Mini Rocketman Das Hab-mich-lieb-Mobil

Kleinstrakete (Foto)
Mini unterstreicht mit dem rundlichen Rocketman, dass Mini wirklich mini sein kann. Bild: pi

Mini wird wieder minimal: Der Rocketman ist kaum größer als der Ur-Mini von 1959 und sprüht vor tollen Designideen. Aber kehrt die britische Marke wirklich zu ihren Wurzeln zurück?

Gäbe es auf dem Genfer Salon einen Knuddel-Award, würde der Mini Rocketman ihn gewinnen. Die Studie ist mit ihren pausbäckigen Kotflügeln und den Kulleraugen-Scheinwerfern das Hab-mich-lieb-Mobil der Autoshow. Der Rocketman ist 3,40 Meter lang, 1,90 Meter breit und wiegt deutlich weniger als 1000 Kilogramm. Die gerade Hüftlinie und die großen Scheiben des 3+1-Sitzers machen den Eindruck perfekt: Hier haben die Designer dem Ur-Mini zur Wiedergeburt verholfen.

«Raum ist Luxus in dieser Fahrzeugklasse», betont Oliver Sieghart, Schöpfer des Rocketman. Bei der ersten Sitzprobe beeindruckt der Wagen trotz zwergenhafter Abmessungen mit reichlich Platz für Fahrer und Beifahrer. Der Sitz des Beifahrers ist etwas nach vorne gerückt, damit der Hintermann mehr Platz hat. Die Türen schwenken nicht nur nach außen, sondern dank Doppelgelenkscharnieren auch nach vorne.

Mini Rocketman
Feuerwerk des Designs

Der Rocketman trägt als Accessoire Karbon

Der Platz hinter dem Fahrer ist nur als Notsitz gedacht, in der Studie haben die Designer dort einen Rucksack platziert. Der Kofferraum ist zweigeteilt: Der obere Teil schwenkt nach oben, der untere lässt sich wie eine Schublade 35 Zentimeter weit aus dem Heck herausziehen. Während der Fahrt dient er als Gepäckträger, in drei Schächten finden Skier oder ein Snowboard Platz.

Der Rocketman hat einen Spaceframe-Rahmen aus Karbon. Die Karbonstrukturen werden an manchen Stellen sichtbar, etwa an den Kotflügeln und vor den Türen. Auch die Flügelstruktur der aerodynamisch optimierten 18-Zoll-Felgen besteht aus dem teuren Leichtbaumaterial. Im Cockpit probieren die Designer ungewöhnliche Zutaten aus, zum Beispiel gefaltetes und gepresstes Papier. Verbunden mit einer LED-Lichtleiste sorgt das für eine anheimelnde Innenraumbeleuchtung.

Das Dach besteht aus transparentem und beleuchtetem Glas, auf dem die Umrisse der britischen Flagge (Union Jack) zu sehen sind. Ziemlich schräg sind die Rückleuchten geraten, die bügelförmig vom Heck abstehen. Bremslicht und Blinker werden mit LED-Leuchten auf die Karosserie projiziert.

Personalisierte Fahrt im Mini

Mit einem Datenspeicher namens «Seed», der wie ein Tamagotchi aussieht, füttert der Fahrer den Mini mit Informationen, etwa E-Mail-Adressen, Navigationsdaten, Facebook-Mitteilungen oder Musikdateien. Per Bluetooth-Verbindung können sich auch die Mitfahrer zu gläsernen Passagieren machen. Der Mini kann sich dann auf seine Fahrgäste einstellen, indem beispielsweise das Soundsystem einen Musikmix aus den gespeicherten Vorlieben von Fahrer und Beifahrer abspielt.

Noch muss der Rocketman per Gabelstapler hin und her bewegt werden - der Platz unter der Motorhaube ist leer. Doch den Zielverbrauch für den Mini haben die Briten schon im Visier: Mehr als drei Liter sollen es nicht werden. Der Rocketman hätte also das Zeug zum sparsamen Cityhüpfer mit Kultpotenzial.

Wer jetzt hofft, die Marke Mini würde zurück zu den Wurzeln finden, sieht sich allerdings getäuscht. Eine Serienfertigung des Rocketman sei, so ist aus Unternehmenskreisen zu hören, so gut wie ausgeschlossen. Und ein abgespeckter Rocketman, bei dem nur die Westentaschenabmessungen und vielleicht das 3+1-Sitzkonzept übrig bleiben, passt nicht zum Premium-Anspruch der Marke. Aber man soll niemals nie sagen.

rli/ham/zij/reu/news.de/pi

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