Di., 22.05.12

Tacho-Manipulation 18.03.2011 Sicherheitsgarant Serviceheft

Sicherheitsgarant Serviceheft (Foto)
Im roten Bereich: Polizeischätzungen zufolge wird bei jedem dritten Gebrauchtwagen der Tachostand manipuliert. Bild: ddp

Manipulation im großen Stil: Ein Drittel der Gebrauchtwagen verfügt über einen manipulierten Tacho, sagt die Polizei. Für Laien ist der Betrug nur schwer zu erkennen. News.de zeigt Ihnen, was mögliche Anzeichen für einen gezinkten Tacho sind - und wie Sie auf Nummer sicher gehen.

Anfang der Woche ist es der Polizei mit einer europaweiten Razzia gelungen, einer Bande von Tachofälschern das Handwerk zu legen. 500 Beamte durchsuchten Objekte in Deutschland, Österreich, Bulgarien und der Schweiz und nahmen 26 Personen fest. Schwerpunkt des Einsatzes in Deutschland waren München und Umgebung. Dort trafen die Ermittler 85 Beschuldigte an, darunter 70 Autohändler, die zu einem großen Bandennetzwerk gehören sollen.

Der Bande wird professionelle Tachomanipulationen vorgeworfen, bei denen der Kilometerstand von Gebrauchtwagen nach unten verfälscht wurde, um hohe Verkaufspreise zu erzielen.

So schützen sich Gebrauchtwagenkäufer

Gebrauchtwagenkunden sollten daher immer skeptisch auf den Kilometerstand ihres Wunschautos schauen: Bei jedem dritten Fahrzeug aus zweiter Hand, das in Deutschland verkauft und umgeschrieben wird, ist die Laufleistung manipuliert. Das erklärte die Polizei.

Hinweise auf einen «geschönten» Kilometerstand kann der Zustand der Innenausstattung geben, sagte Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenorganisation KÜS am Mittwoch. «Sind trotz vermeintlich geringer Laufleistung Pedale, Sitze oder das Lenkrad stark verschlissen, sollten beim Kunden die Alarmglocken schrillen.» Im Zweifelsfall lohne es sich, bei Privatkäufen einen Kfz-Experten zurate zu ziehen.

«Für Laien ist es extrem schwierig, eine Tacho-Manipulation zu erkennen», stellte Ulrich Köster vom Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) fest. Neben ungewöhnlich starkem Fahrzeugverschleiß könnte womöglich auch ein Ölwechselaufkleber im Motorraum Betrüger entlarven. Darauf werde meist neben dem Datum des letzten Ölwechsels der Kilometerstand notiert, so Köster.

Bordelektronik kann Betrug aufdecken

Werkstattmitarbeiter hätten ein leichteres Spiel als Laien, Gaunern auf die Schliche zu kommen: Bei neueren Wagen können sie den Wartungsintervallspeicher per Computer auslesen oder auch die Produktionsdaten des Kilometerzählers überprüfen. Dabei falle unter Umständen eine Chip-Manipulation auf.

Kunden, die einen Gebrauchten aus privater Hand kaufen wollen, fahren am besten, «wenn es zum Auto ein lückenloses Service-Heft, Reparaturrechnungen und Unterlagen der Hauptuntersuchungen gibt», sagte Köster. Dann sei das Risiko gering, bei der Laufleistung eines Wagens übers Ohr gehauen zu werden. Denn in diesen Dokumenten sind in der Regel die Kilometerstände aufgeführt.

sgo/sis/news.de/dpa
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