Von Harald Schultz
Der Genfer Autosalon steht in diesem Jahr ganz im Zeichen alternativer Antriebe. Mehr als 40 Elektro-, Hybrid- und Erdgasmodelle sollen vorgestellt werden. Größte Konkurrenz für deutsche Autobauer sind Marken aus dem asiatischen Raum.
Mit zahlreichen neuen Modellen und Aussichten auf Rekordverkäufe der deutschen Hersteller eröffnet am Donnerstag der Autosalon in Genf. Vorab berichtete Porsche bereits, dass das Unternehmen von August bis Dezember 57 Prozent mehr Autos verkauft habe. BMW und Peugeot/Citroen wollen ihre Elektropartnerschaft vorstellen und der VW-Konzern den neuen Audi A6, einen neuen VW Tiguan und ein neues Golf Cabrio, erstmals ohne Überrollbügel.
Die Veranstalter erwarten auf dem Messegelände direkt am Genfer Flughafen rund 700.000 Besucher. Ford zeigt den neuen Focus, Opel den Elektro-Pkw Ampera, den überarbeiteten Corsa und einen neuen Antara.
Porsche verkaufte im RumpfgeschäftsjahrAnders als das unternehmerische Fiskaljahr umfasst das Rumpfgeschäftsjahr nicht zwölf Monate. Bei einem Neuwagen beginnt das Rumpfgeschäftsjahr mit dem Marktstart und endet mit dem Jahresende. 40.446 Fahrzeuge, wie die Firma in Stuttgart mitteilte. Vor allem die Sportlimousine Panamera und der Geländewagen Cayenne hätten für den Anstieg gesorgt.
Alternative Antriebsarten werden in Genf eine große Rolle spielen. Dabei werden allein 40 neue Elektro-, Hybrid- oder gasgetriebene Modelle gezeigt. Renault stellt seinen Elektro-Kangoo vor, der ab dem Jahresende verkauft werden soll. Selbst der chinesische Hersteller BYDBuild Your Dream zeigt einen Geländewagen mit Elektroantrieb.
China wird zum Trendmotor
Die Branche steht im Zeichen einer rasanten Renaissance nach der Weltwirtschaftskrise. Der Pkw-Weltabsatz wird dem Center Automotive Research in Duisburg zufolge um 6,3 Prozent auf einen neuen Rekord von 62,6 Millionen Stück steigen - rund 2 Millionen Stück mehr als noch im Herbst geschätzt.
Der Trend ist ein kräftiges Wachstum von Absatz und Produktion vor allem in China und Indien. Der Markt in Japan und Europa dagegen wird 2011 kaum wachsen, der in den USA wird sich erholen. Auch Lateinamerika wächst ordentlich. Damit verbunden ist der Aufstieg von den Deutschen bislang unbekannten Herstellern aus China und Indien. So gehört die schwedische Marke Volvo Pkws nun beispielsweise dem chinesischen Hersteller Geely, die britischen Marken Jaguar und Land Rover der Firma Tata aus Indien.
Daneben streben chinesische Inlandsmarken nach oben, zu denen BYD gehört. Sie setzen stark auf das Elektro-Auto, das die Regierung in Peking massiv fördert. Andere Antriebsarten wie Erdgasmotoren und Wasserstoffantriebe spielen eine stärkere Rolle. Sie könnten die traditionellen Benzin- und Dieselmotoren zurückdrängen.
Angst vor dem Industriesterben
Die deutschen Hersteller und ihr Verband der Automobilindustrie (VDA) haben offiziell beim Elektroauto keine Eile, weil sie befürchten, dass das über 125 Jahre angesammelte Ingenieurwissen und die noch längst nicht abgeschriebenen Motorenfabriken in Deutschland wertlos würden. Denn ein Elektromotor ist technisch einfacher als ein Explosionsmotor, was die Zuliefererindustrie wie Bosch (Zündkerzen), Mahle (Kolben) und Behr (Kühler) treffen könnte.
Die in Genf stark vertretenen französischen Autobauer setzen dagegen auf das Elektroauto, unter anderem, weil der staatliche Stromkonzern Electricité de France (EDF) weiteren Absatz für seine überdimensionierten Atomkraftwerke sucht.
Zahlreiche deutsche Hersteller kommen in diesem Jahr mit weiteren neuen Volumen-Modellen, so Audi mit einem Q3, BMW im Herbst mit dem neuen 1er, einem 6er Cabrio und einem Mini Coupé, Ford mit dem B-Max, Mercedes mit einem CLS, einem SKL, dem C-Klasse-Coupé, einer neuen B-Klasse und der M-Klasse. Opel bringt im Herbst den neuen Zafira, Porsche den 911er und VW den Jetta, den Beetle und den kleinen Bus Up.
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