Range Rover Sport V6 Übergewichtiger Brite

Range Rover Sport SD V6 (Foto)
Luftfederung, Klimaautomatik, elektrisch verstellbarer Fahrersitz - in Sachen Bequemlichkeit gibt es beim Range Rover Sport SD V6 wenig zu maulen. Bild: pi

Lange stand der Range Rover Sport im Schatten seines übermächtigen Vorbilds Range Rover. Doch die Zeiten haben sich geändert. Längst wurde der kleinere Bruder zum Aushängeschild der Marke. Und holt sich mit 8,5 Litern Verbrauch genügend Ausdauer.

In diesen Tagen kommt der kleine Range Rover Evoque zu den Händlern. Doch der Frischling muss bei Diesel und Benzinern mit vier Zylindern auskommen. Wer mehr Leistung und Status möchte, wählt den größeren Range Rover Sport. Etwas zäh gestartet, hat sich der 2,5 Tonnen schwere Allradler längst auf den internationalen Märkten durchgesetzt. Er verkauft sich weltweit doppelt so gut wie der traditionelle Range Rover, das Luxusmodell der Briten.

Von Januar bis August 2011 wurden in Deutschland 1745 Modelle verkauft - knapp 60 Prozent mehr als 2010. Vom Range Rover waren es nur 550 Modelle mit einem Zuwachs von 16 Prozent. Während das zumeist als Range Rover Vogue verkaufte Topmodell als Diesel ausschließlich mit acht Zylindern zu bekommen ist, ist der Range Rover Sport für viele Kunden genau die rechte Wahl. Vier Brennkammern sind in dieser Liga zu wenig - acht Zylinder für mindestens genauso viele Kunden einfach zu teuer.

Range Rover Sport V6
Edel und stark

War der Range Rover Sport ehemals auch als Diesel mit V6- und V8-Triebwerken zu bekommen, gibt es nur noch die Wahl zwischen einem 510 PS starken V8-Kompressor-Benziner und zwei Sechszylinderdieseln mit drei Litern Hubraum. Schon wegen des gewaltigen Leergewichts von rund 2,5 Tonnen sollte man keinen allzu großen Gedanken an die schwächere Version des TD V6 verschwenden. Während dieser mit 155 KW/211 und 520 Newtonmetern Drehmoment auskommen muss, ist der Range Rover Sport SD V6 mit 188 KW/256 PS und 600 Newtonmetern bei 2000 U/min kraftvoller unterwegs.

Bis zu 400 Kilo mehr als die Kokurrenz

Nur der leistungsstärkere Range Rover Sport SD V6 schafft es etwas behäbig knapp über 200 km/h Spitze und von 0 auf Tempo 100 in unter neun Sekunden. Bei beiden Modellen hat beim 2012er-Modell die neue Achtgang-Automatik von ZF Einzug gehalten. Nicht, dass die sechs Schaltstufen den nötigen Komfort vermissen lassen. Doch die Gangwechsel gehen bei der neuesten Ausbaustufe noch mehr im Hintergrund vonstatten und beim Verbrauch gibt es eine spürbare Verbesserung. Der Range Rover Sport SD V6 gibt sich mit 8,8 Litern Diesel zufrieden; die schwächere Version mit 8,5 Litern.

Das Fahrwerk des Range Rover Sport ist trotz leichtgängiger Lenkung nicht schwammig. Doch dessen Übergewicht fällt nicht nur im Grenzbereich auf. Während die Konkurrenz zwischen 2 und 2,2 Tonnen auf die Waage bringt, ist der Allradler durch seine Luftfederung und das ausgezeichnete Terrain-Response-System 200 bis 400 Kilogramm schwerer. Das merkt man auf jedem Meter.

Lange Jahre wurde das wenig hochwertige Cockpit bemängelt, das sich der Sport mit dem Land Rover Discovery teilte. Zwar gibt es nach der Überarbeitung keinen echten Grund zum Jubeln - es hat sich aber einiges zum Guten getan. Die Bedienelemente auf der Mittelkonsole sind wertiger geworden. Doch das Navi mit Touchscreen lässt nicht nur durch Menüführung und Bearbeitungsgeschwindigkeit viele Wünsche offen.

Serienmäßig bequem, aber ohne Bodyguard

Das an sich exzellent zwischen Tacho und Drehzahlmesser platzierte Multifunktionsdisplay mit monochromem Bildschirm lässt an die Vergangenheit denken. Hier müssen Land- und Range Rover zeitnah nachlegen. In der 70.000-Euro-Klasse kann man mehr verlangen als der Sport bietet. Das gilt jedoch nicht für das Platzangebot. Auch wenn der Kopfraum in beiden Sitzreihen üppiger bemessen sein könnte, ist der Range Rover Sport bei längeren Touren eine Klasse für sich. Allerdings würden sich die Passagiere im Fond über mehr Beinfreiheit und komfortablere Kopfstützen freuen. Die voll versenkbaren Hinterkopfablagen der aktuellen Generation sehen nicht nur provisorisch aus - sie sind unbequem. Dagegen verwöhnt einen das handschuhweiche Leder der wohl konturierten Sitze.

Das Gepäckvolumen ist mit 958 bis 2013 Litern mehr als opulent. Praktischerweise lässt sich die Glasheckscheibe separat öffnen und endlich gibt es die überfällige elektrische Bedienung der schweren Heckklappe. Überhaupt ist die Serienausstattung des Range Rover Sport SD V6 eine Versuchung: Serienmäßig sind unter andere Doppelglas, Tempomat, Audiosystem, Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfer, Festplattennavigation, Luftfederung, elektrisch verstellbarer Fahrersitz sowie ein Anhängerstabilitätssystem.

Bei der Sicherheitsausstattung gibt es jedoch kaum mehr als das Standardpaket. Zahlreiche Assistenzsysteme bleiben aktuell außen vor. Nicht ungefährlich für einen Luxus-Geländewagen, der bei 55.800 Euro als 211-PS-Basisversion startet. Der Range Rover Sport SD V6 als edles HSE-Modell kostet mindestens 67.900 Euro.

ham/som/eia/news.de/pi

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