Tesla Roadster Sport Heiß auf Eis

Heiß auf Eis (Foto)
Der Tesla Roadster Sport gibt trotz winterlicher Temperaturen volle Power. Bild: pi

Im Winter müssen Elektroautos viel Schelte einstecken, weil in der Kälte die Reichweite sinkt. Bietet der Vorzeigestromer Tesla Roadster Sport trotzdem Fahrspaß?

RoadsterFahrzeuge mit offener Karosserie, die kein Dach oder ein klappbares Verdeck besitzen. Sport 2.5 - das klingt wie ein Computerspiel. Beim Stromflitzer des Autobauers Tesla Motors ist der Eindruck nicht unpassend. Auf den ersten Blick hat der mit einem konventionellen Sportwagen wenig gemein. Sein 292 PS starker Dreiphasenelektromotor schafft bis zu 14.000 Umdrehungen pro Minute und erfreut den Fahrer schon beim ersten Tritt aufs Gaspedal mit 400 Newtonmetern Drehmoment. Getankt wird an der Steckdose. Die jährliche Wartung des Roadsters besteht vor allem aus Software-Updates.

Der Tesla hat zwei Betriebsarten. Im Range-Modus wird die Kraft zugunsten einer höheren Reichweite gedrosselt. Im Performance-Modus steht die ganze Elektrokraft zur Verfügung und macht auch bei winterlichen Temperaturen nicht schlapp. Dank stufenloser Kraftübertragung schießt der Roadster los wie ein Auto auf der Carrera-Bahn. Tempo 100 ist nach weniger als vier Sekunden erreicht, mühelos sprintet der Wagen auf 200 km/h.

Tesla Roadster Sport
Elektrisierender Rennrodler
Elektrisierender Rennrodel (Foto) Zur Fotostrecke

Sommergefühle im Schnee

Die Batterieheizung des Tesla ermöglicht einen Ladebetrieb bei bis zu minus 20 Grad. Mit dem kleinen Cockpit hat die Innenraumheizung leichtes Spiel. Wer nicht mit Pudelmütze offen fahren will, was dank beheizter Sportsitze machbar ist, hat zwei Möglichkeiten: Entweder das HardtopFestes Zusatzdach für ein Cabriolet. Werden sie nicht gebraucht, werden Hardtops abmontiert und beispielsweise in einer Garage gelagert. wird auf den Roadster geschraubt oder das SofttopEinfahr- oder wegklappbares Dach eines Cabriolets. gewählt.

Natürlich gibt es Autos, die sich auf Schnee und Eis besser steuern lassen als der Tesla Roadster. Das liegt allerdings nicht am Elektromotor, sondern am Heckantriebskonzept. Genau wie beim Porsche 911er befinden sich Motor und Antriebsachse des Tesla hinten. Der Roadster bringt zwar 1,2 Tonnen auf die Waage, die Lithium-Ionen-Batterien verlagern den Schwerpunkt aber weit nach unten. Solange der Gasfuß im Zaum bleibt, hat der Roadster mit Winterreifen auch auf glatter Fahrbahn keine Traktionsprobleme. Bricht das Heck bei übertriebenen Manövern aus, lässt es sich mit der direkten Lenkung schnell wieder einfangen.

Reichweite bis zu 340 Kilometer

In Deutschland seien bislang 110 Roadster ausgeliefert worden, sagt Tesla-Sprecherin Sarah Zimmermann. Ein größeres Interesse als für den teuren Roadster (99.960 Euro, Roadster Sport 117.800 Euro) verspricht sich Tesla für das deutlich günstigere Model S. Die Limousine soll 2012 auf den Markt kommen. «Für das Model S haben wir weltweit über 3500 Reservierungen», sagt Zimmermann.

Bleibt noch die Frage nach der Reichweite. Die hängt beim Tesla Roadster weniger von der Umgebungstemperatur ab als davon, wie oft das Gaspedal voll durchgedrückt wird oder der Fahrer den Performance-Modus wählt. Permanent mit 200 Sachen unterwegs zu sein, reduziert die Reichweite erheblich. Den maximalen Aktionsradius gibt Tesla mit 340 Kilometern an. Während der Kilometervorrat bei Vollgasorgien schrumpft, nimmt er genauso schnell wieder zu, wenn es langsamer zugeht oder der Wagen im Stadtverkehr unterwegs ist.

Grundsätzlich haben Elektroautos bei Minustemperaturen ein Reichweitenproblem. Bei einigen Stromern reduziert sich der Kilometervorrat um mehr als 40 Prozent. Das liegt zum einen an den Lithium-Ionen-Batterien, zum anderen fehlt die Abwärme der Motorkühlflüssigkeit, mit der ein Diesel- oder Benzinfahrzeug geheizt wird. Die Industrie arbeitet daher an neuen Heizsystemen speziell für Elektroautos sowie an besser isolierenden Werkstoffen für die Karosserie.

rli/ham/zij/news.de/pi

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