Di., 22.05.12

BMW M Konzeptautos 08.04.2011 Blau-weiß und vogelwild

Blau-Weiß und vogelwild (Foto)
Der M3 Pickup ist nur ein Wunderfahrzeug, das BMW in seiner M-Garage hat. Bild: pi

Pickups mit 300 km/h, aufgemotzte Geländewagen, skurrile Roadster - das Tochterunternehmen M hat viele Autos für BMW auf die Räder gestellt, die nie in Serie gebaut wurden. Beim Entwickeln und Testen hatten die Münchner vor allem eins: ganz viel Spaß.

«Ich bin 300 gefahren, aber da war bestimmt noch nicht Ende. Es ist uns einfach die Autobahn ausgegangen», sagt Kay Segler und schaut auf die neuste Entwicklung der BMW M GmbH. Schneeweiß präsentiert sich der wohl schnellste Pickup der Welt. Der M3 hat 420 PS, ist 50 Kilo leichter als ein normaler M3 und ein echtes Nutzfahrzeug. Das Auto hat eine Lkw-Zulassung, eine Anhängerkupplung und eine Nutzlast von 450 Kilogramm.

Für Kay Segler, der im Mai als Chef der M GmbH aufhört, ist der Pickup sozusagen das Abschiedsgeschenk. Das Auto wurde aus einem ausrangierten M3 Cabrio entwickelt und dient der Sportwagenschmiede als Werkstattwagen. Dass der M3 Pickup in Serie gefertigt wird, ist wohl ausgeschlossen. Obwohl es einen kleinen Markt geben könnte. In Australien zum Beispiel bietet die GM-Schwester Holden den aufgemotzten Pkw-Pickup Ute SS V mit V8-Motor an.

Rasende Laster und rote Rennkeile

Der rasende Laster ist jedoch nicht das einzige Experiment der M GmbH. Im Firmenkeller in Garching bei München findet sich manches skurrile Exemplar - wie der feuerrote Roadster von 1992, der im Rahmen eines Design-Wettbewerbs entstand. Die Ingenieure nennen ihn den Ur-Roadster. Welcher Motor gerade unter der Haube schlummert, wird nicht verraten. Noch ungewöhnlicher ist ein Hochdach-Kombi auf Basis des BMW M5. Damit sollte gezeigt werden, was in Sachen Individualisierung machbar ist. Erstmals wurden mit dem Wagen BMWs integrierte Kindersitze präsentiert, die es in die Serienfertigung schafften.

Ein Einzelstück blieb der M8. Basis für den tiefer gelegten roten Rennkeil war das 8er Coupé. Zwei Sechszylindermotoren wurden im 60-Grad-Winkel gekoppelt, fertig war der Zwölfzylinder mit 550 PS. Das Aggregat wurde fleißig weiterentwickelt, fand sich im McLaren F1 wieder und wurde in unterschiedlichen Rennversionen eingesetzt. So entstand 1999 ein V12-Rennmotor für die LeMans-Serie mit sechs Litern Hubraum und 580 PS. Gemäß dem Reglement musste die Leistung durch einen Luftmengenbegrenzer reduziert werden. Der BMW V12 LMR holte sich 1999 den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von LeMans.

«Wir wären fast durch die Scheibe geflogen»

Was der Zwölfzylinder drauf hat, wenn er frei atmen kann, daran erinnert sich Albert Biermann am besten. Der Entwicklungschef der M GmbH nahm vor Jahren den «X5 LeMans» in Betrieb - weil es sich kein anderer zutraute. «Das war schon eine vogelwilde Geschichte», erzählt Biermann. Befreit vom Luftmengenbegrenzer, tobte sich der Zwölfender mit 700 PS unter der speziell angefertigten Haube aus. «Wir wollten das technisch Machbare in einem SUV zeigen», so Biermann.

Zuerst bauten die Ingenieure den Allradantrieb aus und testeten das Fahrzeug mit Hinterradantrieb - zahllose Reifen ließen dabei ihr Leben. Dann wurde der Allradantrieb wieder eingebaut und mit einem verstärkten Fahrwerk neu abgestimmt. Biermann erinnert sich an eine Fahrt mit dem Wagen auf der Nordschleife, bei der er den damaligen Chef der M GmbH an Bord hatte: «Wir haben uns unterhalten, da habe ich einmal einfach das Schalten vergessen. Der Drehzahlbegrenzer knallte so brutal rein, wir wären fast durch die Scheibe geflogen», grinst Biermann.

Mit Hans-Joachim Stuck am Steuer peilten die leistungshungrigen Münchner eine Bestzeit auf der Nordschleife an. Stuck prügelte den X5 in sieben Minuten und 49 Sekunden durch die Grüne Hölle, bei einem Spitzentempo von 309 km/h. Eine Straßenzulassung hat der X5 Le Mans auch heute noch - aber nur, wenn zur Schalldämpfung ein spezieller Auspuff montiert wird.

rli/ham/zij/ivb/news.de/pi
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