Di., 22.05.12

Mythen rund ums Auto 11.04.2011 Die Stotterbremse ist out

Sommerreifen früh kaufen - Preise steigen (Foto)
Einige Ratschläge rund ums Auto sind technisch längst überholt. Bild: dpa

Von Katrin Stabenow

Vermeintlich gute Tipps rund ums Auto gibt es in Hülle und Fülle. Oft werden sie über Generationen weitergegeben. Doch einige dieser Ratschläge sind technisch längst überholt und können Autobesitzer teuer zu stehen kommen.

«Ein leider weit verbreiteter Irrtum ist, dass Radschrauben mit aller Gewalt festgezogen werden müssen, um sicher zu halten», schildert Philip Puls vom Tüv Süd in München seine Erfahrungen. «Wer gar noch einen Schraubenschlüssel mit Verlängerung, also größerer Hebelwirkung benutzt, kann die Schrauben sogar abreißen.» Das Nachziehen der Schrauben nach 10 bis 100 Kilometern Fahrt gilt zwar noch, aber ebenfalls nur mit Spezialwerkzeug.

Unverändert beliebt ist der Einsatz der Stotterbremse. Diese Technik ist dank Anti-Blockier-System hinfällig. Wer trotzdem daran festhält, verlängert den Bremsweg unnötig. Philip Puls rät, bei Gefahr stets voll zu bremsen und sich nicht durch das Vibrieren des Bremspedals irritieren zu lassen.

Kein Spiritus in die Scheibenwaschanlage

Aus der Zeit der Diagonalreifen stammt der Tipp, bei schlechten Traktionsbedingungen - beispielsweise auf Schnee - den Reifendruck zu verringern. Für die heute verwendeten Gürtelreifen gilt dies nicht. Grundsätzlich empfiehlt der Tüv-Fachmann, den Reifendruck bei Sommer- und Winterpneus um 0,2 Bar gegenüber den Herstellerangaben zu erhöhen. Das spare Benzin - ohne bemerkenswerte Komforteinbußen.

Ebenso veraltet ist der Tipp, Spiritus in die Scheibenwaschanlage zu füllen. Der mag zwar ein gutes Frostschutzmittel sein, hat in der Scheibenwaschflüssigkeit aber nichts verloren. Er verursacht Schlieren auf der Scheibe und einen unangenehmen Geruch. Besser und billiger sind spezielle Frostschutzzusätze - meist mit deutlich angenehmerem Duft. Zudem sollte saisongerecht umgerüstet werden: «Scheibenwaschmittel für die warme Jahreszeit können beispielsweise Insektenüberreste lösen, Wintermittel eher weniger», erklärt Puls.

Türschlösser nicht mehr mit Grafit schmieren

Manche Autofahrer haben sich angewöhnt, vor dem Abstellen des Motors noch einmal kurz Gas zu geben. Angeblich sollen so Ventile geschmiert, der Vergaser gesäubert und der nächste Start erleichtert werden. «Alles blanker Unsinn, zumal kaum ein Auto noch einen Vergaser hat», betont Puls. Im harmloseren Fall werde lediglich Sprit verschwendet. Darüber hinaus kann der eingespritzte Kraftstoff jedoch den Schmierfilm verdünnen und so den Motor schädigen.

Türschlösser mit Grafit zu schmieren, entspricht ebenfalls nicht mehr dem Stand der Technik. Grafit schädigt das Schloss zwar nicht, gilt an dieser Stelle aber eher als Schmutz- denn als Schmiermittel. Heutige Schließzylindertechnik verlangen modernere Schmiermittel, beispielsweise auf Teflonbasis. Mit speziellen Schließzylindersprays hält man die Türschlösser deutlich sauberer.

rli/ham/zij/reu/news.de/dapd
Leserkommentare (3) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • difalke
  • Kommentar 3
  • 12.04.2011 00:00
 

der eine sagt so der andere so .............................

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  • Michel1966
  • Kommentar 2
  • 11.04.2011 16:30
 

Der Bericht ist schon älter und stammt von der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH: http://www.gtue.de/sixcms/site.php?id=23380

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  • claus schoenekaes
  • Kommentar 1
  • 11.04.2011 12:27
 

Ihre Empfehlung zum Thema : Türschlösser ist nun ganz falsch ! Teflon verharzt im Laufe der Zeit ! Das Beste was es gibt...: Brunox Multifunktinosspray ohne Teflon o. Graphit, ohne Silikon ! Ihre Leser werden es Ihnen danken ! Marktführer übrigens auch bei Fahrrädern ( Wartun ) in Deutschland ! mfg C. S.

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