Der Werbeslogan «Er rollt und rollt...» machte den Käfer weltberühmt. Inzwischen kann auch der VW New Beetle das Prädikat schon fast für sich in Anspruch nehmen: Seit 1998 auf dem Markt, fällt der New Beetle beim TÜV dadurch auf, dass er nicht auffällt.
Das Design des New Beetle mit den freistehenden Kotflügeln, der gerundeten Fronthaube sowie den angedeuteten Trittbrettern ist eine Anspielung auf den VW Käfer. Bislang wurden weltweit rund 1,14 Millionen Fahrzeuge verkauft, davon 226.000 als Cabrio. Inzwischen wird für das nächste oder übernächste Jahr der Nachfolger erwartet.
Der New Beetle steht ständig im Vergleich zum alten Käfer: Dabei beschränken sich die Gemeinsamkeiten der Modelle auf die Optik und die Rostprobleme mit dem Auspuff. Und noch etwas: Käfer alt und Beetle New waren - respektive sind - gern gesehene Kunden in den TÜV-Hallen: «Der New Beetle ist technisch ein solides Fahrzeug. Hervorragend schneidet das Modell bis ins hohe Alter im Kapitel Fahrwerk ab. Rostprobleme gibt es nicht. Zudem zeichnen den New Beetle stabile Antriebswellen und Vorderachsen aus. Negative Auffälligkeiten gibt es bei Modellen ab neun Jahren mit der Hinterachse. Sehr gut ist das Bild überdies bei den Bremsleitungen», bestätigt TÜV-Süd-Autoexperte Philipp Puls.
Augenmerk auf Wartungsintervalle legen
Mit der Tradition rostender Auspuffe scheint man im Hause VW indes nicht brechen zu wollen: Hier liegt der New Beetle deutlich schlechter als der Durchschnitt der bewerteten Fahrzeuge - und das bereits bei Fahrzeugen, die nach drei Jahren erstmals beim TÜV vorfahren. Ungeachtet der TÜV-relevanten Themen liest sich der technische Kummerkasten im TÜV-Report wie eine Blaupause des Golf IV, heißt: defekte Fensterheber, wackelnde Sitze sowie Probleme mit Luftmassenmesser und Zahnriemen.
Die Nähe zu den Mängeln des Golf IV ist nicht weiter verwunderlich, bezieht der New Beetle doch die wesentlichen technischen Komponenten von diesem. Gerade mit Blick auf den Zahnriemen gilt es insbesondere für Gebrauchtwagenkäufer, ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Wartungsintervalle zu legen.
Nur bedingt für Freude sorgt der Nutzwert des Freizeitmobils. Architektonisch ist der New Beetle ziemlich verbaut. Die Raumaufteilung ist freundlich betrachtet extravagant, realistisch betrachtet unpraktisch. Abgesehen von der eingeschränkten Übersichtlichkeit macht die Frischluftversion des New Beetle viel Spaß. Vorausgesetzt man hat die passende Motorisierung gewählt.
Nicht alle Motoren sind geeignet
Die Spanne der zur Verfügung stehenden Aggregate ist VW-typisch groß. Geeignet sind nicht alle Motoren. Allenfalls für Anhänger des beschleunigungsfreien Fahrens taugt der 75-PS-Motor. Ordentlich unterwegs ist man mit dem Zweiliter-Benziner (115 PS); bei eher sportlichen Menschen kommt mit dem 1,8-Liter-Turbo (150 PS) Freude auf - allerdings nicht an der Tankstelle. Zwischen dem Benziner-Ensemble hat VW noch zwei TDI mit 90 und 100 PS für den New Beetle bereit gestellt.
Die grundsätzliche Solidität des New Beetle schlägt sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt in stabilen Preisen nieder. Besonders gefragt ist hier das Cabrio. So werden für Modelle Baujahr 2006 mit rund 40.000 Kilometer Laufleistung Preise ab 11.500 Euro aufgerufen.
rli/ham/news.de/ddp