in seinem Sportmotorrad-Sortiment ein Stück höher. Die Nachfolgerin der Ducati 1198 wurde mit einem 195 PS starken V2-Motor bestückt und das Trockengewicht der Maschine auf 164 Kilogramm reduziert. Das teilte der italienische Hersteller bei der Modellpremiere auf der Mailänder Motorradmesse Eicma (Publikumstage: 10. bis 13. November) mit.

Um die enorme Motorkraft der 1199 Panigale auch bei schlechten Straßenverhältnissen oder Nässe gut beherrschen zu können, sind auf Knopfdruck drei Leistungsstufen wählbar: Im schwächsten Modus ist die Leistung auf 120 PS begrenzt und die Gasannahme weich. In der höchsten Stufe setzt der Motor laut Ducati Gasbefehle viel direkter um und entfaltet die volle Kraft. Weitere elektronische Helfer an Bord sind unter anderem Kontrollsysteme für Traktion und Motorbremse, abschaltbares ABS und ein Schaltassistent.

Eicma in Mailand: Heißer Herbst in Norditalien

Das neue Ducati Superbike wird es in drei Versionen geben: Neben dem Einstiegsmodell 1199 Panigale für 19.490 Euro bieten die Italiener eine höherwertige S-Version mit elektronisch einstellbarem Fahrwerk, Voll-LED-Beleuchtung, geschmiedeten Marchesini-Rädern und weiteren Detailänderungen für 24.490 Euro an. Neues Flaggschiff der Marke ist die 1199 Panigale S Tricolore mit Sonderlackierung und Rennauspuff - für 28.690 Euro.

Honda mit neuen Modellen in der Mittelklasse und im Bereich Crossover

Zweites Crossover-Modell mit V4-Motor von Honda: Der Crosstourer soll wie der Crossrunner die Eigenschaften von Sporttourer und Enduro vereinen. Honda hat seinen Crosstourer enthüllt. Als Antrieb dient ebenfalls ein V4-Motor, allerdings mit mehr Hubraum: Das 1237 Kubikzentimeter große Aggregat stammt aus der VFR1200F. Der Vierzylinder kommt im Crosstourer auf 129 PS und 126 Newtonmeter Drehmoment. Im Crossrunner arbeitet der kleinere VFR-Motor mit 782 Kubikzentimetern Hubraum und 102 PS.

Der Crosstourer soll dem Hersteller zufolge zwei Reisenden hinter der hohen und verstellbaren Tourenscheibe auch bei längeren Fahrten bequem Platz bieten. Optisch und technisch ist das Modell mit Speichenrädern, mehr Bodenfreiheit, längeren Federwegen, größerer Sitzhöhe und Handprotektoren deutlich näher an einer Enduro als der kleinere Honda-Zwitter Crossrunner. Zur Serienausstattung zählen unter anderem eine Traktionskontrolle und kombinierte ABS-Bremsen. Optional bieten die Japaner ein Doppelkupplungsgetriebe an. Die 2,29 Meter lange Maschine wird in den Farben Weiß, Schwarz, Rot und Silber erhältlich sein. Sie wiegt 275 Kilogramm, mit der Doppelkupplung sind es 10 Kilogramm mehr. Der Tank fasst 21,5 Liter. Was der Crosstourer kosten wird, teilte Honda noch nicht mit.

NC700X und NC700S heißen die beiden neuen Mittelklassemodelle von Honda. Die Motorräder haben dieselben technischen Gene. Der Unterschied: Die X-Version weist Merkmale einer Reiseenduro auf, während das S-Modell ein klassisches Naked Bike ist. Honda steht mit zwei neuen Mittelklassemodellen in den Startlöchern: der NC700X und der NC700S. Beide sind technisch verwandt - doch ist die NC 700X an einer Reiseenduro angelehnt, wohingegen die S-Version ein Naked Bike ist. Bei der NC700X fallen die Sitzhöhe mit 83 Zentimetern etwas höher und die Bodenfreiheit mit 16,5 Zentimetern etwas größer aus. Außerdem sind Front und Seiten verkleidet.

Als Antrieb dient jeweils ein Reihenmotor mit zwei Zylindern und 670 Kubikzentimetern Hubraum. In der NC700X leistet er wahlweise 48 oder 52 PS. Das S-Modell steht ausschließlich als schwächere Version im Datenblatt. Beide Motorräder haben kombinierte ABS-Bremsen und ein Staufach unter der Tankabdeckung, in das ein Integralhelm passen soll. Dennoch bleibt dort laut Honda Platz für 14,1 Liter Sprit, der für rund 400 Kilometer ausreichen soll. Gegen Aufpreis ist ein stufenloses Doppelkupplungsgetriebe erhältlich, mit dem nach Belieben automatisch oder manuell geschaltet werden kann.

Kawasaki bringt eine große Reiseenduro

Das Mittelklasse-Motorrad Kawasaki Versys bekommt ein größeres Schwestermodell, die Versys 1000. Im Aluminium-Doppelrohr-Rahmen der Maschine ist ein Reihenvierzylinder mit 1043 Kubikzentimetern Hubraum montiert, der laut Hersteller auf 118 PS kommt. Mit dicken Polstern für Fahrer und Sozius, 21,5-Liter-Tank, langen Federwegen und verstellbarer Tourenscheibe soll das Modell vor allem reiselustige Biker ansprechen. Preise nannte Kawasaki noch nicht.

Serienmäßig verfügt die Versys 1000 unter anderem über einen Gepäckträger und eine neue Tankanzeige, die präziser sein soll als ältere Systeme. Standard sind ABS-Bremsen und eine dreistufige Traktionskontrolle, die auch im erneuerten Kawasaki-Sporttourer ZZR1400 zum Einsatz kommt. Außerdem lässt sich die Motorleistung bei schlechten Straßen- und Wetterverhältnissen auf Knopfdruck drosseln. Die Versys 1000 bringt den Herstellerangaben zufolge fahrbereit 239 Kilogramm auf die Waage, maximal dürfen 220 Kilogramm zugeladen werden.

Triumph lässt den Tiger raus

Der britische Motorradhersteller Triumph bringt seine neue Großenduro Tiger Explorer im März 2012 in den Handel. Die Großenduro Tiger Explorer startet im März 2012. Traktionskontrolle, Tempomat und abschaltbares ABS gehören bei der für Straße und leichtes Gelände ausgelegten Reisemaschine zur Serienausstattung. Die Tiger Explorer wird von einem Reihenmotor mit drei Zylindern angetrieben, der laut dem deutschen Triumph-Pressesprecher Uli Bonsels aus 1,2 Liter Hubraum 137 PS schöpft. Bei nur 1700 Umdrehungen pro Minute soll der Motor bereits mehr als 100 Newtonmeter Drehmoment entwickeln, maximal sollen 121 Newtonmeter anliegen. Die Kraft überträgt eine Kardanwelle aufs Hinterrad. Die Höchstgeschwindigkeit der 259 Kilogramm schweren Reisemaschine ist elektronisch auf 210 km/h limitiert.

Preise nennt Triumph noch nicht. Das Basismodell soll aber günstiger als eine vergleichbar ausgestattete BMW R 1200 GS werden, die in der gleichen Fahrzeugklasse rangiert, und dürfte somit etwas weniger als 14.000 Euro kosten.

Sondermodelle aus München

Apropos BMW: Die Bayern frischen ihren Zweizylinder-Roadster F 800 R auf und verpassen ihm unter anderem ein neues Design. Zudem präsentieren die Bayern auf der Motorradmesse Eicma in Mailand drei weitere Sondermodelle. BMW Motorrad bessert das Design seines kleinen Roadsters F 800 R nach. Die Maschine bekommt im Dezember unter anderem neu gestaltete Seitenverkleidungen in Fahrzeugfarbe, teilte der Hersteller auf der Mailänder Motorradmesse Eicma (Publikumstage: 10. bis 13. November) mit. Auch der Kotflügel über dem Vorderrad wird farblich abgestimmt. Das Windschild «Sport» und weiße Blinker sind künftig Standard. Der Einstiegspreis für das unverändert 87 PS starke Modell liegt laut BMW bei 8400 Euro und damit 100 Euro über dem der aktuellen F 800 R.

Neben dem optisch überarbeiteten Roadster stellt BMW drei Sondermodelle für Januar 2012 in Aussicht. Die Großenduro R 1200 GS wird es demnach mit dem Namenszusatz Rallye in der Farbgebung Weiß/Blau/Rot der Motorsportabteilung von BMW Motorrad geben. Ab Werk sind unter anderem Heizgriffe, Handprotektoren, Kofferhalter, Bordcomputer, Kreuzspeichenräder und eine verchromte Auspuffanlage montiert. Die Rallye-Edition kostet ab 14.950 Euro.

Das ohnehin sportlichste Modell der K-Baureihe - die 175 PS starke K 1300 S - wird BMW als nachgeschärfte HP-Version für 20.090 Euro ins Programm nehmen. Zur Ausstattung zählen unter anderem Schaltassistent, Antriebsschlupfregelung, Reifendruckkontrolle, die elektronische Fahrwerkseinstellung ESA II, Sportauspuff, Heizgriffe, viele Karbonteile und ein getöntes Windschild. Das Naked Bike BMW K 1300 R hebt sich als Sondermodell durch einen Motorspoiler aus Karbon und eine grau-schwarze Sonderlackierung mit gelbem Schriftzug vom Basismodell ab. Es kostet 14.910 Euro.

sgo/cvd/news.de/dpa

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