Beim Q5 stößt Audi nun mit dem Hybridkonzept in die SUV-Mittelklasse vor. Die Ingolstädter machen dabei keine halben Sachen: Modernste Akkus und eine ausgeklügelte Technik sind an Bord.
Nein, er rechnet sich nicht. Zumindest nicht wirtschaftlich und nicht in Deutschland. Der Audi Q5 Hybrid vereine die Fahrleistungen eines Sechszylinders mit dem Verbrauch eines Vierzylinders, schwärmen die Ingolstädter. Stimmt. Doch bis sich die 12.350 Euro Mehrpreis zum normalen 2.0-Liter-TFSI mit dem gleichen, aber eben nicht elektrisch unterstützten Benzinmotor rechnen, reicht ein Autoleben sicher nicht.
Zumindest optisch unterscheidet sich der hybride Q5 kaum von seinen herkömmlich motorisierten Brüdern. Von außen ist der 4,63 Meter lange 1,9-Tonner allenfalls von den seitlich und am Heck angebrachten «Hybrid»-Logos zu erkennen, an den Felgen im Turbinendesign, dem schwarz lackierten Singleframe-Grill oder den Chromblenden an den Endrohren. Nur wer den Zentimeterstab anlegt wird sehen, dass der Hybrid mit 1,63 Metern auch etwas niedriger auf der Straße steht als seine Brüder. Das bringt dem Hybriden einen Strömungswiderstand von 0,32.
Effizientere und leichtere Akkus
Innen hat sich ebenfalls wenig verändert: Viel Platz vorne wie hinten, bequeme Sitze, hochwertige Materialien und Verarbeitung - alles wie gehabt. Erst, wenn man auf dem Fahrersitz Platz nimmt und den Startknopf drückt, zeigen sich die Unterschiede. Statt eines Drehzahlmessers links vom Tacho findet sich dort ein «Powermeter», das in Prozenten Auskunft gibt, wie viel Leistung gerade abgerufen wird. Am liebsten hat es der Q5, wenn sich der Zeiger im grünen Bereich bewegt, entweder weil komplett elektrisch gefahren wird oder zumindest spritsparend. Über eine Taste im Armaturenbrett lässt sich zumindest signalisieren, dass man bevorzugt elektrisch und ohne Verbrennungsmotor fahren möchte.
Die meisten aktuellen Hybridmodelle schleppen auch noch herkömmliche Nickel-Metallhybrid-Batterien mit sich herum. Unter dem Ladeboden des Q5 Hybrid dagegen speichern deutlich effizientere und leichtere Lithium-Ionen-Akkus den Strom. Von den offiziell 540 Litern Gepäckraum, die der Q5 bei aufgestellter Rückbank normalerweise hat, sind 80 Liter als Staufach unter dem Ladeboden zu finden. Die fallen im Hybrid nun weg. Übrig bleibt ein Kofferraum von 460 Litern, der sich durch das Umlegen der Rückbank auf 1480 Liter erweitern lässt.
Elektro- und Benzinmotor leisten zusammen 245 PS
Als Benzinmotor nutzt Audi das bewährte 2.0 TFSI-Aggregat aus dem VW-Konzernregal: zwei Liter Hubraum, 211 PS Leistung samt einem maximalen Drehmoment von 350 Nm zwischen 1500 und 4200 Touren, Benzin-Direkteinspritzung und Turboaufladung - mit das feinste, was der Konzern mit vier Zylindern zu bieten hat. Arbeiten Verbrennungs- und Elektromotor im Boostbetrieb kurzzeitig zusammen, addiert sich die Systemleistung auf 245 PS und ein maximales Drehmoment von 480 Nm.
Offiziell soll der Verbrauch des Audi Q5 Hybrid im Schnitt gerade mal 6,9 Liter auf 100 Kilometer betragen - 1,2 Liter weniger als beim reinen Benziner. Mit einem Basispreis von 53.700 Euro ist der Hybrid der teuerste Q5. Doch wer nach Alternativen sucht, wird in diesem Bereich ohnehin kaum fündig. Hybride SUV finden sich in der Regel erst eine Klasse höher und zu oft deutlich höheren Preisen.
Lesen Sie hier, welche optische Performance der Hybrid an den Tag legt.
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