Golf 1.2 TSI Cabrio VW oben ohne

VW Golf Cabrio 1.2 TSI (Foto)
Ohne Henkel, dafür mit Bügel: Beim neuen Golf-Cabrio schnellen die Bügel zum Überrollschutz nur im Notfall hervor. Bild: pi

Zwei Generationen lang mussten Golf-Fans ohne Cabrio auskommen. Doch nun kämpft der 1,2-Liter-Benziner um seinen Rang. Den Eos lässt der Wolfsburger Jäger dabei gekonnt hinter sich. Allerdings macht er nur mit Aufpreis richtig Spaß.

Lässig mit der einen Hand auf den Rahmen der Frontscheibe stützen, mit der anderen auf den Überrollbügel der B-Säule, filmreif Schwung nehmen und dann lässig über die geschlossene Autotür nach außen schwingen - die Zeiten sind vorbei. Das aktuelle Golf Cabrio braucht den Henkel in der Mitte nicht.

Lange genug hat es gedauert, bis die Wolfsburger den Golf als Cabrio wieder ins Programm aufgenommen haben - zwei Generationen war Pause. Nun buhlt der Golf gegen den durchweg nur rund 2500 Euro teureren VW Eos um die Frischluftkundschaft.

Vorn geht es Golf-typisch aufgeräumt zu. Instrumente, Anzeigen, Knöpfe - alles ist gut erreichbar und leicht zu finden. Das Lenkrad lässt sich in Tiefe und Neigung verstellen, die Sitze sind bequem, griffig und in der Höhe verstellbar. Auch große Passagiere sollten genügend Luftraum zwischen ihrem Scheitel und dem Dachhimmel haben.

VW Golf 1.2 TSI Cabrio
Wolfsburger Open Air
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Die Qualität stimmt, die Materialien ebenso - Golf ist Golf, auch ohne Dach. Statt des Henkels von einst sorgen nun Bügel, die im Notfall hinter den Fondskopfstützen hervorschnellen, für Überrollsicherheit. Selbst auf Holperstrecken zeigt sich die Karosserie sehr verwindungssteif - nix zittert oder vibriert im Takt der Schlaglöcher. Die Rundumsicht ist ordentlich, selbst bei geschlossenem Verdeck, und die kompakte Golf-Karosserie lässt sich vom Fahrersitz aus gut einschätzen. Parksensoren kosten Aufpreis, eine Rückfahrkamera ebenso.

Sicher unterwegs mit sechs Gängen

Unter der Motorhaube arbeitet ein 1,2-Liter-Benziner mit vier Zylindern und Turbo-Unterstützung. Aus seinen 1,2 Litern schöpft der TSI-Motor erstaunliche 105 PS Leistung und ein maximales Drehmoment von 175 Newtonmetern. Das macht den 1,4 Tonnen schweren Luftikus zwar nicht zum Leistungssportler. Aber er lässt sich ganz flott fahren: Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft er in 11,7 Sekunden, bei 188 km/h ist Schluss. Vor allem wenn man offen unterwegs ist, will man's ohnehin nicht zügiger. Und geschlossen kommt man im Alltagsverkehr nur selten wirklich schneller voran. Der Motor zeigt sich dabei erstaunlich kultiviert und ausreichend durchzugsstark - solange man nicht schaltfaul unterwegs ist.

In der BlueMotion-Version hilft neben dem lang übersetzten 6-Gang-Getriebe eine gut funktionierende und sanft arbeitende Start-Stopp-Automatik für Spareffekte vor allem in der Stadt. Offiziell nennt VW einen Durchschnittsverbrauch von 5,7 Litern auf 100 km, während unseres Tests lagen wir im Schnitt einen knappen halben Liter darüber - ein guter Wert.

Die Schaltung läuft knackig und mit kurzen Wegen durch die Kulisse, die Lenkung ist durchaus direkt und gibt auch ordentlich Rückmeldung von der Straße. Das Fahrwerk ist eher straff, Unebenheiten werden jedoch durchweg gut herausgefiltert. Insgesamt ist man im Golf Cabrio sehr sicher unterwegs - greift zum Beispiel das ESP mal ein, sorgt die Elektronik auch für einen kleinen Impuls im Lenkrad, der dem Fahrer zeigt, in welche Richtung er am besten lenken soll, um sicher aus der Situation heraus zu kommen.

Das Golf Cabriolet dürfte keine Schwierigkeiten haben, für die Wolfsburger ordentliche Zulassungszahlen einzufahren - auch, wenn das Frischluftvergnügen ziemlich aufpreispflichtig ist. Der Testwagen mit 1.2-Liter-TSI-Motor steht mit einem Basispreis von 24.025 Euro in der Liste. Der entsprechende 08/15-Golf kostet mit 19.325 Euro deutlich weniger - macht aber ziemlich genau in dieser Größenordnung auch weniger Spaß und Freude.

ham/rzf/som/news.de/pi

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