Citroën DS5 Sündige Französin

Citroën DS5 (Foto)
Diese Göttin hat das Herz am rechten Fleck: Der Citroën DS5 ist nicht nur als Benziner, sondern auch als Dieselhybrid zu haben. Bild: pi

Citroën gibt Gas und startet mit dem DS5 in die gehobene Mittelklasse. Dank schickem Ambiente und üppiger Ausstattung fühlen sich Fahrer und Beifahrer wie Götter in Frankreich. Die Motoren sind sparsam und machen Audi Konkurrenz.

Der legendäre Citroën DS - die Göttin - lässt sich nicht kopieren. Muss er auch nicht. Citroën hebt sich ganz ohne Retro-Zwang von der Masse ab. «Beim Qualitätsanspruch im Innenraum war Audi unser Maßstab», betont Pierre Monferrini, Projektleiter des DS5. Und in der Tat: Der voll ausgestattete DS5 braucht sich vor den Ingolstädtern nicht zu verstecken. Schicke Becherhalter mit matten Chromringen, formschöne Schalter, poliertes Metall und eine enorme Liebe zum Detail heben die Kommandobrücke des 4,53 Meter langen Franzosen auf Premiumniveau. In Sachen Verarbeitung und Materialanmutung war bislang kein Citroën überzeugender.

Ein Hingucker ist das Cockpit-Dach mit zwei kleinen Glasdächern über Fahrer und Beifahrer sowie einem großen Glasdach im Fond, die sich separat mit elektrischen Jalousien verdecken lassen. Schalter im Dachhimmel bringen einen Hauch Businessjet-Atmosphäre. Trotz der vielen Glasflächen ist die Sicht nach draußen bescheiden: Vorn blockieren die A-Säulen trotz integrierter Fenster die Sicht in die Kurve, hinten stört das durch den Spoiler zweigeteilte Heckfenster.

Citroën DS5
Göttlicher Funkenregen

Die Sitze sind bequem und nicht zu weich. Und auch das Platzangebot im Fond ist gut. Der Kofferraum ist mit 460 Litern Fassungsvermögen passabel, schrumpft bei der Hybridversion wegen der Batterie hinter den Rücksitzen aber auf 330 Liter. Das Head-Up-Display mit Geschwindigkeits- und Navigationsanzeige wird jedoch nicht direkt in die Windschutzscheibe gespiegelt, sondern nutzt eine separate Kunststoffscheibe. Unpraktisch sind die Knöpfe für die hinteren Fensterheber, die zwischen den Vordersitzen hinter der Mittelkonsole versteckt wurden.

Schwächeln in der Königsklasse

Schon das DS5-Basismodell Chic - mit 156-PS-Benziner ab 29.700 Euro oder als 112-PS-Spardiesel für 29.350 Euro - ist ordentlich ausgestattet. Lichtautomatik und Regensensor, Tempomat, Klimaautomatik, LED-Tagfahrlicht und CD-Radio sind serienmäßig. Das Top-Modell SportChic - als 200-PS-Benziner, 163-PS-Diesel oder Hybrid - ist zwischen 37.680 und 44.240 Euro (Hybrid) zu haben, inklusive Vollausstattung mit Navigationssystem, Einparkhilfe, Glasdach, Lederpolstern, Rückfahrkamera, Head-Up-Display, Sitzheizung sowie Bi-Xenonscheinwerfern mit Kurvenlicht.

Der DS5 überzeugt als üppig ausstaffierter Luxusgleiter mit schicker Wohnzimmeratmosphäre, doch in der französischen Königsdisziplin, dem Fahrkomfort, schwächelt Citroën. Der bewusst sportlich abgestimmte 200-PS-Benziner lässt beim langsamen Fahren zu wünschen übrig, gibt Schlaglöcher und kurze Bodenwellen kaum gefiltert an die Insassen weiter. Die Kurvenlage des Wagens ist gut, doch die elektrohydraulische Servolenkung hat bei niedrigem Tempo hohe Rückhaltekräfte und fühlt sich unangenehm an. Dafür ist die Lenkung bei schnellerer Gangart nicht zu weich abgestimmt.

Beim Antrieb überzeugt der bekannte, gemeinsam mit BMW entwickelte 1,6-Liter-Turbobenziner mit 156 oder 200 PS. Die hohe Durchzugskraft wird mit einem angenehmen Sechsganggetriebe (200 PS) oder einer reaktionsmüden Sechsgangautomatik (156 PS) verknüpft. Alternativ stehen Dieselmotoren mit 112 oder 163 PS zur Verfügung, alle mit einer hohen Laufruhe und - abgesehen von den Automatikversionen, die nicht zu Citroëns Stärken zählen - sehr gutem Ansprechverhalten. Der sparsamste Diesel verbraucht laut Werksangabe im Schnitt 4,4 Liter pro 100 Kilometer.

Sparsame Fahrt mit wenig Gas

Mit dem DS5 führt Citroën außerdem den Dieselhybridantrieb ein, den es mit der gleichen Technik bei Peugeot gibt. Ein 163 PS starker Dieselmotor an der Vorderachse und ein 27 kW starker Elektromotor an der Hinterachse teilen sich die Antriebsarbeit. Bis zu vier Kilometer weit kommt der DS5 Hybrid4 rein elektrisch, was sich im Fahrmodus ZEV (Zero Emission) je nach Ladezustand der 1,2 kWh großen Nickel-Metallhydrid-Batterie sogar erzwingen lässt. Laut Citroën wird die gleiche Batterie wie im Toyota Prius verwendet. Wird nicht zu viel Gas gegeben, fährt der DS5 nur mit Batterie und bis zu einem Tempo von 70 km/h flüsterleise, bis sich irgendwann spürbar, aber relativ sanft der Dieselmotor hinzu schaltet.

Außerdem gibt es einen 4WD-Modus, in dem alle vier Räder angetrieben werden. Ist die Batterie zu stark entladen, wird der Elektromotor an der Hinterachse vom Generator im Motorraum mit Energie gespeist. Ein Ausbund an Dynamik ist der Hybrid nicht, selbst wenn die Beschleunigung im Sport-Modus durch die maximale Kraftausbeute von Benzin- und Elektromotor flott ist. Der Elektromotor kann die Übergänge des elektronisch gesteuerten Sechsganggetriebes nicht ganz überspielen. Den Durchschnittsverbrauch des Hybriden gibt Citroën mit 3,8 Litern pro 100 Kilometer an. In Deutschland kommt der DS5 am 11. Februar 2012 in den Handel.

ham/eia/som/news.de/pi

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