Mietwagen Fahrt ins Blaue statt blaues Wunder

Fahrt ins Blaue statt blaues Wunder (Foto)
Freiheit im Urlaub: Wer sich einen Mietwagen gönnt, kann touristische Ziele auf eigene Faust ansteuern. Bild: dpa

Von Norbert Michulsky
Wer im Urlaub mit dem Mietwagen unterwegs ist, muss einige Regeln beachten - sonst droht ein böses Erwachen. Wir verraten, wie Sie am cleversten mit dem Vermieter verhandeln und was Sie dabei haben sollten.

Unter den Mietwagenanbietern in Ferienländern sorgen schwarze Schafe der Branche immer wieder für Frust und Ärger bei Urlaubern. Mal werden Schäden reklamiert und in Rechnung gestellt, die bereits vorhanden waren. Mal gibt es Ärger mit der Tankregelung oder mit restriktiven Konditionen bei der Nutzung des Fahrzeugs. «Vor allem bei der Übernahme und Rückgabe des Mietwagens ist Vorsicht angebracht», sagt Willy Matzke vom österreichischen Autoclub ÖAMTC in Wien.

Bei der Fahrzeugübernahme empfiehlt der Fachmann einen Rundgang ums Auto. «Dabei sollte man unbedingt auf abgefahrene Reifen, Licht-, Blech- und Lackschäden achten», sagt Matzke. Selbst geringfügige Mängel und Kratzer sollte man sich vom Vermieter schriftlich bestätigen lassen.

Checkliste
So klappt's mit dem Mietwagen

Üblicherweise wird ein Mietauto vollgetankt zur Verfügung gestellt. «Eine Abklärung der Tankregelung im Vorhinein ist dennoch sinnvoll. Wenn im Mietvertrag Übergabe und Rückgabe mit vollem Tank vereinbart sind, sollte man eine abweichende Tankanzeige sofort reklamieren», sagt Matzke. Vorsicht sei zudem geboten, wenn der Vermieter als Sonderservice anbiete, das Fahrzeug selbst aufzutanken. Die Kosten dafür seien meist höher, als wenn man selbst zur Tankstelle fahre. Außerdem könne so die verrechnete Menge nicht kontrolliert werden.

Zusagen des Vermieters schriftlich festhalten

Der Mietvertrag sollte unbedingt schriftlich abgefasst sein. Bei Unklarheiten heiße es, sofort nachzufragen. «Alle vom Vermieter gemachten Zusagen sollten unbedingt schriftlich festgehalten werden», sagt der ÖAMTC-Experte. Bereits zuvor sollte man sich erkundigen, welche Dokumente (Führerschein, Reisepass) notwendig sind.

Ohne Kreditkarte ist das Mieten eines Autos oftmals nicht möglich. Zudem verlangen manche Autovermieter ein Mindestalter zwischen 21 und 25 Jahren. Einige legen auch ein Höchstalter fest. Bei Nichterfüllung fallen zusätzliche Gebühren an oder man bekommt kein Auto. Vorausgesetzt wird oft, dass man den Führerschein schon mindestens ein Jahr besitzt.

Unbedingt vorab geklärt werden sollte, wer das Fahrzeug überhaupt lenken darf. «Wenn nur eine Person im Mietvertrag aufgeführt ist, besteht auch nur für einen Fahrer Versicherungsschutz», erläutert Matzke eine weitere Gepflogenheit der Branche.

Selbst für die entsprechende Ausstattung sorgen

Von Land zu Land unterschiedlich ist geregelt, was in einem Fahrzeug mit an Bord sein muss. Mal besteht Warnwestenpflicht, mal - wie in Spanien - wird ein Ersatzlampenset verlangt. Diese gesetzlichen Mitführpflichten im Urlaubsland gelten auch für Mietautos. Leider statten erfahrungsgemäß nicht alle Vermieter ihre Fahrzeuge mit den notwendigen Utensilien aus. In diesem Fall muss selbst für die entsprechende Ausstattung gesorgt werden.

Eigeninitiative ist zudem angesagt, um sich über die jeweiligen Regelungen im Fall von Unfall, Panne oder Diebstahl zu informieren. «Grundsätzlich ist es vernünftig, bei einem Unfall im Ausland immer die Polizei zu verständigen und einen Unfallbericht auszufüllen», rät der ÖAMTC-Experte.

Einen europäischen Unfallbericht kann man sich bereits vor der Reise besorgen. In ihm sind alle wichtigen Fragen zusammengefasst. Beide Unfallbeteiligten füllen ihn aus. Er sieht europaweit identisch aus. Eine Version in zehn Sprachen kann auf der Website des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft bestellt werden. GDV-Sprecherin Katrin Rüter warnt: «Die Billigtarife kleiner Mietwagenfirmen in Urlaubsländern sind oft mit einschränkenden Konditionen verbunden. Die Versicherungsleistungen können minimiert sein, also das Kleingedruckte sorgsam lesen, um keine bösen Überraschungen zu erleben.»

Erfahren Sie in unserer Bilderstrecke die Profi-Tipps des ÖAMTC, worauf Sie bei Mietwagen achten sollten.

sgo/ham/news.de/dapd

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