Mercedes B 180 Der Rentner-Renner

Der Rentner-Renner (Foto)
Das schwach ausgestattete Basismodell B 180 kostet 26.000 Euro. Bild: pi

Die B-Klasse ist das erste Modell der neuen Kompaktbaureihe von Mercedes-Benz. Die bekannten Qualitäten sollen ältere Kunden locken. Die Stärken der B-Klasse liegen im Bereich Sicherheit und Platzangebot, auch sein Fahrverhalten wurde verbessert.

Seine neuen Innenausstattungen tragen Bezeichnungen wie Domburg, Den Helder oder Venlo. Bereits diese Nomenklatur lässt vermuten, dass das zukünftige Publikum der MercedesB-Klasse zu Urlaubszeiten kaum Regionen wie Down Under, Kalifornien oder die Karibik bevorzugt. Nicht nur durch Sitzbezüge niederländischen Städtenamen folgend geht es beim neuesten Stern betont bodenständig zu. «Der Kunde der aktuellen B-Klasse ist durchschnittlich 58 Jahre alt», erklärt Baureihensprecher Natanael Sijanta, «ich gehe jedoch davon aus, dass das Alter beim neuen Modell sinken wird.» Doch wozu?

Für jüngere Kunden haben die Schwaben ab kommendem Frühsommer die neue A-Klasse im Angebot; deutlich sportlicher und emotionaler als bisher. Die B-Klasse - gefällig, unspektakulär und geräumig - soll die Kunden abholen, die bisher A- oder B-Klasse fuhren - und bestenfalls noch bei Fahrern von VW Touran, Ford C-Max oder Opel Meriva wildern. Die wenig geliebte Hochdacharchitektur ist verschwunden, das Gesamtdesign stromlinienförmiger und gefälliger. Ein Hingucker sieht freilich anders aus, doch die 4,36 Meter lange B-Klasse ist der Golf im Hause Mercedes. Bloß nicht auffallen, bloß keine Experimente.

Mercedes B 180
Kompaktes Grauschopf-Mobil

Die Veränderungen

Überhaupt ist der Innenraum die sehenswerteste Veränderung der B-Klasse. Der senkrecht auf der Armaturentafel stehende Flachbildschirm (je nach Variante mit 14,7 oder 17,8 Zentimetern Diagonale) ist hingegen Geschmacksache. So praktisch und üppig dimensioniert er auch ist, wirkt er wie ein Fremdkörper. Dass die beiden verfügbaren Navigationssysteme 850 beziehungsweise 3117 Euro kosten, ist nicht mehr zeitgemäß.

Der Getriebewahlhebel der Automatikversion wanderte beim neuen Modell rechts hinter das Lenkrad. Der dadurch frei gewordene Platz zwischen den Sitzen wird mit zwei allerdings wenig hochwertig wirkenden Ablageboxen genutzt. Der Laderaum des Mercedes B 180 fasst je nach Position der Rückbank zwischen 486 und 688 Liter. Bei umgeklappter Rückbank entsteht ein Ladevolumen von bis zu 1545 Litern. Damit lässt es sich reisen. Angenehm leichtgängig ist die Lenkung, die bei höheren Geschwindigkeiten etwas straffer sein dürfte.

Zum Start: zwei Benziner, zwei Diesel

Bei den Motorisierungen gibt es zunächst zwei Benziner und zwei Diesel. Angesichts von Fahrzeugklasse und des zu erwartenden Kundenpotenzials dürfte sich bereits die Basismotorisierung einer nennenswerten Nachfrage erfreuen. Der B 180 wird von einem 1,6 Liter großen Reihenvierzylinder mit Turboaufladung angetrieben, der 122 PS leistet. Das maximale Drehmoment von 200 Nm steht bereits ab 1250 U/min zur Verfügung. Damit lässt es sich ausreichend kraftvoll nach vorne kommen.

Mit dem optionalen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (2165 Euro Aufpreis) schafft der 1,4 Tonnen schwere Fronttriebler den Spurt 0 auf Tempo 100 in beachtlichen 10,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h erreicht der Familien-Stern jedoch nur mit Mühe und ausreichend Anlauf. Gerade ab Tempo 170 wird es zäh. Wer mehr will, ist mit dem B 200 deutlich besser bedient. Sein 156 PS starker 1,6-Liter-Motor schafft 220 km/h Spitze. Beim Verbrauch liegen beide Triebwerke mit rund sechs Litern auf 100 Kilometern nahezu gleichauf.

Sicherheit in der B-Klasse

Neben der großen Praktikabilität will die B-Klasse mit einem kompletten Sicherheitspaket punkten. So gibt es mindestens sieben Airbags, ESP, ABSDas Antiblockiersystem ermöglicht beim Bremsen eine bessere Lenkbarkeit und Spurtreue. Außerdem kann das System über die Regelung des Radschlupfs den Bremsweg auf nasser Straße verkürzen. Reifendruckkontrolle, Müdigkeitswarner und ein Auffahrwarnsystem, das den Zusammenstoß vermindert oder sogar verhindert. «Sobald der Fahrer bremst und das System erkennt, dass der Bremsdruck nicht ausreicht, greift der Collision Prevention Assist ein», erklärt Natanael Sijanta. «Hierdurch können bis zu 25 Prozent aller Auffahrunfälle vermieden werden.»

Wer noch mehr Sicherheit will, kann seine Wunsch-B-Klasse mit einem Fahrerassistenzpaket ausstatten, das neben Abstandstempomat unter anderem Spurhalte- und Totwinkelassistenten bietet. Dabei wird Mercedes nicht müde zu betonen, dass die Preise der neuen B-Klasse nahezu unverändert geblieben sind. Heißt, das schwach ausgestattete Basismodell B 180 kostet 26.000 Euro. Der bessere B 200 knapp 2000 Euro mehr. Die beiden Dieselversionen B 180 CDI und B 200 CDI starten bei 27.600 beziehungsweise 29.800 Euro. Weitere Motorisierungen und ein Allradantrieb werden folgen.

Erfahren Sie mehr Details zur B-Klasse finden Sie in unserer Bilderstrecke.

sgo/bok/eia/news.de

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