Di., 22.05.12

Auslandsreisen 16.09.2011 Auch mit altem Lappen im Recht

Fahrzeugkontrolle (Foto)
Obwohl sich die EU-Länder verpflichtet haben, die Führerscheine der Mitgliedsstaaten anzuerkennen, hat sich dies offenbar noch nicht bis zu jedem Polizisten herumgesprochen.  Bild: ap

Von Sebastian Stoll

Böse Überraschung im EU-Ausland: Obwohl sich alle EU-Länder verpflichtet haben, alle nationalen Führerscheine anzuerkennen, hat sich dies offenbar noch nicht bis zu jeder Polizeidienststelle herumgesprochen.

Der alte Lappen komme nicht überall in der EU gut an: Immer wieder gibt es Beanstandungen, stellenweise werden gegen Urlauber, die noch einen rosafarbenen oder grauen Führerschein besitzen, sogar Bußgelder verhängt. «Wir bekommen regelmäßig Berichte über Probleme mit alten Führerscheinen bei Fahrzeugkontrollen», sagt Theo Wolsing von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. «Bei vielen Polizisten im Ausland herrscht hier leider offenbar noch Unkenntnis.»

Wolsing rät, in seiner solchen Situation zwar Ruhe zu bewahren - zugleich aber zu versuchen, sein Recht durchzusetzen. «Die von den Mitgliedstaaten ausgestellten Führerscheine werden gegenseitig anerkannt», laute der unmissverständliche Satz in der sogenannten EU-Führerscheinrichtlinie. «Das kann man den Beamten dann ruhig auch sagen», betont Wolsing. «Oft resultiert solcher Ärger auch einfach aus einem Missverständnis, einem sprachlichen Problem», sagt Wolsing. Wer ganz sicher gehen will, nimmt den Wortlaut der EU-Richtlinie gleich mit in den Urlaub.

Fehlerhafte Bußgeldbescheide lassen sich anfechten

Manchmal allerdings helfe auch das Vorzeigen der Führerscheinrichtlinie nichts, erläutert Wolsing. «Dann kommt man nicht an einem Bußgeld vorbei.» Immerhin könne man in aller Regel weiterfahren. Später könne man mit Hilfe eines auf Verkehrsrecht spezialisierten Anwaltes gegen einen Bußgeldbescheid vorgehen. «Man sollte sich aber zuvor überlegen, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt. Solche Strafen sind in vielen Fällen nicht höher als 30 oder 40 Euro.»

Völlig auf der sicheren Seite ist man, wenn man rechtzeitig vor der Reise seinen alten Führerschein gegen einen neuen im Scheckkartenformat umtauscht. Das kostet nach Angaben der Verbraucherzentrale 24 Euro, dauert aber je nach Wohnort bisweilen einige Wochen. Wer das EU-einheitliche Dokument sein Eigen nenne, müsse sich auf Reisen keine Sorgen mehr machen: «Über Probleme mit den neuen Führerscheinen haben wir keine Berichte vorliegen», sagt Verkehrsexperte Theo Wolsing.

rli/ham/som/news.de/dapd
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