Der neue X3 BMWs bestes Basismodell

BMWs bestes Basismodell (Foto)
Mit zwei Litern Hubraum, vier Zylindern, 184 PS und 380 Nm Drehmoment ist der X3 nach einem kleinen Turboloch mehr als munter unterwegs. Bild: dpa

Nur bei wenigen Automodellen ist die Basisvariante die beste Lösung. Ganz anders der BMW X3 xDrive 20d. Denn mehr X3 braucht wohl keiner. Günstig ist der Einsteiger dennoch nicht: Mit klassenüblichen Extras sprengt man die 50.000-Euro-Grenze locker.

Die neue X3-Modellreihe toppt ihre Vorgänger-Generation: Die leistungsstarken Diesel und Benziner mit sechs Zylindern und ordentlich Power unter der Haube sind prächtig zu fahren und ein wahrer Lustgewinn für den SUV-Fan. Doch betrachtet man Kosten und Nutzen mit Rücksicht auf den tatsächlichen Fahrspaß, braucht es beim BMW X3 nicht mehr als einen xDrive 20d.

Der ist mittlerweile auf 184 PS erstarkt und fährt sich im Gesamtpaket weitaus besser als der Vorgänger. Mehr als das karge Leistungsplus von sieben Pferdestärken machen sich die bessere Geräuschdämpfung und der Durchzug von unten heraus bemerkbar. Selbst die Kombination mit der nunmehr achtstufigen Getriebeautomatik (2300 Euro Aufpreis) macht den X3 xDrive 20d nicht zu einem derart unwilligen Krieger wie sein Vorgänger

BMW X3 xDrive
Weniger ist leer

Im Bereich Fahrdynamik setzt der BMW X3 eindrucksvolle Maßstäbe. Seine Lenkung ist so präzise wie keine andere im Segment und die unnötige Fahrwerkshärte des Ahnen ist in den ewigen Jagdgründen des SUV-Waldes verschwunden. Dabei ist das mittlere X-Modell nach wie vor straff unterwegs. Doch insbesondere seine dynamische Dämpferregelung (1100 Euro Aufpreis) nimmt der Härte den Schrecken und den Nick- oder Wankbewegungen die Angriffspunkte. Auch abseits befestigter Pisten, auf Eis und Schnee glänzt der X3 wie kaum ein anderer. Die Motorleistung wird variabel und überaus aktiv zwischen Achsen sowie einzelnen Antriebsrädern verteilt.

So macht Dieselfahren auch in der Einstiegsklasse Spaß

Die spürbare Untersteuer-Neigung des Vorgängers ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich geringer geworden. Das macht den BMW agiler denn je. Das stramme Gesamtpaket passt zu den ordentlichen Fahrleistungen einer überraschend dynamischen Einstiegsmotorisierung. Denn trotz zwei Litern Hubraum, vier Zylindern, 184 PS und 380 Nm Drehmoment ist der X3 nach einem kleinen Turboloch mehr als munter unterwegs. Wer es darauf anlegt, drückt die Tachonadel auf der Autobahn sogar über die 210-km/h-Marke und schafft den Spurt 0 auf 100 km/h in unter neun Sekunden. Der Expresszuschlag macht sich auch im Durchschnittsverbrauch bemerkbar.

Doch bei normaler Gangart ist der rund 1,8 Tonnen schwere Allrader, dessen Produktion von Graz in die USA ausgewandert ist, mit 7,2 Litern zu bewegen. Besonders angenehm ist die Laufruhe des Vierzylinder-Commonrail-Diesels. So macht Dieselfahren auch in der Einstiegsklasse Spaß. Über eine Start-Stopp-Automatik verfügen Handschalter und Achtgang-Automat gleichermaßen. Das Ausgehen des Triebwerks an der Ampel vollzieht sich vorbildlich, doch wer nach einem kurzen Stopp kuppelt und den Gang wieder einlegt, spürt ein Rütteln, das durchaus noch einiges Verbesserungspotenzial lässt.

Große Weiterentwicklungen beim Interieur

So groß die Verbesserungen beim Komfort, so weit hat sich auch das Interieur des X3 weiterentwickeln können. Der Größenzuwachs der zweiten Generation von rund zehn Zentimetern kommt insbesondere den Insassen im Fond zugute. Cockpit und Armaturenbrett wirken bei weitem nicht mehr so preiswert und lieblos wie beim Vorgänger. Die optionalen Sportsitze bieten sehr guten Seitenhalt und die Sitzfläche lässt sich ebenso in der Länge verstellen wie die Breite der Rückenlehne. Der Sitzkomfort auf der Rücksitzbank hat trotz deutlicher Verbesserungen noch immer etwas Luft nach oben. Gut: die 550 Liter Stauraum lassen sich durch Umlegen der Rücksitze im Verhältnis 40:20:40 auf 1600 Liter erweitern. Leider nur gegen Aufpreis, aber mehr als sinnvoll ist die elektrische Heckklappe.

So dynamisch sich der BMW X3 auf jeglichem Untergrund, in der Stadt oder auf der Autobahn bewegen lässt, so dünn ist das Angebot an Fahrerassistenzsystemen. Annehmlichkeiten wie Abstandstempomat, Spurhalte- oder Totwinkelassistent sucht der Interessent in der überlangen Aufpreisliste vergeblich. Schließlich bieten selbst Fahrzeuge der Kompaktklasse solche Details seit längerer Zeit. Immerhin sind beim X3 mittlerweile Head-Up-Display, das sehr gute Navigationssystem Professional und eine Rückfahrkamera zu bekommen. Der Basispreis für den BMW X3 xDrive 20d liegt mit 39.400 Euro auf Wettbewerbsniveau. In dieser Klasse sind Xenonlicht (ab 1040 Euro), beheizbare Ledersitze (ab 1800 Euro), Navigationssystem (2590 Euro) und Einparkhilfe (780 Euro) in der Bestellliste nahezu obligatorisch. So ist ein gut ausgestatteter BMW X3 xDrive 20d kaum unter 50.000 Euro zu bekommen. Viel Geld für eine Einstiegsvariante - auch wenn sie die beste Lösung ist.

rli/ham/sgo/ivb/news.de/pi

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
Partnerangebot
Gebrauchtwagenbörse
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige