Opel Ampera Unterwegs ohne Grenzen  

Elektroauto ja, Einschränkungen im Alltag nein: Die meisten Deutschen sind den Stromern gegenüber aufgeschlossen, wollen aber keine geringere Reichweite des Fahrzeugs in Kauf nehmen. Opel verspricht mit dem Ampera Abhilfe. Eine erste Ausfahrt.

Unterwegs ohne Grenzen   (Foto)
Ab 42.9000 Euro Ende des Jahres bei den Opel-Händlern: der Opel Ampera. Bild: dapd

Opel will mit dem Ampera das Reichweitenproblem beseitigen. Das Versprechen: Elektrisch fahren, solange und wohin man will. Der Elektromotor übernimmt den Vortrieb der Vorderräder. Elektrisch fahren, allein mit Batterie, lässt eine Strecke von 40 bis 80 Kilometern zu. Größere Distanzen, insgesamt mehr als 500 Kilometer, lassen sich mit Reichweitenverlängerung Range ExtenderAggregat, dass einen Generator antreibt, und so Akkumulator und Elektromotor mit Strom versorgt. abdecken. So rückt das Thema Reichweite, bislang entscheidender Schwachpunkt rein batteriebetriebener Elektrofahrzeuge, in den Hintergrund und der Alltagswert des Stromers erreicht den eines herkömmlich angetriebenen Fahrzeuges.

Die Konkurrenztechnologie hat ein Problem: Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeuge sind keine Alternative zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Es mangelt schlichtweg an einem Tankstellennetz. Mit Opels Range Extender kann unbegrenzt elektrisch gefahren werden. Möglich wird das durch zwei Strom liefernde Stränge: Zum Ersten schöpft der Elektromotor, die Haupantriebsquelle im Ampera, Strom aus den 288 Zellen der Batterie. Deren Energiegehalt beträgt 16 kWh, eine vollständige Aufladung ist in etwa vier Stunden über die normale 230 Volt Haushaltssteckdose erledigt.

Opel Ampera: Das Range-Extender-Rezept

Zum Zweiten bezieht der Elektromotor Strom über einen 72 PS leistenden Generator, dessen Antrieb der Range Extender 1.4 Ecotec Benziner mit 68 PS übernimmt. Egal, woher der Strom kommt: Am Ende wird der Opel Ampera immer vom Elektromotor angetrieben.

Preise ab 42.900 Euro

Doch das Ticket in die Zukunft ist teuer: Für einen Opel Ampera sollen 42.900 Euro fällig werden. Die First Edition ePionier - voll ausgestattet - ist für 48.200 Euro zu haben. Allerdings dürfte der Einstiegspreis des Basismodells mit steigenden Stückzahlen nach unten gehen. Die Auslieferung der First Edition ePionier startet Ende 2011.

Es dürfte wohl allen Erstfahrern so gehen: Zunächst wird weniger auf die Wirtschaftlichkeit geachtet. Vielmehr ist die Beschleunigung beeindruckend. Typisch Elektromotor. Volle Leistung von Anfang an. So macht das grüne Gewissen Spaß.
Zentrales Informationselement im Innenraum ist die Geschwindigkeitsanzeige. Zur Linken erfolgt die Rückmeldung, ob der Elektromotor mit Batteriestrom oder dem Range-Extender-Benziner betrieben wird. Zudem steht neben dem entsprechenden Symbol die verbleibende Reichweite im jeweilige Modus, darunter die Gesamtreichweite aller verfügbaren Ressourcen.

Brems-Rekuperation an Bord

Im Innenraum imitiert Opel Honda: Was die Japaner bereits im Insight vormachten, kopieren die Rüsselsheimer mit einer Anzeige. Sie veranschaulicht durch Steigen oder Senken eines grünen Balls mit Blättern, ob verbrauchsintensiv oder wirtschaftlich gefahren wird. Steigt der Ball nach oben, wird beschleunigt, sinkt er hingegen, wird Bremsenergie nach dem RekuperationsprinzipRekuperative Bremsen sind Nutzbremsen, deren Energie in einen Speicher zurückgeführt wird. zurückgewonnen.

Der Fahrwahlhebel bietet neben den Standardeinstellungen die Stufe L. Die Besonderheit: Ähnlich der Motorbremse beim Verbrennungsmotor, wird der Wagen beim Rollen leicht gebremst und die so gewonnene Energie ins System zurückgeführt. Ist im Fahrbetrieb hingegen D gewählt, rollt der Wagen aus, ohne das Energie gewonnen wird.

Elektro war gestern: Die Brücke führt zum Wasser

Opel bietet mit dem Ampera ein Elektrofahrzeug, dessen Konzept auf Reichweitenverlängerung abzielt. Ermöglicht wird sie durch den Range-Extender-Benzinmotor, der dafür sorgt, dass mit dem Opel Ampera eine Strecke von mehr als 500 Kilometern möglich ist. Dabei lassen sich 40 bis 80 Kilometer, je nach Wetterlage und Fahrstil, rein mit Batteriestrom zurücklegen. Erst dann startet der Range Extender.

Der Elektroalltag klappt

Der Ampera ist ein Elektrofahrzeug, das sich schon heute problemlos im Alltag nutzen lässt. Und das, ohne Abstriche in Reichweite oder Komfort hinnehmen zu müssen. So wird der Opel Ampera ein voll einsatzfähiges Elektroauto, das dank Reichweitenverlängerung im Alltagsnutzwert und der Praktikabilität mit einem herkömmlich betriebenen Fahrzeug vergleichbar ist.

Nicht mehr als 60 Kilometer legen die Deutschen im Schnitt mit dem Auto im Alltag zurück. Und sollte der Familienurlaub anstehen, lässt sich auch der mit dem Ampera bewältigen.

In der Praxis gibt es lediglich zwei Punkte, die bei einer Anschaffung im Moment erschwerend wirken. Zum einen muss eine Steckdose für die vier Stunden währende Aufladung der Batterie zur Verfügung stehen, zum anderen ist der Einstiegspreis von 42.900 Euro für das Basismodell nicht unerheblich. Werden diese Punkte vernachlässigt, ist der Opel Ampera mit Range Extender eine sinnvolle Alternative zu rein batteriebetriebenen Elektroautos. Die Technologie ist kein Schnellschuss, sondern genügt den täglichen Herausforderungen des Alltags.

sgo/ham/som/news.de

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