Autos zum Job Gestatten, Ihr Dienstwagen!

Egal wie kurz oder lang der Weg ist, Deutschland rühmt sich noch immer einer umfassenden Dienstwagenflotte. Abgespeckt wird nicht, höchstens modernisiert. Das freut die Autobauer, die Zuwächse im zweistelligen Bereich verzeichnen.

Seat Alhambra (Foto)
Platz für sieben Personen und viel Stauraum machen den Seat Alhambra zu einem passablen Dienstwagen. Bild: dapd/Seat

Ob der Arbeitnehmer nun direkt gegenüber der Firma wohnt oder täglich hunderte Kilometer zur Arbeit fährt: Bei vielen geht es nicht ohne Dienstwagen. Laut Arbeitskreis der Autobanken (AKA) ist im Jahr 2010 und auch in der ersten Hälfte 2011 in Deutschland das gewerbliche Finanzierungs- und Leasinggeschäft der Autobanken um rund 15 Prozent angestiegen. Den höheren Bedarf an Transportkapazität nutzen Geschäftskunden laut AKA, um ihre Fahrzeugbestände verstärkt zu modernisieren und zu erweitern.

«Aktuell ist eine Ökologisierung des gewerblichen Geschäfts festzustellen, denn bei Dienst- und Flottenfahrzeugen handelt es sich um neue, energieeffiziente Fahrzeugtypen. Diesen Trend versuchen die Banken der Fahrzeughersteller bestmöglich zu fördern. Ein Downsizing der Unternehmen bei Dienstwagen ist jedoch nicht festzustellen, die durchschnittliche Finanzierungs- beziehungsweise Leasingsumme im gewerblichen Geschäft der Autobanken ist mit rund 24.000 Euro stabil», erklärt Marius Rechenbach vom AKA.

Flottenfahrzeuge: Darf es noch ein Auto zum Job sein?

Einen signifikanten Anstieg der Dienstwagennachfrage, um gezielt Mitarbeiter zu motivieren, kann der AKA nicht bestätigen. Die Nutzung von Dienstwagen, unter anderem als Alternative zur einfachen Gehaltserhöhung, ist aus Sicht des Arbeitskreises der Autobanken aber durchaus ein gutes Instrument, das Unternehmen für sich nutzen sollten - gerade mit Blick auf den vorhandenen Fachkräftemangel.

Flottenaktualisierung mit niedrigen Kosten

Dass der Trend zum Dienstwagen auch im Kleinwagensegment zu spüren ist, beweist die südkoreanische Marke Kia. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wurden 3879 Kleinwagen des Modells Picanto geordert. Darunter fallen 75,9 Prozent auf gewerbliche Halter. «Besonders kleinere Unternehmen wie Pizzabäcker oder Pflegedienste ordern unseren kleinen Stadtflitzer», freut sich Unternehmenssprecherin Silke Rosskothen. «Im kommenden Jahr werden wir mit dem neuen Modell Optima auch im Mittelklassesektor Geschäftskunden gewinnen.»

Bei Ford stieg die gewerbliche Fahrzeugzulassung um 30 Prozent. Zu den besonders nachgefragten Fahrzeugen zählt nach wie vor der Ford Focus. Der Kompaktklassewagen wurde im ersten Halbjahr 2011 35.898 Mal zugelassen, davon 78,2 Prozent im Gewerbebereich. Dies entspricht einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Wolfgang Kopplin, Direktor Vertrieb der Ford Werke GmbH: «Viele Firmen haben nach der überstandenen Wirtschaftskrise ihre Kaufzurückhaltung abgelegt und kaufen beziehungsweise leasen verstärkt Fahrzeuge. Zum einen steigt der Ersatzbedarf, sprich die Flotten werden jetzt modernisiert und zum anderen werden wieder mehr Mitarbeiter beschäftigt, die zum Beispiel im Außendienst mobil sein müssen.» Bei ihrer Fahrzeugentscheidung legen die Firmen laut Kopplin besonderen Wert auf niedrige Kosten, aber auch auf Verbrauch und CO2-Werte. Gleichzeitig müsse selbstverständlich die volle Alltagstauglichkeit gewährleistet sein.

Beim spanischen Hersteller Seat wird der Zulassungsanstieg eher nüchtern betrachtet. «Wir haben seit langem wieder Fahrzeuge wie den Alhambra oder den Exeo im Markt, die sich als Flottenfahrzeuge anbieten. Uns wundert es daher nicht, dass, besonders nach der Krise, unsere Verkaufszahlen im gewerblichen Segment ansteigen», meint Seat Sprecherin Melanie Stöckl.

ham/rzf/som/news.de/pi

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