BMW i Weiß-blaue Elektrogeschichten

Der bayerische Dickschädel wird doch noch modern: BMW setzt mit den Modellen i3 und i8 auf moderne Elektrokonzepte und plant mit dem Motto «Hast du keinen BMW, miet' dir einen» ein neues Vermarktungskonzept.

BMW i3 und i8 (Foto)
Bilder von i3 und i8 hält BMW bislang zurück. Nur Modellskizzen lassen erahnen, wie die neuen Stromer aussehen könnten. Bild: pi

1991 präsentierte BMW stolz den E1. Er nahm das Design des Audi A2 vorweg, fuhr elektrisch, ging aber nie in Serie. 2013 startet BMW doch noch in die elektrische Zukunft. Die Modelle i3 und i8 fahren nicht nur mit Strom, sondern begründen auch eine neue Submarke der Münchner. Die heißt BMW i, wahrscheinlich weil das zeitgemäß nach iPod und Facebook klingt.

Der hochbeinige i3 ist das lange angekündigte Megacity Vehicle. Er fährt rein elektrisch, während der dicht auf dem Asphalt kauernde i8 einen Plug-In-Hybridantrieb an Bord hat. Der Sportwagen schafft eine gewisse Strecke also mit der Energie der Batterien, bei größeren Distanzen muss der Verbrennungsmotor mithelfen. Das Design des i8 orientiert sich an der 2009 gezeigten BMW-Studie Vision EfficientDynamics.

Neue Modellfamilie: BMW wird elektrisch

Doch Bilder der neuen Elektroautos behält BMW noch für sich. Mehr als ein paar Designskizzen wurden bislang nicht gezeigt. Schweigen herrscht auch über technische Daten und Preise. Letztere werden davon abhängen, wie sich die Gesetzgebung entwickle, so BMWs Marketing-Vorstand Ian Robertson. BMW wartet auf staatliche Anreize für Stromer-Kunden wie in Frankreich und anderen Ländern.

Leichtbau mit Alu und Kunststoff

Zumindest aber ist über das Konzept der neuen Elektroautos einiges bekannt. Im Gegensatz zum Elektro-Einser ActiveE wurden i3 und i8 von vornherein als Stromer entwickelt. «Die Modelle sind maßgeschneidert für alternative Antriebe. Durch den Einsatz von CFKAbkürzung für Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff. kompensieren wir das Mehrgewicht der Batterien», erklärt BMWs Entwicklungsvorstand Klaus Draeger. Dieser Kunststoff ist 30 Prozent leichter als Aluminium und 50 Prozent leichter als Stahl. Die CFK-Fahrgastzellen von i3 und i8 sitzen auf einem AluminiumchassisFahrgestell , darin integriert sind der Elektroantrieb und der Lithium-Ionen-Flachakku.

Beide Autos nutzen nach dem Baukastenprinzip die gleichen Komponenten für Elektromotoren, Leistungselektronik und Lithium-Ionen-Batterien. i3 und i8 sollen ab 2013 im Leipziger BMW-Werk vom Band rollen und bilden den Grundstock für eine komplette Modellfamilie.

Die Stromer sind nur ein Aspekt der Marke BMW i. Die Münchner wollen vom reinen Autohersteller zum Mobilitätsdienstleister werden. Dazu gehörten Carsharing und ein erweitertes Navigations- und Informationssystem. Wie das aussehen soll, zeigt BMWs Kooperation mit dem Unternehmen My City Way aus New York: Eine kostenlose Anwendung (App) fürs iPhone versorgt die Nutzer in mehr als 40 Städten der USA mit Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln oder freien Parkplätzen und gibt Tipps, welche Freizeitangebote es gerade in der Region gibt.

Mobilität für die Megacity

Das beste Restaurant in der Nähe finden, einen Tisch buchen und den schnellsten Weg zum nächsten freien Parkplatz planen: So stellt sich BMW ein Beispiel für Premiummobilität vor. In 40 weiteren Städten weltweit soll My City Way folgen, darunter München. Ob das wirklich Premium ist, muss sich zeigen. Immerhing gibt es solche Informationen und Dienste dank mobilem Internet und leistungsfähiger Navigationssysteme auch anderswo.

Bei BMW i soll jeder mitmachen können. Dass sich der bayerische Autobauer zu solchen Methoden genötigt sieht, hat einen Grund: Die Städte der Welt platzen aus allen Nähten. Bis 2025 werden 60 Prozent aller Menschen in Städten leben, etwa 30 Megacitys werden jeweils mehr als zehn Millionen Einwohner haben. Dass immer weniger Familien zwei Autos besitzen können, liegt auf der Hand. Es gibt nicht genug Parkraum.

ham/som/ivb/news.de/pi

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • cleanthinking
  • Kommentar 1
  • 03.06.2011 19:47

Der BMW i3 ist wirklich ein schickes Gefährt - mehr dazu gibt es auch bei uns im Cleantech lexikon: http://www.cleanthinking.de/bmw-i3-elektroauto/ -- übrigens soll das gute Elektroauto auf der IAA im September in Frankfurt am Main erstmals so richtig gezeigt werden. Bislang gibt es ja nur die Erlkönig-Fotos...

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig