Di., 22.05.12

Elektroautoversuch 08.05.2011 Strompioniere mit Taxameter

Strom-Pioniere mit Taxameter (Foto)
Eine ganze Flotte von E-Taxis ist in Shenzhen unterwegs. Bild: pi

Daimler-Partner BYD hat die ersten Ergebnisse seines Elektroauto-Pilotprojekts veröffentlicht. Die Droschken waren fast drei Millionen Kilometer unterwegs. Der chinesische Markt für Stromer nimmt trotzdem nur langsam Fahrt auf.

2,77 Millionen Kilometer zurückgelegt, bis zu 250 Kilometer Reichweite pro Ladung und eine monatliche Ersparnis bei den Treibstoffkosten von 788 Euro pro Fahrzeug: Der chinesische Autobauer BYD freut sich über die ersten Ergebnisse seines elektrischen Taxi-Flottenversuchs in der Großstadt Shenzhen. Seit einem Jahr verrichten 50 Stromer vom Typ BYD E6 bei der Pengcheng Electric Taxi Company ihren Dienst. Im Schnitt waren die Autos 400 Kilometer am Tag unterwegs und machten einmal täglich Pause, um die Batterien innerhalb von 20 Minuten aufzuladen.

Trotz Schnellladung, die als belastend für die Akkus gilt, hat es nach Angaben des Konzerns bei den Lithium-Eisenphosphat-Batterien keinen merkbaren Leistungsabfall gegeben. Die ersten Daten des Flottenversuchs sieht BYD als Beweis für die Belastbarkeit seiner Technologie, auch wenn bisher nur die Ergebnisse für ein Jahr vorliegen. Neben den Taxen existieren in den Städten Shenzhen und Changsha Flotten elektrischer Busse. 300 weitere E-Busse sollen im August ausgeliefert werden. BYD will diese Fahrzeuge auch international vermarkten.

Vom Optimismus zur Ernüchterung

Zahlreiche China-Hersteller lassen sich, unterstützt von der Regierung, auf das Abenteuer Elektromobilität ein. Den Anfang machten BYD, Chery und Tianjin Qingyuan. Doch der Optimismus mancher Hersteller ist Ernüchterung gewichen. Die Verkaufszahlen erschienen zunächst durchaus beeindruckend: Von 485 Stromern im Jahr 2009 kletterte die Summe auf mehr als 3500 im vergangenen Jahr. Diese Wachstumsrate wird aber kaum anhalten. Für 2011 prognostiziert die Unternehmensberatung Frost & Sullivan knapp 10.000 verkaufte Elektroautos, für 2012 rund 24.000.

Erst 2013 bis 2015 wird eine starke Wachstumsperiode erwartet. Im Vergleich zum gesamten chinesischen Pkw-Markt - der dürfte 2011 bei mehr als zwölf Millionen Fahrzeugen liegen - bleiben die Zahlen aber vorerst gering. Für 2015 rechneen die Marktanalysten von Frost & Sullivan mit 113.000 verkauften Stromern. Selbst optimistischere Prognosen gehen von wenig mehr als 200.000 Fahrzeugen aus. 

Bei elektrischen Pkw dagegen ist der Bedarf noch gering. Nach Los Angeles haben es allerdings schon einige BYD-Hybridlimousinen vom Typ F3DM geschafft - als Dienstfahrzeuge der Wohnungsbaubehörde. Trotz der Verzögerungen zählt der Daimler-Partner BYD unter den heimischen Herstellern zu denen mit den größten Stromerambitionen. 2013, so hat Daimler-Chef Dieter Zetsche angekündigt, soll in Kooperation mit BYD eine eigene Automarke für Elektroautos in China entstehen.

rli/sgo/ham/news.de/pi
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