Di., 22.05.12

VW Sharan 12.08.2011 Zu teuer für einen Volks-Wagen

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Unser Testwagen: Der VW Sharan Comfortline mit 1.4-Liter TSI Aggregat und BlueMotion Technologie. Bild: auto.de

Von auto.de-Redakteur Holger Zehden

Raus aus der Krise: Großraumlimousinen wie der VW Sharan waren in den letzten Jahren abgemeldet: Dicke SUVs und Kombis liefen den Platzwundern den Rang ab. Der neue VW Sharan soll verlorenes Territorium zurückholen. News.de hat ihn getestet.

Der Sharan II hat so gar nichts mehr vom Charme eines auf Pkw umgerüsteten Nutzfahrzeugs, wie ihn sein Vorgänger versprühte. Und obwohl die Großraumlimousine aus Wolfsburg mit den Jahren und Modellpflegen immer mehr an Klasse gewann, läutet die Einführung des Sharan II eine neue Ära ein.

Unser Testwagen, ein Sharan Comfortline mit 1.4-Liter TSI Aggregat und BlueMotion Technologie wirkt bereits von außen hochwertig. Das liegt zum einen am VW-Einheitsgesicht mit den LED-Tagfahrlicht-Leisten, zum anderen an den aufpreispflichtigen Chromapplikationen rund um das Fahrzeug. Auffälligste Neuerung sind die Schiebetüren hinten, die den Zustieg zum Fond erleichtern und sich gegen Aufpreis voll elektrisch öffnen lassen.

Gut ausgestattet

Im Ausstattungsniveau Comfortline unseres Testwagens waren sowohl die Rundinstrumente des Armaturenbretts, als auch die Bedienelemente von Radio, Klima und Navigationssystem in der Mittelkonsole von Applikationen in Chromoptik eingefasst. Das Drei-Speichen-Multifunktionslenkrad bietet Steuerelemente für Bordcomputer, Radio sowie die Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Bereits in der Basisausstattung Trendline spendiert VW dem Sharan eine ordentliche Komfortausstattung.

Neben unzähligen Ablagefächern an den Sitzen, dem Dach, den Türen und dem Fahrzeugboden, verfügt der Sharan über eine Mittelarmlehne, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn und hinten, Ladekantenschutz und Start-Stopp-System mit Bremsenergierückgewinnung. Auch bei der Sicherheitsausstattung fährt der Sharan auf Augenhöhe mit den aktuellen Limousinen des VW Konzerns.

Aggregate mit maximal 200 PS

Dank Turboaufladung produziert der Motor unseres Testwagens aus nur 1.4-Litern Hubraum 150 PS und ein maximales Drehmoment von 240 Nm. In Verbindung mit dem aufpreispflichtigen automatischen Sechsgangang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) kann der 1.4-Liter TSI-Motor in dem fast fünf Meter langen und 1.74 Tonnen schweren Van überzeugen. Lediglich beim Kickdown gönnt sich der Sharan eine Verschnaufpause.

VW bietet den Sharan neben dem kleinsten Turbo-Benziner, dem 1.4-Liter TSI mit 150 PS, mit einem 200 PS starken 2.0-Liter TSI-Aggregat an. Bei den Selbstzündern lässt VW dem Kunden die Wahl zwischen zwei Leistungsstufen eines 2.0-Liter Turbodiesels mit BlueMotion Technology. Der Einstiegsdiesel liefert 140 PS und ein maximales Drehmoment von 320 Nm. Darüber rangiert der 2.0-Liter Common Rail Diesel mit 170 PS und 350 Nm Drehmoment.

Eigentlich könnte der Sharan ein grandioses Familienfahrzeug sein. Auf fünf oder sieben Sitzen bietet er jede Menge Platz. Auch Stauraum ist massig vorhanden. Der VW Sharan verbindet gelungen die Familienkutsche mit der komfortablen Businesslimousine. Schon für die Basisversion werden stolze 29.800 Euro fällig.

Ein gutes Auto mit irrwitzigen Preisen

Doch auch die Konkurrenz startet in ähnlichen Preisregionen. Am preiswertesten kommt man da noch mit dem ehemaligen Sharan-Zwilling Ford Galaxy, den es bereits ab 25.990 Euro gibt, davon. Der beinahe baugleiche Seat Alhambra startet mit 27.950 Euro. Aufgrund des höheren Wertverlusts des Spaniers sollte sich der Preisunterschied allerdings schnell relativieren. Peugeot und Seat fahren jedoch weit umfangreicher ausgestattet vor als der VW Sharan.

Unser Test-Sharan kam auf einen Endpreis von 50.360 Euro. Bei vergleichbarer Ausstattung, abzüglich der Kosten des Panorama-Glasdachs und der adaptiven Fahrwerksregelung (DCC), die überdies nur der Sharan bietet, kommt man mit einem Ford Galaxy immer noch etwa 3000 Euro, mit einem Peugeot 807 etwa 6000 Euro und mit einem Alhambra sogar 8000 Euro günstiger davon, als mit einem vergleichbar ausgestatten VW Sharan. Damit folgt auch die Großraumlimousine dem Kurs von VW, weg vom Volkswagen im wörtlichen Sinne und hin zum Premium-Segment. Bei diesen Preisen jedoch können sich höchstens betuchte Familien einen Sharan leisten.

Erfahren Sie mehr über den großen Wolfsburger Van in unserer Bilderstrecke.

sgo/sis/news.de
Leserkommentare (3) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • tsss
  • Kommentar 3
  • 12.08.2011 18:58
 

der Sharan mag ja ganz gut sein, aaaber: ich versteh nicht, was VW mit ihm will ... ich für meinen teil finde das modell komplett überflüssig. weil: sollte ich etwas grösseres als den Passat brauchen, dann nehm ich den Touran. und ist mir der zu auch noch zu klein, dann schau ich mich nach dem T5 um ... warum also den Sharan?

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  • Ritchi
  • Kommentar 2
  • 12.08.2011 18:27
 

Nun, das Gejammere über den Preis der VW-Modelle kenne ich schon aus den ADAC-Heften der 70er Jahre. Ich meine, dass die Verkaufszahlen das beste Argument sind, ob der Preis stimmt. Der Sharan hat lt. KBA in 2011 ca. 14.000 Käufer gefunden, der Zafira ca. 11.500. Der Sharan ist also keineswegs zu teuer für einen Volks-Wagen.

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  • Tom
  • Kommentar 1
  • 12.08.2011 15:16
 

Hui. Allerdings ein stolzer Preis: wo ist übrigens der Preisvergleich zum Opel Zafira, oder steht der in den Augen der Red. nicht im gleichen Segment (Familienkutsche). Bei dem Preis könnte mensch ja auch schon nen Mercedes Kombi ins Auge fassen oder gleich den Van. Allerdings muß ich eingestehen: Qualität hat ihren Preis, allerdings in den Luxus des Genusses wird das "Volk" hier nicht mehr so schnell kommen.

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