Di., 22.05.12

Mikrobus Mia Electric 08.03.2011 Buswinzling sucht Familie

Murat liebt Mia (Foto)
Maximale Alltagtauglichkeit garantieren ein pfiffiges Sitzkonzept und praktische Schiebetüren. Bild: pi

Die etablierten Autobauer haben auf dem Genfer Salon neben den bekannten Elektro-Kandidaten fast nur Prototypen mit ungewissem Serienstart im Gepäck. Elektroautos, die man zeitnah und zu relativ normalen Preisen kaufen kann, bieten andere an.

Eine interessante Elektro-Weltpremiere wird auf dem Genfer Salon am Stand von Mia Electric gefeiert. Das Unternehmen, das seine Zentralen in Essen und im Saarland hat, gehört nicht zu den kleinen Ökoauto-Start-Ups, die ihre bescheidenen Zelte auf der Sonderfläche im grünen Pavillon aufgeschlagen haben. Mia präsentiert sich in einer der Haupthallen neben den Großen der Branche und stellt auf dem strahlendweißen Hochglanzpodium ein Stadtauto in Mikrobusform aus, das in drei Varianten - als Drei- oder Viersitzer oder als kleiner Transporter zu haben ist.

Putziges Gesicht und praktische Schiebetüren

Die kleinste Mia-Variante, die inklusive Transport- und Zulassungskosten zu Preisen ab 19.500 Euro angeboten wird, ist 2,87 Meter lang, 1,64 Meter breit und 1,55 Meter hoch. Die Fahrgastzelle besteht aus einer thermogeformter ABS-Karosserie. Kunden können die Hülle in cremeweißem Lack, in gebürsteter Alu-Optik oder im Karbon-Look bestellen. Serienmäßig wird das Auto mit 14-Zoll-Alurädern vom Band rollen. Mit drei Felgenfarben und unterschiedlichen Farbtönen für den Innenraum können Käufer dem winzigen Bus eine persönliche Note geben.

Beim ersten Blick fällt Mias große, steil abfallende Frontscheibe mit dem zentral montierten Scheibenwischer auf. Runde Schweinwerferaugen geben dem Buswinzling ein putziges Gesicht. Das Heck wartet mit einer weit nach untern gezogenen Glasfläche auf, was das Einparken auch ohne Hilfsmittel zum Kinderspiel machen dürfte. Die Heckscheibe ist zugleich Kofferraumklappe und erleichtert das Beladen. Das praktische Schiebetürenkonzept passt zum puristischen Design, erhöhet aber auch Mias Alltagstauglichkeit, wenn zum Beispiel in der engen Parklücke Kinder rein- und rausgehoben werden müssen.

Das Sicherheitspaket ist nicht gerade üppig. Immerhin bringt die kleine Mia ABS mit Notbremsassistent, Fahrerairbag serienmäßig mit. MP3 Radio und USB-Anschluss mit Bluetooth gehören ebenfalls zur Grundausstattung.

Ab Juni rollt Mia vom Band

Herzstück des Mia-Antriebs ist eine 8kWh Lithium-Eisenphosphat-Batterie, die dem inklusive Akkupaket knapp 760 Kilogramm leichten Fahrzeug eine Reichweite von 80 bis 90 Kilometern und Fahrgeschwindigkeiten bis zu 110 km/h ermöglicht. Nach drei Stunden an der Haushaltssteckdose ist Mias Akku vollgeladen. Einsatzbereit ist der Mikrobus aber auch nach kürzerer Zeit, da jederzeit teilgeladen werden kann. Für die Batterie gewährt der Hersteller eine Dreijahres- beziehungsweise 50.000 Kilometer-Garantie.

Ab Juni soll Mia im nordfranzösischen Cerizay vom Band rollen. Vom neuen Produkt sollen im ersten Jahr 6000 Einheiten an die Kundschaft gebracht werden. An einem passenden Vertriebskonzept wird derzeit aber noch getüftelt. Fest steht schon: In klassischen Autohäusern wird der elektrische Mikrobus nicht zu finden sein.

rli/sgo/ham/news.de/pi
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