Di., 22.05.12

Nissan Pathfinder 17.06.2011 Ein Ausflug auf den Brocken

Ein Ausflug auf den Brocken (Foto)
Der Pathfinder ist Nissans Trumpf für die Familie. Ein echter Offroader ist das dicke SUV hingegen nicht. Bild: news.de

Von news.de-Redakteur Sascha Gorhau

Geländewagen, Limousine, Van: Der Nissan Pathfinder will alles sein. Von außen gibt der japanische Quader den Macho, präsentiert sich innen aber als Softie. Gelingt der Spagat? News.de war mit dem Nippon-SUV unterwegs.

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2,2 Tonnen, 9 Quadratmeter Grundfläche. Was für ein Brocken! Als Stadtspielzeug taugt der alles andere als zierliche Japaner, der im spanischen Nissan-Werk gefertigt wird, nicht unbedingt. Oder? An der Rückfahrkamera scheitert es nicht. Die ist bitternötig und funktioniert im Alltag hervorragend. Der Wendekreis des Pathfinder fällt im Gegensatz zu seinem Äußeren nicht aus dem Rahmen, was seine Praktikabilität in der Stadt enorm erhöht: 11,9 Meter benötigt hierfür beispielsweise auch der deutlich kompaktere BMW X3.

Sowohl Stadtvolk als auch Abenteurern gefällt das enorme Ladevermögen des Pathfinder: Bis zu 2100 Liter stehen bei Bedarf, ausgebauter dritter Sitzreihe und umgeklappter Rückbank zur Verfügung. Der Umbau geht leicht von der Hand, lediglich die Laderaumabdeckung verlangt zur (De-)montage einige Fummelei.

Innen vergessen die Passagiere ganz schnell, dass sie eigentlich in einem geländegängigen Fahrzeug sitzen: Leder, Zweizonenklimaautomatik und viel Platz auf der Vorder- und der Rücksitzbank. Dazu eine Sitzverstellung, ein bequemer Tempomat und eine zeitgemäße Multimediaausstattung.

Erfahren Sie Details zum Innenraum des Pathfinder hier.

Kräftiger und durstiger V6-Turbodiesel

Das Aggregat verfügt über genug Kraft, um nicht nur in der Stadt zu bestehen. Der Motor ist ein Sechszylinder. Das ist unüberhörbar. In unteren Drehzahlregionen grummelt das Aggregat, zieht den Riesen vehement voran. 550 Nm Drehmoment katapultieren den Geländewagen trotz stattlicher 2,3 Tonnen Lebendgewicht nach vorn. Hohe Drehzahlen braucht das Aggregat in V-Bauweise mit drei Litern Hubraum dafür nicht – bereits bei 1750 Kurbelwellenumdrehungen liegt der Kraftberg an.

Nissan Pathfinder
Seine Wege sind unergründlich
Video: sgo/news.de/Unitec

Die 231 PS werden da fast zur Nebensache. Der Sechsender erledigt seine Aufgabe dank Common-Rail-Mehrfacheinspritzsystem kultiviert. Höhere Drehzahlgefielde goutiert das Aggregat mit kernigem Sound. Trotz einem - Bauweise sei Dank - unterirdischen Luftwiderstandswert von 0,38 schwimmt der Pathfinder auch auf der Autobahn gut mit. 200 km/h sind möglich.

Dann allerdings beeindruckt neben der bulligen V6-Klangkulisse auch der Verbrauch von deutlich über 15 Litern. Im news.de-Testzyklus konsumierte der Nissan 10,4 Liter Diesel. Ein akzeptabler Wert für die Fahrzeugklasse, der die Konkurrenz teils deutlich unterbietet. Von Sparsamkeit ist der Brocken jedoch immer noch so weit entfernt wie Gregor Gysi von einer CDU-Mitgliedschaft.

Die Bremsen sind top

Eine beruhigende Tatsache in Anbetracht der Leistung und des hohen Gewichts des Nippon-SUVs ist die Standfestigkeit der Bremsen: Die Verzögerungswerte sind top. Messungen der Kollegen von Auto Bild bestätigen einen Bremsweg von 38 Metern aus 100 km/h.

Wer einen Nissan Pathfinder sein Eigen nennen will, der muss mindestens 39.030 Euro auf den Tisch legen. Dann nagelt im Bug der 2,5-Liter-große Diesel-Vierzylinder in der Basisausstattungslinie XE. Der Pathfinder ist ausschließlich mit Selbstzündern erhältlich. Über die mittleren SE-Modelle führt der Weg in den Ausstattungsolymp zur reichhaltig bestückten LE-Serie. Das von uns gefahrene Testfahrzeug mit dem kräftigen V6-Motor kostet mindestens 53.370 Euro. Wermutstropfen: Durch die reichhaltige Serienausstattung halten sich die Kosten für aufpreispflichtige Sonderwünsche in Grenzen.

Am Ende des news.de-Tests war klar, dass der Pathfinder im Grunde seines Herzens eine gute Seele ist. Von außen bläst er mit dicken Walzen und kerniger Offroad-Optik die Backen auf - ist aber eigentlich ein Lieber: mit Platz für die ganze Familie, guten Fahreigenschaften, viel Sicherheit und hohem Nutzwert. Der Pathfinder ist kein wilder Hund, sondern ein sympathischer Kumpel. Allerdings hat er einiges an Speck auf den Rippen, er ist einfach ein riesiges Auto. Das macht ihn in der Stadt schon mal zum Elefanten im Porzellanladen, wie Kollegin Hannemann erfahren musste.

Erfahren Sie mehr über den news.de-Test des Nissan Pathfinder in unserer Bilderstrecke.

bok/sis/news.de
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