Na endlich: Daimler macht ernst. Im Frühjahr 2012 kann jeder den Elektro-Smart beim Händler kaufen. Er ist 120 km/h schnell und soll mindestens 140 Kilometer weit kommen. Für die letzten Meter liefert Smart das passende Elektro-Fahrrad gleich dazu.
Während BMW seine Elektroautos noch bauen muss und bei vielen Herstellern gerade frisch die ersten Modelle anrollen, ist für Smart das Stromer-Dasein schon fast ein alter Hut. Der Smart Fortwo Electric Drive rollt im Frühjahr 2012 in der dritten Generation an. Erstmals kann man ihn auch privat beim Händler kaufen. Vorher war er nur im gewerblichen Flotteneinsatz unterwegs. Im französischen Hambach will Smart eine fünfstellige Anzahl der neuen Stromer bauen. «Das vielfach zitierte elektrische Zeitalter ist mit der neuen Generation endgültig angebrochen», glaubt Smart-Chefin Annette Winkler.
Und in diesem Zeitalter wächst die Konkurrenz: Renault will mit mehreren Modellen, darunter dem puristischen Elektro-Ei Twizy (knapp 10.000 Euro), den Markt aufrollen. Der Preis des neuen Smart-Stromers ist noch nicht bekannt, dürfte aber rund dreimal so hoch sein. Der 55 kW starke Elektromotor des Wagens wird von einem 17,6 Kilowattstunden großen Lithium-Ionen-Akku gespeist, der laut Smart «deutlich mehr als 140 Kilometer» Reichweite liefern soll. Die Kraftspender stammen erstmals aus der Produktion der Deutschen Accumotive, einem Joint-Venture von Daimler und Evonik Industries.
Klimaanlage mit Smartphone-Steuerung serienmäßig
Der Smart Electric Drive hat einen größeren Grill, bekommt LED-Tagfahrlicht unterhalb der Scheinwerfer und ist grün lackiert. Zur Serienausstattung zählt die Klimaanlage, deren Funktion man von unterwegs mit dem Smartphone steuern kann, während das Auto noch an der Ladung hängt. So ist der Wagen bereits klimatisiert, wenn man die Fahrt beginnt. Vorteil der Aktion: Die Energie zur Kühlung zieht der Smart noch aus dem Stromnetz und belastet dafür nicht seine Akkus. Auch elektrische Fensterheber, Lederlenkrad, Servolenkung und Radio gehören zur Ausstattung des Stromers.
Mit einer weiteren Smartphone-Anwendung lässt sich die Fahrt am heimischen PC bereits planen, indem auf einer 3D-Karte alle erreichbaren Ziele und die verfügbaren Ladesäulen auf dem Weg angezeigt werden. Per E-Mail oder Twitter wird das Auto auch selbst aktiv, während es an der Ladung hängt: Sobald die Batterie genügenden Saft für ein gewünschtes Reiseziel hat, wird eine Nachricht an das Handy des Fahrers versandt.
Elektro-Fahrrad läuft 25 km/h
Smart bietet außerdem sein bereits vorgestelltes Elektro-Fahrrad, um den Pedelec-Trend nicht zu verpassen. Das E-Bike von Smart hat einen 250 Watt starken Elektromotor, der den Radler in vier verschiedenen Leistungsstufen und bis zu einem Tempo von maximal 25 km/h unterstützt. Je nachdem wie sehr und wie oft man sich vom Motor helfen lässt, soll der Saft im 400 Wattstunden großen Lithium-Ionen-Akku für bis zu 100 Kilometer reichen - das wäre erheblich mehr als bei den gängigen Pedelecs auf dem Markt. Der Akku ist herausnehmbar und wird zuhause an der Steckdose aufgeladen. Das Smart-Fahrrad kann noch mehr. Beim Bremsen wir der Radnabenmotor zum Generator und gewinnt per Rekuperation Energie für die Batterie zurück, ähnlich wie bei vielen Elektroautos.
Rahmen, Lenker und Räder des elektrischen Drahtesels sind im Smart-Design gehalten. Zur Ausstattung gehört ein USB-Anschluss für Smartphones. Leider hat das E-Bike auch beim Preis eine typische Smart-Eigenschaft: Es ist richtig teuer, kostet knapp 2900 Euro.
Erfahren Sie mehr über das Elektro-Duo von Smart in unserer Bilderstrecke.
sgo/ham/iwi/news.de