Nissan X-Trail SUV steht zu seinen Gelände-Genen

Er hat seine Wurzeln nicht vergessen: Der modellgepflegte X-Trail steht zu seiner Offroad-Herkunft. Die optischen Retuschen machen ihn hübscher, aber nicht weniger geländetauglich. News.de war mit dem rustikalen SUV unterwegs.

Nissan X-Trail (Foto)
Der Nissan X-Trail ist in der Basisversion XE mit 150 PS und Sechsgangschaltgetriebe für 30.220 Euro zu haben. Er wird ausschließlich mit Dieselaggregaten angeboten. Bild: news.de

Er war der erste, der den Gedanken des SUV konsequent zu Ende dachte – und auch mit reinem Frontantrieb erhältlich war. Doch als Lifestyle-SUV haben die Japaner längst den Qashqai im Programm. Der verkauft sich wie geschnitten Brot und war 2010 gar das meistverkaufte Nissan-Modell in Europa. Ein Abgesang auf den X-Trail also? Von wegen. Der kann sich fortan ganz auf seine kernigen Wurzeln konzentrieren.

Deshalb hat Nissan den Wagen zum Modelljahr 2011 auch nicht grundlegend verändert, sondern das bestehende Konzept lediglich modifiziert. Die Optik ist noch immer kantig und kastenförmig. Ein Attribut an die Geländewurzeln des X-Trail: Der ohnehin verkaufsschwache Benziner hat sich aus dem Programm verabschiedet. Fortan ist der Wagen nur noch mit zwei Vierzylinder-Dieselaggregaten erhältlich. Die drehmomentstarken Motoren kommen der Nutzfahrzeug-Charakteristik entgegen.

Nissan X-Trail: Einer fürs Grobe

Zur Modellpflege gab's eine schickere Optik

Trotzdem zollen die japanischen Entwickler in der 2011er-Version dem Asphalt mehr Tribut, als die rustikale Schale vermuten lässt: Die Fahrwerksabstimmung wurde deutlich in Richtung Straße optimiert. Lediglich in Kurven fallen heftige Nick- und Wankbewegungen des Nippon-Kastens negativ auf. Der Laufsteg-Faktor ist gestiegen. Die Lampen glänzen mit schicker LED-Technik und im Gesamteindruck ist alles ein wenig edler geraten. Das braucht ein Geländewagen nicht zwangsweise. Schaden richtet es aber auch keinen an.

Im Innenraum hingegen ist der X-Trail deutlich aus dem Schlamm heraus gefahren, hat seine Nutzfahrzeug-Charakteristik hinter sich gelassen – und sich damit zum Guten gewendet. Zur Erinnerung: Der Vorgänger bot im Cockpit noch den Plastik-Charme eines Handwerker-Transporters. Dazu ärgerte die schlechte Lesbarkeit der Instrumente, welche mittig im Armaturenbrett platziert waren. 2011 präsentiert sich das kompakte Allrad-SUV mit feinen Materialien und einer Oberfläche, die sich endlich gut anfasst. Die klassischen Rundinstrumente sind nun dort angebracht, wo sie hingehören: vor dem Fahrer. Zwischen den beiden Runduhren für Geschwindigkeit liegt der gut ablesbare Bordcomputer.

Nissan X-Trail: Ich weiß, wo ich herkomme
Video: sgo

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Das news.de-Testfahrzeug war zudem mit einem elektrischen Panoramadach aus Glas ausgestattet. Die empfehlenswerte Option sorgt für ein luftiges Raumgefühl und lässt die ohnehin üppige Kopffreiheit zusätzlich zur Geltung kommen. Leider ist es nur im 1200 Euro teuren Style-Paket erhältlich. Dies enthält außerdem verdunkelte Scheiben an den Seiten und dem Heck, sowie Leichtmetallfelgen mit 225 Millimeter breiten Pneus.

Eine perfekte Besetzung ist das manuelle Sechsganggetriebe. Die Schaltstufen sind präzise schaltbar, die Übersetzung ist als gelungen zu bezeichnen. Beim Verbrauch allerdings müssen die Ingenieure nacharbeiten: Die in Aussicht gestellten 6,4 Liter sind praktisch nicht zu erreichen. Im Schnitt spritzten die Düsen 8,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer beim news.de-Test in die Brennräume. Schnelle Autobahnfahrten und viel Stadtverkehr goutiert die Maschine mit bis zu zehn Litern Verbrauch.

Ein Individualist, der zu seinen Offroad-Wurzeln steht

Fazit: Obwohl in der beliebten Klasse der kompakten SUVs inzwischen viele Hersteller um die Gunst der Kunden buhlen, so hat der X-Trail sein klares Alleinstellungsmerkmal – den rustikalen Charakter. Die Offroad-Wurzeln der Gattung sind bei ihm klar erkennbar. Hohe Geländetauglichkeit, kantig-kernige Optik und viel Praktikabilität und Flexibilität im Innenraum tragen dem Rechnung.

Durch die Modellpflege hat der X-Trail nun endlich eine ansprechende Haptik und ein gediegenes Interieur. Das öffnet ihn nun auch für Kunden, die ein SUV als praktischen und sicheren Ersatz für einen Van oder einen Kombi wollen. Wer sich an der Förster-Optik nicht stört, bekommt viel Nutzwert und die Gewissheit, eine Entscheidung abseits des Mainstreams getroffen zu haben: Im Jahr 2010 entschieden sich lediglich 1023 Käufer für einen Nissan X-Trail. Er ist und bleibt ein Nischenfahrzeug.

roj/wam/news.de

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Andreas
  • Kommentar 2
  • 11.09.2011 18:16

Habe den X-Trail LE mit 173 PS seit 01.2011 und bin dem Auto sehr zufrieden, auch wenn die Materialanmutung im Innenraum nach wie vor weit weg von den deutschen Wettbewerbern ist. Ansonsten ein tolles Auto mit viel Platz, hoher Variabilität, einem Durchschnittsverbrauch von ca 7 -8 Litern (den ich absolut i.O. finde) und komfortablen Fahreigenschaften.

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  • ms1958
  • Kommentar 1
  • 05.07.2011 11:54

Ich hab seit 04/11 den 150PS Xtrail mit 6Gang Schaltgetriebe. Bei mir liegt der Verbrauch anfänglich bei 7,5L Diesel/100 km.Nun hat es sich bei 7L/100km eingependelt. Ich fahre viel Landstrasse. LED's hat er nur in den Heckleuchten.Vorne sieht's nur so aus durch das Blau eigefärbte Glas,dahinter sind aber übliche Standlichtglühlampen. Die habe ich ersetzt duch passende LED Leuchten mit 10 LED's. Unter der Stoßstange habe ich Tagfahrlichter montiert.-Da dies eh bald Vorschrift wird,hab ich nicht verstanden,warum die zum aktuellen Facelifti nicht werkseitig eingebaut wurden. ms1958 07/2011

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