Bislang war es kostenlos, an Tankstellen den Reifendruck zu prüfen. Das wird an einigen Zapfanlagen jetzt anders. Schuld seien die hohen Wartungskosten, sagen die Anbieter. Der ADAC spricht von Geldschneiderei.
Rund 14.700 Tankstellen gibt es in Deutschland. Die Luft für den richtigen Reifendruck war dort bislang kostenlos. Nach Angaben der Jülicher Firma Air-Serv haben inzwischen aber mehr als 200 Stationen Luftdruckgeräte installieren lassen, an denen die Kunden eine Euro-Münze einwerfen müssen. «Das ist erst der Anfang, wir haben noch viel mehr Aufträge vorliegen», sagte Air-Serv-Geschäftsführer Nick Janssen.
Die großen Ölkonzerne wie Aral und ExxonMobile (Esso) führen die neue Technik nach eigenen Angaben bisher nicht aktiv ein. Ob allerdings die Tankstellenpächter, die nie nur unter deren Logos agieren, anders vorgehen, sei nicht bekannt.
Energieriese Shell hingegen will in den kommenden sechs Monaten zehn ausgewählte Tankstellen nahe der niederländischen Grenze mit kostenpflichtigen Reifenluftdruckgeräten ausstatten, berichtet Autobild. «Soweit wir hören, schätzen die Kunden an den Stationen, die entsprechende Automaten installiert haben, dass die Geräte jederzeit verfügbar sind», sagte Shell-Sprecher Matthias von Glischinski-Kurc. Wo es die kostenpflichtigen Geräte bereits gibt, zahlen Kunden für fünf Minuten Luft einen Euro.
ADAC spricht sich gegen Bezahlsystem aus
Shell will das Vorhaben zunächst als Modellprojekt laufen lassen. Nach einem Jahr solle Bilanz gezogen werden. Einer der Vorreiter bei der Einführung der neuen Technik ist die bayerische Tankstellenkette Benzin-Kontor aus Herrsching. «Wir haben die Geräte im September 2010 eingeführt und hatten nur wenige Beschwerden von Kunden», berichtet Manager Volker Graul.
Der ADAC lehnt die neuen Luftdruckgeräte ab. «Die Autofahrer sollten sich eine Tankstelle suchen, an der sie nicht bezahlen müssen», sagte Sprecher Andreas Hölzel. «Man fragt sich, wofür man noch alles zahlen soll? Ein bisschen Service muss sein, die Kraftstoffpreise sind hoch genug», sagte ein Sprecher.
Schuld an der Entscheidung, die Bezahlluftdrucksysteme einzuführen, seien laut Air-Serv die hohen Wartungskosten. Für die Überprüfung der Geräte, Strom, Eichkosten und Ähnliches fallen pro Tankstelle 400 bis 800 Euro jährlich an. Zudem würden tragbare Luftdruckgeräte oft gestohlen oder beim Rangieren beschädigt.
ham/som/zij/news.de/dapd/dpa
die oelkonzerne können den hals nicht voll bekommen, ich frage mich nur, ab wann es so weit ist das ich beim befahren des tankstellengeländes nutzungsgebühr entrichten muss. und der ADAC hat mal wieder nur gute ratschläge. mit der grossen mitgliederzahl sollte es möglich sein eigene tankstellen zu eröffnen und den multis zeigen wo es lang geht,siehe ALDI in österreich, doch reden ist bekanntlich leichter. darum bin ich nach 30 jahren raus aus dem ADAC
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