Bis zu 70 Cent müssen Autofahrer inzwischen bezahlen, wenn sie die Toiletten an deutschen Rastplätzen nutzen wollen. Das Geld kann man sich sparen - mit Hilfe einer aktuellen Internetseite.
Per Handy lässt sich auf www.gratispinkeln.de nachschlagen, wo das nächste kostenfreie stille Örtchen zu finden ist. Zudem bietet die Homepage auch Zusatzprogramme für Navigationsgeräte zum Download - die Funktion ist die gleiche.
So manchem Deutsche dürfte das entgegenkommen. Immerhin zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov: Vier von fünf Deutschen halten die Toilettengebühren für zu hoch. Außerdem sind viele Toiletten in einem schlechten Zustand.
Nur jeder Vierte sucht Alternativen
Nur gut die Hälfte der Befragten (52 Prozent) ist mit der Qualität der Raststätten insgesamt zufrieden. Aber nur jeder Vierte (25 Prozent) sucht regelmäßig alternative Pausenplätze abseits der Autobahnen. Insgesamt suchen fast zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) zumindest manchmal Alternativen, nur jeder zehnte Befragte (10 Prozent) ist den Autobahnraststätten immer treu.
Kleine und große «Geschäfte» an Parkplätzen ohne WC im Gebüsch zu erledigen, um sich vor Klo-Kosten zu drücken, ist keine Alternative zur Toilette: Wer dabei erwischt wird, muss mit einer saftigen Strafe rechnen. Das Gesetz sieht bis zu 1000 Euro Bußgeld vor.
Pinkeln hinter der Leitplanke: Zwei Punkte und eine saftige Geldstrafe
Parkt ein Autofahrer seinen Wagen auf dem Standstreifen einer Autobahn und erleichtert sich hinter der Leitplanke, kommen noch 40 Euro und zwei Punkte in Flensburg dazu. «Denn auf dem Pannenstreifen ist das Halten und Parken hierzulande verboten», erläutert Joseph Harrer vom Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD). «Es sei denn, es liegt ein Notfall vor.»
Die Notdurft gilt allerdings nicht als Notfall, betont Harrer. Auch dann nicht, wenn man mit randvoller Blase im Stau stecke und die nächste Toilette unmöglich rechtzeitig erreichen kann. Wer sich in diesem Fall trotzdem für einen kurzen Stopp auf dem Pannenstreifen entscheidet, sollte unbedingt den Warnblinker einschalten - und muss darauf hoffen, dass die Polizei ein Auge zudrückt.
ham/sgo/news.de/dpa