Verkehr Mehr Tote und Verletzte auf Deutschlands Straßen

Wiesbaden (dpa/tmn) - Auf Deutschlands Straßen sind im ersten Halbjahr 2011 deutlich mehr Menschen gestorben und verletzt worden als im Vorjahr. Vor allem bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren stieg die Zahl der tödlich Verunglückten stark an.

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Mehr Tote und Verletzte auf Deutschlands Straßen Bild: dpa

Wiesbaden (dpa/tmn) - Auf Deutschlands Straßen sind im ersten Halbjahr 2011 deutlich mehr Menschen gestorben und verletzt worden als im Vorjahr. Vor allem bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren stieg die Zahl der tödlich Verunglückten stark an.

Auf den Straßen in Deutschland sind im ersten Halbjahr 2011 deutlich mehr Menschen gestorben und verletzt worden als vor einem Jahr. Die Zahl der Unfälle ging gleichzeitig leicht zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag (22. August) berichtete. 1809 Autofahrer, Fußgänger und Zweiradfahrer kamen in den ersten sechs Monaten ums Leben, das waren 141 oder 8,5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010. Fast genauso hoch war der Anstieg bei den Verletzten mit 8,1 Prozent auf 182 800.

Die Polizei nahm rund 1,12 Millionen Unfälle auf - 2,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Darunter waren erheblich mehr Unfälle mit Verletzten oder Getöteten als im Vorjahr (plus 8,8 Prozent). Das Risiko, im Verkehr tödlich zu verunglücken, war nach wie vor im Osten Deutschlands besonders hoch. Außerdem starben deutlich mehr Jugendliche und Motorradfahrer.

Die Zahl der Verkehrstoten geht im Jahresvergleich seit längerem deutlich zurück. Eine Erklärung für den jetzigen Anstieg im ersten Halbjahr 2011 ist auch, dass die Zahl im Jahr 2010 auf einen Rekordtiefstand gefallen war. Grund: Anfang 2010 gab es einen extrem harten Winter, der nach Angaben der Statistiker dazu führte, dass es besonders wenig schwere Unfälle gab. «Bei schlechter Witterung fahren weniger Menschen Auto und es sind auch weniger Zweiradfahrer und Fußgänger unterwegs», erläuterte Statistikerin Ingeborg Vorndran. «Im Sommer gibt es normalerweise mehr Tote.» Im ersten Halbjahr 2009 waren noch mehr Menschen auf den Straßen umgekommen als 2011.

Besonders krass: 52 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren starben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres - das waren 63 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2010.

Um das Unfallrisiko zu senken, lassen Beifahrer im Auto ihr Handy besser in der Hosentasche. Denn der Fahrer werde leicht abgelenkt, wenn der Beifahrer damit herumspielt, warnt Kay Schulte vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat in Bonn. Es kann böse enden, wenn jemand auf dem Beifahrersitz mit seinem Smartphone Musik abspielt, chattet oder auch nur SMS schreibt.

Besonders für Jugendliche sei das verführerisch: Denn sie ließen sich oft zu «Imponiergehabe» hinreißen, wenn sie mit anderen in ihrem Alter unterwegs sind. Neben dem Herumspielen mit dem Handy gehöre dazu etwa, dem Fahrer zum Spaß einen Klaps auf die Schulter zu verpassen oder ihm ans Lenkrad oder den Schaltknüppel zu greifen. «So etwas passiert regelmäßig», sagt Schulte.

Um das Unfallrisiko durch solche Aktionen zu senken, sei Aufklärungsarbeit ohne moralischen Zeigefinger gefragt. Geeignet seien zum Beispiel Verkehrserziehungsprojekte wie «RoadSense» von Mercedes, bei dem Unfallsituationen realistisch simuliert würden. «Anhand von weichen Bällen wird zum Beispiel gezeigt, zu welchem Geschoss auch ein Mobiltelefon bei einem Unfall werden kann.»

Daimler-Infos zum Projekt RoadSense

news.de/dpa

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