Do., 23.02.12

Hintergrund Das müssen Sie über Motoröl wissen

Artikel vom 11.05.2011

Motoröl ist das Lebenselexir des Motors. Doch im Geschäft stehen Kunden vor einer schier unendlichen Auswahl und sind oft ratlos. Mit dem richtigen Hintergrundwissen klappt's aber mit dem Kauf.

«Das Motoröl schützt, kühlt und schmiert den Motor und erhöht damit dessen Lebensdauer», skizziert Jens Bensch, Motorölexperte vom Serviceanbieter ATU, die wichtigsten Aufgaben. «Durch die Schmierung minimiert sich die Reibung an den beweglichen metallenen Teilen. Motoröl muss in der Lage sein, das Auto kalt zum Starten zu bringen und bei Vollgas zuverlässig zu arbeiten, gleichzeitig aber mit höchsten Temperaturen auf Langstreckenfahrten zurechtzukommen», sagt Bensch.

Moderne Motoröle basieren in ihrer Art und Leistungsfähigkeit auf unterschiedlichen Grundölen und -mischungen. Zusätzlich werden Additive eingesetzt, die durch chemische und physikalische Wirkung die Eigenschaften der Schmierstoffe verbessern. «Je nach Hersteller liegt dabei die Betonung mal auf motorischer Höchstleistung oder auf geringerem Kraftstoffverbrauch», erläutert Maximilian Maurer vom ADAC zwei grundsätzliche Trends. Als Faustformel gelte: Je qualitativ hochwertiger das Grundöl und je höher der Anteil der Additive im Motoröl, desto höher die Qualität - und der Preis.

«Vollsynthetische Öle haben Vorteile»

Synthese-ÖleSynthese-Öle bringen von Haus aus bereits eine Mehrbereichscharakteristik mit, weshalb mit dem Einsatz von sogenannten Viskositätsindex-Verbesserern wesentlich sparsamer umgegangen werden kann. Durch ihren einheitlichen Aufbau sprechen sie besser auf die Wirksamkeit von Additiven an, so dass sich besondere Leistungsmerkmale besser erzielen lassen. werden chemisch hergestellt, mineralische Öle aus Erdöl raffiniert. Das Herstellungsverfahren ist aufwendiger und teurer. Während mineralische Öle aus vielen unterschiedlichen Kohlenwasserstoffmolekülen bestehen, sind vollsynthetische Öle weitgehend aus einheitlichen geradlinigen Molekülen aufgebaut, die so im Rohöl nicht vorkommen.

«Vollsynthetische Öle besitzen gegenüber mineralischen Ölen einige bedeutsame Vorteile», sagt ADAC-Fachmann Maurer. Der Kaltstart bei tiefen Temperaturen gelinge besser, es gebe weniger Verschleiß durch die schnellere Versorgung der Schmierstellen, und der Schmierfilm reiße auch bei höherer Belastung und hohen Temperaturen nicht ab.

«Das Mischen von Ölen unterschiedlicher Qualität ist zwar möglich, kann jedoch einen negativen Effekt auf die Gesamtleistungsfähigkeit haben», warnt Karsten Jaeger vom Mineralölkonzern Castrol. ViskositätsklasseEin Maß für die Fließfähigkeit einer Flüssigkeit. und Leistungsprofil des Nachfüllöls sollten vergleichbar sein mit der in der Betriebsanleitung empfohlenen Sorte. Sogar die Gewährleistungspflicht des Herstellers kann durch die Nutzung eines falschen Schmierstoffs erlöschen. So gibt beispielsweise VW für bestimmte Dieselmotoren besondere Spezifikationen vor.

Regelmäßig Öl wechseln

Trotzdem gilt: Bei einem Füllstand unter der Minimummarkierung ist es immer noch besser, Motorenöl mit niedrigerer Qualität als vorgeschrieben nachzugießen, als die Fahrt mit deutlich zu wenig Öl fortzusetzen.

Im Zusammenhang mit Motoröl wird immer wieder der Begriff Viskosität genannt. Castrol-Fachmann Jaeger erläutert: «Damit wird das Fließvermögen eines Motoröls in bestimmten Temperaturbereichen bezeichnet. Die SAE-KlassifikationSAE steht für Society of Automotive Engineers. gibt Aufschluss darüber. So deckt beispielsweise ein Mehrbereichsöl mit der Bezeichnung SAE 15W-40 den Temperaturbereich bis minus 20 Grad bestens ab. Gefragt sind heute besonders sogenannte Leichtlauföle, beispielsweise in den SAE-Bereichen 0W-30 bis 5W-40, die durch reduzierte mechanische Reibungsverluste glänzen.»

Modernes Motoröl ist nicht zu vergleichen mit Schmierstoffen, wie sie vor 20 Jahren angeboten wurden. Doch selbst wenn ein Fahrzeug nur wenige Tausend Kilometer im Jahr bewegt wird, muss aufgrund des Alterungsprozesses des Öls, wegen Staubpartikeln und Verbrennungsrückständen mit einem Substanz- und Qualitätsverlust gerechnet werden. Deshalb empfiehlt Öl-Fachmann Bensch: «Die von den Automobilherstellern empfohlenen Zeiträume für einen Ölaustausch sollten unbedingt befolgt werden. Damit fährt man auf der sicheren Seite.»

sis/ham/sca/news.de/dapd
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Leserkommentare (1)
  • Kommentar: 1
  • 22.07.2011 11:03
von
Lou Vipperman

Hi, ich habe mir letzte Woche einen VW Polo BJ 95 zugelegt. Ich habe kein Peil über Autos, aber ein Ölwechsel wollte ich schonmal vornehmen. Ich habe mir bei dieser Seite ein paar Informationen angeschaut, aber bin noch nicht so wirklich schlau daraus geworden, was für ein Öl der jetzt braucht. Ich bitte um Antworten.

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