Verkehr Sicherheit im Verkehr: Tipps für ältere Radfahrer

Sicherheit im Verkehr: Tipps für ältere Radfahrer (Foto)
Sicherheit im Verkehr: Tipps für ältere Radfahrer Bild: dpa

Bonn (dpa/tmn) - Mehr ältere Menschen nutzen das Fahrrad als Alternative zum Auto. Insbesondere Pedelecs - Räder mit elektrischem Hilfsmotor - liegen im Trend. Gerade Senioren sollten einige Tipps beherzigen, um die Gefahren im Straßenverkehr zu minimieren.

Bonn (dpa/tmn) - Mehr ältere Menschen nutzen das Fahrrad als Alternative zum Auto. Insbesondere Pedelecs - Räder mit elektrischem Hilfsmotor - liegen im Trend. Gerade Senioren sollten einige Tipps beherzigen, um die Gefahren im Straßenverkehr zu minimieren.

Körperliche Beweglichkeit und Fitness lassen im Alter naturgemäß nach - dadurch steige das Unfallrisiko, warnt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR). Hinzu komme, dass ältere Radler bei einem Sturz oder Crash ein höheres Verletzungsrisiko haben. Mit einem passenden Rad, einer besonnenen Fahrweise und guter Sicherheitsausstattung lassen sich diese Gefahren minimieren.

Fahrradmodelle: Ältere Radfahrer sollten Fahrradmodelle mit tiefem Durchstieg wählen. Das erleichtert das Auf- und Absteigen, weil der Rahmen nicht zur Stolperfalle werden kann. Auch muss die Rahmengröße zur Körpergröße passen: Zum Beispiel sollte der Boden mit den Füßen sicher erreichbar sein, erläutert der DVR. Ein hoher Lenker ermöglicht eine aufrechte Sitzhaltung und dadurch eine bessere Wahrnehmung des Verkehrsgeschehens.

Technik: Senioren sparen besser nicht an zuverlässiger Technik: Der DVR empfiehlt etwa wartungsarme Hydraulik-Felgenbremsen. Beim Fahrradkauf sollte ausreichend Zeit zum Probesitzen und -fahren eingeplant werden.

Fahrradhelm: Ein Fahrradhelm ist Pflicht - egal ob bei kurzen Fahrten zum Einkaufen oder längeren Touren am Wochenende. Er verringert bei Stürzen oder Unfällen das Risiko schwerer Kopfverletzungen. Allerdings muss der Helm wie angegossen passen. «Er darf nicht im Nacken sitzen oder die Stirn freilassen, sondern muss gerade auf dem Kopf sitzen», erläutert der DVR.

Kleidung: Auffällige Kleidung schützt vor Zusammenstößen mit anderen Verkehrsteilnehmern: Je eher beispielsweise Autofahrer einen Radfahrer wahrnehmen, desto besser können sich auf ihn einstellen. Kräftige, leuchtende Farben sind tagsüber zu empfehlen, reflektierende Streifen funkeln abends im Scheinwerferlicht.

Pedelecs: Beliebt bei älteren Menschen sind die komfortablen Pedelecs: Bis Tempo 25 unterstützt bei diesen Rädern ein Batterieantrieb den Fahrer beim Treten. Das birgt Gefahren, warnt der DVR. Denn für Autofahrer sei es oft schwierig zu erkennen, wie schnell ein Radler tatsächlich unterwegs ist: «Ein Senior auf einem Pedelec kann jetzt wegen der Elektrounterstützung viel schneller auftauchen als aus der Erfahrung gelernt.» An Ausfahrten und Kreuzungen könne es dadurch riskant werden. Für Pedelec-Piloten bedeutet das: In brenzligen Situationen lieber auf die eigene Vorfahrt verzichten. Kraftfahrer müssen ihre gewohnten Wahrnehmungsmuster verändern und davon ausgehen, dass auch ältere Radler ungewohnt flott unterwegs sind.

Unfallstatistik

Auf Deutschlands Straßen verunglücken sehr viele Senioren mit dem Fahrrad: Nach den aktuellsten Zahlen des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) hat sich die Zahl der verletzten Radler ab 65 Jahren aufwärts in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt. Im Jahr 2009 seien es mehr als 12 000 gewesen, eine Statistik für 2010 gibt es noch nicht. Dagegen seien 2009 halb so viele Senioren als Fußgänger verunglückt wie noch vor drei Jahrzehnten - knapp 7000. Der DVR befürchtet, dass mit zunehmender Alterung der Bevölkerung und der wachsenden Zahl elektrisch unterstützter Fahrräder auf den Straßen der negative Trend bei den Radunfällen anhalten wird.

news.de/dpa

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