Di., 22.05.12

VW Polo R WRC 16.05.2011 Giftiger Wadenbeißer

DSDS (Foto)
Mit dem Polo R WRC kehrt VW im Jahr 2013 in die Rallye-WM zurück. Bild: pi

Nach 25 Jahren Abstinenz wird Volkswagen 2013 in die Rallye-WM zurückkehren. Das Auto ist schon da - aber wer darin sitzen wird, ist noch offen. Noch in diesem Jahr soll der Polo R WRC erstmals Gas geben.

Am Rande der Sardinien-Rallye Anfang Mai gab der Volkswagenkonzern bekannt, in dieser Rennserie künftig mit eigenen Fahrzeugen antreten zu wollen. Das passende Sportgerät haben die VW-Oberen schon mitgebracht und präsentierten einen scharfgemachten Polo der besonderen Art. Damit wollen die Wolfsburger ab 2013 der Konkurrenz ordentlich einheizen.

Im Gegenzug schränken sie ihr Engagement anderweitig drastisch ein. «Es wird bei der nächsten Rallye Dakar im Jahr 2012 keinen Werkseinsatz von Volkswagen mehr geben. Der Einsatz eines Kundenteams wird momentan geprüft», sagte Markenvorstand Ulrich Hackenberg bei der Vorstellung des Rallye-Polos. Nach drei Siegen in Folge bei der Rallye-Dakar strebt Volkswagen neuen Zielen entgegen.

Die Rallye-WM wird ähnlich stark von Citroën dominiert, wie die Dakar zuletzt von Volkswagen. Um der erfolgsverwöhnten Konkurrenz ordentlich einheizen zu können, haben die Wolfsburger einen gemeinen Giftzwerg auf die Räder gestellt.

Team sammelt bei Skoda erste Erfahrungen

Der Polo R WRC hat einen aufgeladenen Vierzylinder-Direkteinspritzer mit 1,6 Litern Hubraum unter der Haube. Mit seinen 300 PS beschleunigt er die Rennkugel unter sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h. Mit Allradantrieb und Sportgetriebe soll es für eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h reichen. Noch in diesem Jahr soll das erste Rollout des Fahrzeugs erfolgen.

Gleichzeit soll das Team erste Erfahrungen im Rallye-Umfeld mit Fahrzeugen der Konzernmarke Skoda sammeln. Dafür sind gegen Saisonende einzelne Starts zu ausgewählten Rennen geplant. Für 2012 sind eine intensive Erprobung des Fahrzeugs und ein ausführliches Testprogramm geplant, ehe es im Jahr darauf mit der rasanten Hatz über Schotter- und Feldwege ernst wird.

Das sporadische Auftauchen der Wolfsburger in diesem Wettbewerb war bislang immer kurz und erfolgreich. Zuletzt hatte Kenneth Erikson auf einem Golf GTI 1986 den Titel geholt. Davor war es Rallye-Legende Walter Röhrl, der mit einem Audi erfolgreich für den Konzern fuhr. Wer sich jetzt hinter das Sportlenkrad des neuen Polo R WRC klemmen darf, ist noch völlig offen. Ernsthafte Bewerber sollen sich aber nicht scheuen, in Wolfsburg vorzusprechen. Doch die Messlatte liegt hoch. «Wir beobachten auch hier den Markt sehr genau. Es wäre toll, wenn wir einen neuen Walter Röhrl in Deutschland hätten», sagt Motorsport-Direktor Nissen. In den  kommenden 20 Monaten soll die Entscheidung fallen.

rli/ham/sca/news.de/pi
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