Audi gegen Mercedes Luxusduell der Zwölfender

Mercedes S 600 L - Audi A8 L 6.3 W12 (Foto)
Der eine betagt, der andere ein Jungspund: In der Luxusklasse ist das zwischen Mercedes und Audi längst kein ungleicher Kampf. Bild: pi

Mercedes S 600 L gegen Audi A8 L 6.3 W12: In dieser Liga sind meist nur die Unternehmensvorstände, Königshäuser und Politiker der ersten Reihe unterwegs. Doch ganz oben wird die Luft immer dünn für die etablierten Eliten. Das geht der S-Klasse nicht anders.

Anders als Mercedes' übermächtiger S 600 ist der Audi ADiese Virusinfektion der Leber ist weltweit verbreitet. Die Erkrankung beginnt mit Grippegefühl, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. 8 L 6.3 W12 nicht traditionsbeladen. Weniger eindrucksvoll ist er deshalb noch lange nicht. Potenzielle Kunden des Topmodells dürften sich kaum für kleinere Wagen interessieren. In dieser Liga machen die zwölf Zylinder den Unterschied. Auch wenn die Stückzahlen hier überaus überschaubar sind, kein deutscher Luxushersteller kann sich erlauben, auf ein Dutzend Brennkammern in einem Topmodell zu verzichten. Noch elitärer wird es, wenn diese Kraftprotze noch in gepanzerten Versionen angboten werden.

Wer in dieser Klasse etwas sein will, muss am S 600 L vorbei. Der ist mit seinem doppelt aufgeladenen 5,5-Liter-Triebwerk, 517 PS und einer betagten Fünfgang-Automatik zwar längst in die Jahre gekommen; doch er ist die Luxuslimousine schlechthin. Gerade der rechte Gegner für das jüngste Modell in der Zwölfer-Liga, den A8 L 6.3 W12.

A8 gegen S 600
Meister aller Klassen
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Anders als S 600 L und BMW 760i muss der A8 zwar ohne Turbopower auskommen, bietet als einziger in dieser Klasse aber Allradantrieb. Wer mit deutlich über zwei Tonnen Gewicht, verlängertem Radstand und Leistungen von über 500 PS unterwegs ist, freut sich über jedes Rad tatkräftiger Unterstützung. Im Alltagsbetrieb macht sich der Vorteil des 4x4-Vortriebs beim Ingolstädter Aushängeschild allenthalben bemerkbar. Aus engen Kurven oder bei rutschigem Untergrund ist der A8 deutlich souveräner, weil lässiger unterwegs. Er bringt seine Kraft spürbar besser auf die Straße.

Zurückhaltend und doch schneller

Die Fahrleistungen beider Konkurrenten würden jedem Sportwagen zur Ehre gereichen. Auch nach Jahren noch immer beeindruckend, wie brachial der 600er Benz trotz seiner 2,2 Tonnen Leergewicht anschiebt. Das Turboloch ist nicht zu spüren, der Motor nicht zu hören. Der doppelt aufgeladene Zwölfender leistet 517 PS und ein maximales Drehmoment von 830 Nm, das bereits ab niedrigen 1800 Touren anliegt. Da muss selbst der kräftigste Power-Diesel seine Waffen strecken. Die Fahrleistungen sind entsprechend. Von 0 auf 100 km/h in 4,9 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit, die völlig überflüssig bei 250 km/h abgeregelt wird, sprechen für sich.

Der Audi lässt es trotz 6,3 Litern Hubraum deutlich zurückhaltender angehen. Der fehlende Turbo macht sich bemerkbar, die Fahrleistungen des W12-Triebwerks ist trotzdem exzellent. Denn auch er hat mit 500 PS Leistung im Überfluss. Doch beim Drehmoment kann er mit 625 Nm ab 4750 U/min nicht am Luxusdaimler kratzen. Beim Spurt von 0 auf 100 km/h landet er mit 4,8 Sekunden knapp vor dem 600er, weil der A8 seine Leistung per Allradantrieb deutlich besser einsetzen kann. Auch hier wird die Höchstgeschwindigkeit bei 250 km/h abgeregelt.

So spurtstark und bullig die beiden Luxusversionen auf längeren Strecken sind, so durstig präsentieren sie sich auch. Zwölf Brennkammern und rund sechs Liter Hubraum wollen befeuert werden. Unter 13 Litern geht nichts. Wer die Autobahn artgerecht bevölkert und um die Innenstadt keinen Bogen macht, liegt bei S 600 L und A8 L W12 bei 14 bis 17 Litern.

Design gegen Vergangenheitsbewältigung

Während der Audi A8 L 6.3 W12 erst kurz auf dem Markt ist, ist der 600er Mercedes ein vergleichsweise alter Krieger. Das zeigt auch der Innenraum. Hier bietet Mercedes bekannten Luxus und geringes Geräuschniveau. Doch Anzeigen und Bedienelemente zeigen trotz Holz und edelstem Leder: der Mercedes ist in die Jahre gekommen. Der Multifunktionsbildschirm für Navigation, TV, Bordcomputer und Radio kann an dem ausfahrbaren Konterpart des A8 nicht kratzen.

Noch auffälliger werden die Unterschiede bei Schaltern, Bedieneinheiten und der Instrumententafel. Hier fährt der Audi mit perfekten Modulen in einer eigenen Liga. Einzig das Touchpad zur Freieingabe von Schriftzeichen für die Navigation und die Direktwahl von Radiosendern ist entbehrlich. Doch zum Glück geht es auch per Sprache oder per Dreh-Drück-Schalter. Beide Modelle bieten dabei ein maximales Paket an Sicherheitssystemen. Abstandsradar, unzählige Airbags, intelligentes Xenonlicht und Assistenten für Verkehrszeichen, Spurwechsel oder Nachtsicht entlasten den Fahrer. Beim Mercedes bleibt nervig, dass jedes neue Verkehrszeichen immer wieder ins Zentraldisplay projiziert wird und nicht stetig am Rande der Anzeige gezeigt wird.

Beim Sitzkomfort liegen beide Luxuslimousinen auf gleicher Höhe. Jedes nur vorstellbare Polster lässt sich einstellen. Bei den Massage- und Belüftungsfunktionen bleiben bei beiden Modellen hingegen Wünsche offen. Ein derart schwacher Luftstrom muss sich nicht noch in drei Stufen verstellen lassen. Dabei sitzt der Fahrer jeweils auf dem gleichen exklusiven Niveau wie die Fondpassagiere.

Zwei Träume in weichem Leder

Vom Verkehr und der Umwelt bekommen die Insassen kaum etwas mit. Elektrisch lassen sich nicht nur die Sitzgelegenheiten in alle erdenklichen Positionen bewegen; auch die Jalousien an den hinteren Fenstern schließen auf Knopfdruck.

Perfekt wird der Reisekomfort durch das Unterhaltungsprogramm an Bord. Bildschirme im Fond zeigen auf Wunsch nicht nur die Reiseroute, sondern auch das gewünschte Fernsehprogramm. Der A8 wirkt gerade hier zwei Klassen besser als die S-Klasse. Zudem ist der Audi A8 eines der schnellsten Internetcafés. Mehrere Notebooks oder iPads können per Wlan betrieben werden. Das bieten Businesslimousinen im 21. Jahrhundert.

Ein Augenschmaus ist das weiche Leder in beiden Modellen. Allein die Ledernähte sind ein visueller Genuss. Für den Kaufpreis von 138.300 Euro für den A8 und 157.675 Euro für den Mercedes ist das durchaus zu verlangen.

Fazit: Nicht ganz überraschend kann der Audi A8 L 6.3 W12 die Limousinenlegende vom Thron stoßen. Der A8 ist deutlich moderner und bietet mit seinem Zwölfzylinder ein Triebwerk, das nahezu an den S 600 L heranreicht. In der Realität verbraucht der Audi weniger Kraftstoff und kann aus der Kombination von Achtstufenautomatik und Allradantrieb nennenswert Kapital schlagen. Auch im Innenraum liegt der Audi A8 mit grenzenlosem Luxus und zeitgemäßen Details vorne.

Der Mercedes kann nur zwei Kategorien für sich entscheiden. Das betagte Zwölfzylindertriebwerk mit doppelter Turboaufladung ist nach wie vor wie von einem anderen Stern und der Komfort von Federung und Dämpfung liegt vor der des Audi. Trotzdem reicht es für den Mercedes S 600 nur zu Platz zwei.

ham/sca/som/sgo/news.de/pi

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • lordnelson
  • Kommentar 2
  • 04.01.2012 18:52

Ich muss meinem Vorredner Recht geben: offensichtlich ein Werbebericht für die vier Ringe oder einfach absolute automobile Unkenntnis. Wer mal beide Wagen gefahren hat im Vergleich, wird die jahrzehntlange Überlegenheit in jedem Winkel spüren - auch und gerade bei der Qualität. Die Kritik am Innenraum bzw. Bedienung ist nicht nachvollziehbar, auch nicht erklärt worden. Zudem: wer in der Luxusklasse immer noch zweitklassigen Fahrkomfort (Audi) bietet, ist Fehl am Platze.

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  • Holzbrink
  • Kommentar 1
  • 26.09.2011 19:52

Wer testet hier? Das ist vermutlich ein PR-Artikel von Audi. Auto Motor und Sport kam jüngst beim gleichen Test zu einem anderen Ergebnis. Wer von den Topleuten fährt schon Audi(Merkel ausgenommen)? Dafür ist das Prestige einfach zu mickrig. Dies kann man auch an der Zahl der weltweiten Zulassungen absehen. Der Absatz ist noch nicht einmal halb so hoch wie der des BMW 7er und der Mercedes S Klasse.

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